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DGzSR : Weniger Einsätze – Ostwind hielt Wassersportler an Land

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Seenotretter aus Damp laufen 2016 nur zu 22 Einsätzen aus / Elf Mitglieder im ehrenamtlichen Dienst

von
erstellt am 13.Feb.2017 | 06:04 Uhr

Damp | Weniger Einsätze als im Vorjahr weist das Logbuch der Station Damp der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) für 2016 aus. Thomas Schulze, seit zehn Jahre ehrenamtlicher Vormann der Station im Damper Hafen, erklärt sich den Rückgang von über 30 auf 22 Einsätze durch eine stabile und langanhaltende Ostwindlage in 2016.

Aufgrund des starken auflandigen Windes seien vermutlich weniger Segler und Wassersportler rausgefahren. Wellen von bis zu zwei Meter Höhe schreckten doch ab, zumal viele Boote nur über schwache Motoren verfügten, um gegen den Wind Richtung Kiel zu laufen. Da die Wetterlage auch langanhaltend war, konnten nur wenige Wassersportler durch den oft strammen Ostwind überrascht werden, versucht Schulze die Entwicklung zu erklären. Im Jahr zuvor hatten die Seenotretter noch mehrere Segler in Schlepp nehmen müssen, die drohten durch Ostwind an Land gedrückt zu werden.

In 2016 mussten sie mehrmals Boote nach dem Ausfall ihres Motors abschleppen oder nach dem Bruch eines Mastes in Sicherheit bringen. So etwas könne passieren, sagt Schulze. Überrascht seien sie aber, wenn sie bei schlechter Sicht oder bei Dunkelheit nach Booten suchen müssten. „Die haben einfach die Orientierung verloren“, berichtet Schulze. Die Bootsführer sagten, sie führen immer nur entlang der Küste, dafür reichten einfache Karten aus Autoatlanten aus. Aus Sicht der Seenotretter sei es immer sicherer einen aktueller Satz Seekarten an Bord zu haben, um sich verlässlich zu orientieren und nicht die Damper Hafeneinfahrt mit Maasholm zu verwechseln.

Sorgen machen ihnen auch immer wieder führerlose Surfbretter oder Kits, die antreiben oder gesichtet werden. Dann würden sie im Verbund mit anderen Einheiten nach den möglicherweise Vermissten suchen. Diese seien in den allermeister Fällen schon an Land und wüssten von der Suche nach ihnen nichts. Hier bieten die Seenotretter inzwischen Aufkleber für die Boards und Einnäher für die Segel/Kits an, auf denen die Wassersportler Telefonnummern angeben können.

Eine große Hilfe kann ab jetzt auch eine neue kostenlose App der DGzRS bieten. Mit „SafeTrx“ können die Seenotretter die Position von Wassersportlern verfolgen, beziehungsweise die Suche nach ihnen gezielt gestalten, erklärt Schulze. Wassersportler melden sich an und können ihre Fahrt und geschätzte Ankunftszeit melden. Wird die Ankunftszeit deutlich überschritten, können hinterlegte private Kontakte informiert werden. Routen und Zeiten können jederzeit geändert werden. Sollte es zu einer Notsituation kommen, kann ein Notruf über die App abgesetzt werden, der an Private oder eben die Seenotretter geht. „Das System ist für uns sicherer, weil wir nicht stundenlang umher irren müssen und für die Wassersportler, weil sie gezielter Hilfe bekommen können“, sagt Schulze.

Im Vorjahr konnte die Station zwei neue Mitglieder aufnehmen. Nun sind es elf aktive Seenotretter, die bei Alarmierung auf die Karl van Well steigen. Das Rettungsboot liegt im Damper Hafen und ist im November 25 Jahre im Einsatz. Ob die Station im Zeitraum 2017 bis 2020 in den Genuss eines neuen 10,1 Meter Rettungsboots kommt, ist noch ungewiss, sagt der Vormann. „Wir lassen uns überraschen.“ Für den Zeitraum hat der Bundesverband der DGzRS die Indienststellung von insgesamt zehn Booten an Freiwilligen Stationen an Nord- und Ostsee in Aussicht gestellt.

Interessierte neue Mitglieder sind immer willkommen. Sie können sich bei Schulze unter Tel. 0172/16  60  57  3 melden. Zahlreiche Lehrgänge und Fortbildungen bietet die Gesellschaft an. Eine gewisse Verbundenheit zum Wasser ist sinnvoll. Willkommen sind auch Schüler ab 15 Jahre, die ab 16 Jahre auch auf Einsätze mitfahren können, erklärt der Vormann. Ob nach einem Jahr der Anwärter zum Seenotretter wird, entscheidet die gesamte Mannschaft.

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