Grussbotschaft am Eckernförder Strand : Weihnachtlicher Frieden an der „Brücke über das Meer“

Trotz widrigen Wetters fanden sich zahlreiche Personen ein, um die Friedensbotschaft zu hören.
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Trotz widrigen Wetters fanden sich zahlreiche Personen ein, um die Friedensbotschaft zu hören.

40 Menschen kommen am Heiligabend zur Verkündigung des Weihnachtsfriedens an den Strand

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27. Dezember 2014, 06:15 Uhr

Es geht bis ins Jahr 1320 zurück – die Verkündigung des Weihnachtsfriedens, erstmalig in der damaligen finnischen Hauptstadt Turku erwähnt. Auch heute noch wird diese mittelalterliche Grußbotschaft jährlich vom Rathaus der finnischen Weihnachtsstadt Turku verlesen und sogar im finnischen Fernsehen und Radio ausgestrahlt. Inzwischen hat sich dieser Brauch über die skandinavischen Länder und das Baltikum auch bis nach Eckernförde verbreitet, wo sich rund 40 Personen am 24. Dezember um 11 Uhr trafen, um dieses Ritual zu begehen.

„Seit sieben Jahren beteiligen wir uns an diesem schönen Brauch“, berichtete Initiatorin Christiane Feuerstack, und freut sich über die zunehmende Teilnehmerzahl über die vergangenen Jahre. Den Strandabschnitt für die Aktion hatte sie mit Bedacht bei der „Brücke über das Meer“ gewählt, steht doch das Gegenstück der von Ojars Petersons geschaffenen unsichtbaren Brücke im lettischen Riga. Die Idee zur Veranstaltung entstand vor acht Jahren aus dem Bedürfnis, Abstand vom üblichen Weihnachtsstress, Konsum und Kommerz mit einem besinnlichen Ritual in und mit der Natur zu erhalten. Damals wurden an sieben besonderen Plätzen in und um Eckernförde in der Dämmerung jeweils ein Licht angezündet und gesungen. Der symbolische Kreis aus Seegras, in der Mitte eine symbolische Kerze, ist nur einer von neun Orten, an denen das Ritual geschieht. „Das Verbindende mit allen ist die Ostsee“, weiß Feuerstack, und nennt einige der Orte wie Klaipeda, Danzig, Riga, Tallinn, Stockholm oder Kopenhagen. Neun Fackeln symbolisieren inmitten des Kreises aus Seegras zwischen Brückenanfang und Strand die jeweiligen Anrainerstaaten, in denen Punkt 11 und 12 Uhr, je nach Zeitzone, Menschen gemeinsam singen und einen Kreis bilden.

„Morgen, so Gott vergönnt, ist unser Herrn und Befreiers gnadenreiches Geburtsfest. Und so verkünden wir also hiermit den allgemeinen Weihnachtsfrieden, alle ermunternd, dieses Fest mit der angemessenen Frömmigkeit zu begehen“, so der jahrhundertealte Wortlaut. Mit der Verkündung des Weihnachtsfriedens sollte dieser drei Tage lang gelten und vor allem Randalierer, Betrunkene und Verbrecher davon abhalten, in diesen heiligen Tagen die Ruhe zu stören. Entsprechende Vergehen wurden in diesem Zeitraum mindestens doppelt so hart bestraft wie sonst.

„Ein schönes Ritual“, bestätigte Michael Busch aus Eckernförde, der bei dieser Gelegenheit zumindest für eine Stunde dem weihnachtlichen Stresseinerlei entfliehen konnte.

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