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Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 06:50 Uhr

Baumschutz : Wenn der Baum fallen soll

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Klare Vorschriften der Unteren Naturschutzbehörde müssen beachtet werden, wenn am 1. Oktober die Schutzfrist für Gehölze endet. Welche, dazu hat sie eine Infobroschüre aufgelegt.

von
erstellt am 30.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Der Herbst bedeutet noch lange kein Ende der Gartensaison. Denn jetzt beginnt die Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit. Die Hausbesitzer und Gartenfreunde, Städte und Firmen machen ihre Anlagen winterfest und können nun auch – wenn nötig – Bäume fällen. Denn am 1. Oktober endet die Schutzfrist für Bäume und Gehölze. Und damit alles in geordneten Bahnen verläuft, erinnert die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises an das Merkblatt, das erklärt, was zu tun ist, wenn man in die Natur eingreifen will oder muss.

Das vierseitige Heftchen im A-5-Format wurde erstmals vor einem Jahr veröffentlicht. Anlass zu der Herausgabe der Informationsschrift waren damals mehrere Fälle unerlaubten Kahlschlags – so in Bokel und an der ehemaligen Feldwebel-Schmidt-Kaserne in Rendsburg. Durch die neu erarbeiteten Richtlinien der Unteren Naturschutzbehörde sollen illegale Abholzungen verhindert werden. Denn Bäume sind keine Privatsache. Schließlich wirken sie nicht nur innerhalb des Gartenzauns, sondern prägen das Landschafts- und Stadtbild – und sorgen außerdem für frische Luft. Deshalb ist dem Kreis Rendsburg-Eckernförde daran gelegen, den Baumbestand zu schützen.

„Viele Gemeinden und Anrufer haben sich über die Informationen und Regeln beim Baumschutz positiv geäußert und großes Interesse an den Richtlinien gezeigt“, freut sich der Fachdienstleiter Knut Torsten Arp. Die deutliche Nachfrage nach dem Lesestoff führt der UNB-Leiter auf die klaren Angaben zurück. „Erstmals gibt es eine Definition so genannter landschaftsbestimmender Einzelbäume und Baumgruppen, die nur mit Genehmigung gefällt werden dürfen.“ Das Merkblatt diene somit als Orientierung – auch für Privatleute. „Man weiß jetzt, wann in jedem Fall eine Fällgenehmigung nötig ist.“

Grundsätzlich gelte: Aus Gründen des Artenschutzes, zum Beispiel wegen der Vogelbrut, ist es in der Zeit vom 15. März bis zum 30. September verboten, Bäume zu fällen. Außerhalb dieser gesetzlichen Schutzfrist müssen die Richtlinien der Unteren Naturschutzbehörde befolgt werden. Danach dürfen alle Bäume mit einem Stammumfang von zwei Metern und mehr nur gefällt werden, wenn ein Antrag mit einer qualifizierten Stellungnahme und Begründung vorliegt. Eine Genehmigung ist in diesen Fällen immer erforderlich und wird nur in begründeten Ausnahmen erteilt, wenn der Baum zum Beispiel krank ist oder umzukippen droht. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, muss für Ersatz sorgen, zugleich wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gestartet, erläutert der UNB-Leiter. Ein Bußgeld richtet sich nach dem Ausmaß der Schäden und kann bis zu 50 000 Euro betragen.

Die erste Auflage des Merkblatts ist mittlerweile nach den Erfahrungen in den vergangenen zwölf Monaten überarbeitet worden. „Wir verlangen zum Beispiel kein Gutachten mehr“, erklärt Arp. Es reiche künftig aus, wenn in dem Antrag ein Sachverständiger bestätige, dass der Baum gefällt werden müsse. „Die eingereichten Gutachten waren oft zu umfangreich“, begründet der Fachdienstleiter die gelockerte Vorschrift. „Es müssen keineswegs detaillierte Bohrungen und Messungen in Auftrag gegeben werden.“ Ein sachkundiger Nachweis reiche völlig aus. „Wir wollen das Verfahren für den Bürger schließlich nicht unnötig verteuern.“ Die Höhe der Gebühren für die Genehmigung richtet sich nach dem Verwaltungsaufwand und beträgt in der Regel rund 100 Euro.

Jährlich werden nach Angaben von Knut Torsten Arp im Kreisgebiet rund 250 Anträge auf eine Fällgenehmigung gestellt. Und offenbar habe das Merkblatt aufmerksame Leser gefunden. Zwar seien immer noch Einzelfälle von illegalen Abholzungen registriert worden. „Aber wir haben keine weiteren Fälle mehr von großflächigen Abholzungen in dem Ausmaß der Vorjahre gehabt.“

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