Konzert in der Siesebyer Kirche : Weihnachtliches aus dem Barock

Die Musiker: (v.l.) Sophie Stratmann, Richard und Natalie Gadow,Karen Asmussen-Stratmann, Detlef Schlüter und Johanna Asmussen.
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Die Musiker: (v.l.) Sophie Stratmann, Richard und Natalie Gadow,Karen Asmussen-Stratmann, Detlef Schlüter und Johanna Asmussen.

Musiker spielen Werke unter anderem von Bach, Buxtehude, Händel und Bodin

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18. Dezember 2017, 06:34 Uhr

Thumby | Für das Weihnachtskonzert vor dem dritten Advent in der Kirche Sieseby hatte Johanna Asmussen ein abwechslungsreiches Programm mit Werken von Komponisten aus der Barockzeit zusammengestellt. Eine besondere Note erhielt es durch unbekannte Namen wie Heinrich Grimm (1592-1637), Bonifatio Gratiani (1605-1664) oder Melchior Schildt (1592-1667). Perfekt passend für diesen Tag erklangen zum Beginn Choralbearbeitungen für Orgel mit „Nun komm, der Heiden Heiland“ vier kurze Choralvorspiele zum selben Thema von drei Komponisten: Johann Sebastian Bach, Max Reger und Dieterich Buxtehude. Von Johanna Asmussen auf der großen Orgel gespielt, bereiteten sie in einer Stunde der Besinnung und gedanklicher Vorbereitung auf das große Fest vor.

Es war auch eine Andacht ohne gesprochenes Wort. Alles, was gesagt werden konnte, wurde gesungen. Größtenteils waren nicht einmal die Musiker zu sehen, sie ordneten sich hinter der Balustrade auf der Orgelempore ganz der Musik unter. So war dieses Konzert deutlicher als üblich vom Inhalt geprägt. Gesprochen wurde an diesem Abend erst nach dem Konzert.

„Hosianna dem Sohne David“ von Heinrich Grimm mit Karen Asmussen-Stratmann und Sophie Stratmann, begleitet von Johanna Asmussen auf einer kleinen elektronischen, dennoch wohlklingenden Orgel, gehörte zu den Momenten, in denen alle Künstler sichtbar vor dem Publikum agierten. Größtenteils blieben die klingenden Akteure im Hintergrund, was auch größere Konzentration aufs Hören ermöglichte. Wenn auch die große Stimme Sophie Stratmanns und ihr rotes Kleid berechtigte Aufmerksamkeit verdient auf sich zogen. Nicht nur in der von der Orgelempore mit himmlischer Wirkung gesungenen Arie „Rejoice greatly“ aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel. „Aber du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du Tochter Jerusalem, jauchze; siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und Helfer. Denn er wird Frieden lehren unter den Heiden“ heißt es darin. Vor Weihnachten war dies Ausdruck von Vorfreude und Hoffnung, auch der große Rahmen dieses gekonnt zusammen gestellten Programms.

Einen Ruhepol, der auch den Übergang vom Wunsch in die Wirklichkeit markierte, bildeten das F-Dur-Orgel-Prelude von Charles Stanford (geb. 1852) – zugleich das jüngste Stück dieses Konzerts – und Joseph Bodin de Boismortiers zweite G-Dur-Sonate für drei Violinen und Basso continuo, beide von der Orgelempore erklingend. „Freuet euch, ihr Hirten“ verkündete dann Sophie Stratmann vor weiteren Choralbearbeitungen „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, bis mit „Ach mein liebstes Jesulein“ von Melchior Schildt die Einstimmung auf Weihnachten abgeschlossen wurde.

Langer Beifall für das Programm und die Künstler, auch in Erwartung einer Zugabe. Aber was sollte/könnte nach diesem theologisch und historisch begründeten und konsequent komponierten Programm noch kommen? Inhaltlich passte nichts mehr. Private Gespräche mit den Künstlern schlossen den Abend in der Kirche ab. Weil sie vorher schon alles gesungen und gespielt hatten, was in diesem Weihnachtskonzert ausgedrückt werden konnte.

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