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Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 06:53 Uhr

Weniger Plätze für die Dänen

vom

Plätze im Dänischen Kindergarten in Ascheffel werden von 40 auf 30 und 2014 auf 20 reduziert

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Ascheffel | Enttäuscht zeigten sich Erzieherinnen und Eltern nach dem einstimmigen Beschluss der Ascheffeler Gemeindevertretung, die vom Dänischen Schulverein beantragte Ausnahmegenehmigung für 40 Kinder im Dänischen Kindergarten Ascheffel nicht erneut zu erteilen. Stattdessen stimmte das Gremium für das Kindergartenjahr 2013/2014 nur einer Ausnahmegenehmigung für 30 Plätzen zu. Ein Jahr später sollen sogar nur noch maximal 20 Kinder die Einrichtung besuchen können.

Seit 2008 hat die Gemeinde Ascheffel dem dänischen Kindergarten zum Betrieb der Einrichtung mit zwei Gruppen Jahr für Jahr eine Ausnahmegenehmigung aufgrund des hohen Zulaufs erteilt

"Wir haben es uns nicht leicht gemacht", sagte Bürgermeister Günther Petersen auf der Sitzung am Donnerstagabend. Aber letztlich seien die Geburtenzahlen, die bei der Bedarfsanmeldung beim Kreis Rendsburg-Eckernförde herangezogen werden, eindeutig. Der demografische Wandel mache auch vor der dänischen Minderheit nicht Halt. "Wir haben rückläufige Geburtenzahlen in den Trägergemeinden des eigenen Kindergartens Hummelnest, Ascheffel, Hütten, Damendorf und Ahlefeld-Bistensee", sagte Petersen. "Die Auslastung dort liegt derzeit bei rund 80 Prozent, im kommenden Jahr nur noch bei 70 Prozent", schilderte der Gemeindechef die missliche Lage. "Wir müssen daher auch die Zukunft des eigenen Kindergartens sehen", pflichtete ihm Amtsdirektor Andreas Betz auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung bei. Dies habe auch der Kreis den Ascheffelern empfohlen. Insofern bestehe durchaus Konkurrenz zwischen beiden Einrichtungen.

Hinzu komme, dass der Antrag für die Ausnahmegenehmigung des dänischen Schulvereins erst Mitte Januar gestellt wurde. Der gerade erst neu gewählten Gemeindevertretung hätten keine konkreten Zahlen über Anmeldungen für den Kindergarten vorgelegen. "Wir konnten für die Bedarfsmeldung also nur die Geburtenzahlen aus unseren Gemeinden als Maßstab nehmen", so Petersen, der gestern bereits erste Anrufe von verärgerten Eltern angesichts des jüngsten Gemeindebeschlusses erhielt.

Der Kindergartenleiterin Linda Skrydstrup, die mit der Elternbeiratsvorsitzenden Ursel Bogner der Gemeinderatssitzung beiwohnte, kam nach dem Beschluss der Gemeinde die undankbare Aufgabe zu, Eltern für das am Montag beginnende Kindergartenjahr abzusagen. "Wir hatten 15 Anmeldungen", so Skrydstrup, lediglich fünf von ihnen könne sie jetzt eine Zusage geben. Wie Andreas Baum von der Amtsverwaltung mitteilte, müssten Kinder aus Ascheffel, Hütten, Damendorf und Ahlefeld-Bistensee nicht leer ausgehen, denn von den 15 seien lediglich vier aus diesen Gemeinden. Für sie wäre also noch Platz. Die weiteren Kindern kommen beispielsweise aus Kosel, Alt Duvenstedt, Osterby, Owschlag oder Brekendorf. Von den derzeit 25 Kindern seien zehn aus den Trägergemeinden des Amtskindergartens.

Auch der Leiter der dänischen Schule zeigte sich sehr verärgert über die Entscheidung. "Der dänische Schulverein hat Architektenpläne für einen Erweiterungsbau von Kindergarten und Schule", teilte Wolfgang Bradtke mit. "Außerdem bedeutet dieser Beschluss, dass dänisch gesinnte Familien, die ein Kind in unserer Schule haben und ein weiteres im Kindergarten, das jüngste Kind aufgrund unserer eingeschränkten Kapazität in einem anderen Kindergarten anmelden müssten."

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