Weihnachten unter der Lupe

Die Engel Denise Pollmanns und Lisann Bauer sprechen mit Lia Nielsen (2.v.r.)  und Maik Fürstenberg, die ein Paar spielten, das Weihnachten ohne Geschenke und Baum feiert. Foto: RitterbuscH
Die Engel Denise Pollmanns und Lisann Bauer sprechen mit Lia Nielsen (2.v.r.) und Maik Fürstenberg, die ein Paar spielten, das Weihnachten ohne Geschenke und Baum feiert. Foto: RitterbuscH

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23. Dezember 2009, 09:45 Uhr

eckernförde | Sollte Weihnachten abgeschafft werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich am vergangenen Sonntag neun Jugendliche im Alter von 14 bis 15 Jahren beim Jugendgottesdienst in der Borbyer Kirche. Die Teenager nehmen an einem zehnmonatigen Trainee-Kursus unter der Leitung von Pastorin Brigitte Gottuk und Klaus Kaiser teil, der erstmals in der Kirchengemeinde angeboten wird. In diesem sollen sie lernen, ihre eigenen Stärken zu erkennen und Gruppen zu leiten. Im Anschluss an die Ausbildung nehmen die Jungen und Mädchen an einen Schnellschulung zur Jugendgruppenleitercard (Julica) teil.

"Danach können sie sich aussuchen, was sie bei uns in der Gemeinde machen möchten", erklärte Kaiser. So sei es denkbar, dass sie mit auf Jugendfreizeiten fahren oder sogar eigene Gruppen leiten. Teil der Ausbildung war auch die Gestaltung eines Jugendgottesdienstes: "Wir wollten etwas anderes machen, als einen gewöhnlichen Gottesdienst", erklärte Joshua Halley. Extra dafür hatten die Jugendlichen aus Eckernförde und Umgebung ein Theaterstück geschrieben. Darin beschrieben die Trainee-Anwärter vier völlig verschiedene Weihnachtsfeste. Die erste Szene spielte im Dezember 1944. Leipzig war zerbombt, drei Kinder saßen an Heiligabend alleine zu Hause und warteten auf die Mutter, die schon seit Tagen verschwunden war, während der Vater an der Front kämpfte. "Wir haben keine Geschenke und wünschen uns doch nur, dass unsere Eltern nach Hause kommen."

In der zweiten Szene waren die Schauspieler im Jahr 2009 angekommen. Eine Familie war im Weihnachtsstress, warf mit Geschenken um sich und stritt sich. Um dem ganzen Stress zu entfliehen, hatten sich in der dritten Szene zwei Jungs nach Australien aufgemacht. In "Down Under" ließen sie es sich bei ein paar Bier in der Sonne gut gehen. Auch die vierte Szene zeigte wieder ein völlig anderes Bild: Ein Paar hatte sich entschieden, Weihnachten spartanisch nur mit einer Kerze und ohne Baum und Geschenke zu feiern. "Zu stressig", lautete ihre Erklärung. Aufgelockert wurden die Szenen durch ein Glaubensbekenntnis, das die Jugendlichen selbst verfasst hatten und in dem sie erklärten, weder an einen alten Mann mit Bart, der eine Erfindung der Werbeindustrie sei, noch an das niedliche Christkind, das nur für Geschenke da sei, zu glauben. Stattdessen sollten sie nur an Gott, Jesus Christus und den Heiligen Geist glauben. Aufgelockert wurde der Gottesdienst mit einigen Liedern. "Ein gutes Programm", urteilte Nicola Schlizio aus Eckernförde. Und auf die Frage, ob Weihnachten abgeschafft werden solle, antwortete sie: "Der Trubel vor Weihnachten schon, das Fest selbst auf keinen Fall."

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