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Schutzstreifen für Radfahrer : Weiter Verwirrung in der Sauerstraße

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kritik im Ausschuss für Jugend, Kultur, Bildung und Sport von Mutter einer Schülerin: Anregung, Situation durch Anschreiben zu klären.

Eckernförde | Es ist schon über einen Monat her, dass in der Sauerstraße ein Schutzstreifen für Radfahrer installiert wurde, doch noch immer ist die Verwirrung groß. „Warum ist die Radwegsituation so wenig bekannt gemacht worden?“, wollte auch Anja Bünte in der Einwohnerfragestunde des Ausschusses für Jugend, Kultur, Bildung und Sport am Donnerstagabend wissen. „Die Art und Weise, wie es gelaufen ist, ist nicht in Ordnung.“

Bürgermeister Jörg Sibbel bestätigte, dass die Kommunikation besser hätte erfolgen müssen. Es sei schließlich jedoch in den Zeitungen berichtet worden, „und es ist nicht unsere Aufgabe, jedem Bürger ein Verkehrszeichen zu erläutern“. Die neue Situation „kam nicht aus heiterem Himmel“. Sie sei in einem langen Prozess in öffentlichen Gremien entwickelt und beschlossen worden. Dem Ganzen sei ein Verfahren vorausgegangen, das den rechtlichen Vorgaben entsprochen habe.

Dennoch regt Anja Bünte an, dass zumindest die Schulen in der Sauerstraße noch einmal darüber informiert werden, wie sich Radfahrer nun zu verhalten haben. „Ich weiß von vielen Eltern, dass sie nicht wissen, wie ihre Kinder dort nun mit dem Rad fahren sollen.“ Laut Angaben des Ordnungsamtes aus dem Oktober ist die Benutzung des Schutzstreifens optional, es könne auch weiterhin der Fahrradweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite in beide Richtungen benutzt werden. Angebracht wurde deshalb das Verkehrsschild „Gehweg / Radfahrer frei“. Das jedoch, so hat Anja Bünte recherchiert, besagt, dass Radfahrer auf dem Gehweg Schrittgeschwindigkeit fahren müssen. „Und das macht doch niemand“, sagt sie.

Sie stellt die ganze Aktion in Frage: „Der Schutzstreifen wurde ohne weitere Not aufgebracht. Die Situation ist jetzt viel gefährlicher als vorher.“ Ihre zehnjährige Tochter sei auf dem Streifen schon von Autofahrern angehupt und gefährlich dicht überholt worden.

Dabei sollen vermehrt solche Schutzstreifen und Radfahrwege auf der Straße eingerichtet werden, um das Unfallrisiko für Radfahrer zu senken. So sieht es auch das neue Radverkehrskonzept der Stadt vor. „Wir hatten anfangs durchaus Bauchschmerzen damit, den Radverkehr auf die Straße zu holen“, räumte auch Bürgermeister Jörg Sibbel im Ausschuss ein. „Statistiken belegen aber, dass dadurch weniger Unfälle geschehen.“ Besonders bei Ein- und Ausfahrten achten Autofahrer mehr auf den Verkehr auf der Straße, in die sie einbiegen wollen, als auf die Fahrradfahrer auf den Radwegen. Benutzen diese jedoch auch die Straße, werden sie von den Autofahrern deutlicher registriert.

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erstellt am 27.Nov.2015 | 18:44 Uhr

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