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Plattdeutsches Theater : Wenn der Landstreicher das Ruder übernimmt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Osdörper Speeldeel stellt ihr neues Stück vor. Vorverkauf der Karten beginnt am 13. Februar.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2016 | 06:55 Uhr

Gettorf | Dibberns Gasthof wird zur Werft – zumindest die Bühne im Saal. Dort wird in der kommenden Woche das „Kurhotel Dieksiel“ aus dem vergangenen Jahr abgerissen und ein Kreuzfahrtschiff entstehen. Denn auf einem solchen – genauer gesagt in der Columbus-Bar des Schiffes, in der Barkeeper Roger Schönfelder (Fritz Lüthje) der Boss ist - spielt das neue Stück der Osdörper Speeldeel „Eenmaal Bali un torüch“, für das bereits fleißig geprobt wird.

„Im Januar sind wir angefangen und bis Ende März wird zwei- bis dreimal die Woche geprobt“, so Holger Schäfe, Vorsitzender der Speeldeel. Schäfe und Wilhelm Altermann, der auch Regie führt und natürlich selbst eine tragende Rolle spielt, hatten das Stück ausgewählt. Ein turbulentes und humorvolles Stück, wie die Besucher es, laut Holger Schäfe, erwarten. „Ende der Neunziger Jahre hatten wir mal den Versuch gestartet, ein etwas ernsteres Stück zu präsentieren, was allerdings nicht so gut beim Publikum ankam“, stellte Schäfe fest. Also ist auch in diesem Jahr wieder Lachen angesagt.

Worum geht es? Während einer Kreuzfahrt verschwindet der Kapitän Ludwig von Ballheimer (Artur Rathje) in Damenbegleitung in einem Rettungsboot, wohl nicht wissend, dass eine Übung ansteht und die Boote zu Wasser gelassen werden. Und ausgerechnet dieses Boot wird nach der Übung, aus welchen Gründen auch immer, nicht wieder eingeholt. Schiff ohne Käpt’n geht aber gar nicht. Also muss, damit keine Panik unter den Passagieren ausbricht, ein Ersatzkapitän her und der 1. Offizier Gerd Staumoser (Holger Schäfe) jubelt den Passagieren ausgerechnet den Berliner Landstreicher Siegfried Engel, der die Reise gewonnen hatte und den Wilhelm Altermann spielt – inklusive „von det perfekte berlinern“ – unter. Wurde Engel anfänglich nur geduldet, genießt er jetzt, in Kapitänsuniform, doch hohes Ansehen unter den Passagieren. Was Sigi Engel mit der ihm ausgelieferten Mannschaft veranstaltet, ob das Schiff seinen Hafen erreicht und was aus dem echten Kapitän wird? Das wird noch nicht verraten, das erfahren Neugierige, wenn sie sich das Stück anschauen.

Das Stück von Bernd Spehling, das von Joachim Grabbe ins Plattdeutsche übersetzt wurde, verspricht auf jeden Fall einen turbulenten Abend. Und dafür, dass bis zur Premiere Anfang April alles klappt, sorgt Regisseur Wilhelm Altermann, der bei den Proben nicht nur auf den richtigen Text, sondern auch auf Tonfall, Gestik, Mimik und jedwede Kleinigkeit achtet und sofort korrigierend eingreift. N atürlich mit der gehörigen Portion Humor, wenn etwas nicht so sitzt, wie er es sich vorstellt. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, haben alle zehn Mitspieler sichtlich viel Spaß bei den Proben. Und den werden die Zuschauer mit Sicherheit auch haben und „janz baff sein, det Berlinerisch ooch zu det Plattdeutsche passen tut“.

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