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Weihnachten mit George Michael und Erich Honecker

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kreativ, witzig, herzerfrischend: A-capella-Quartett „LaLeLu“ zeigt ganz neue Seiten des Weihnachtsfestes

Alle Jahre wieder: Das diesjährige Weihnachtsfest naht. Der Blick auf den Kalender verheißt für viele in drei Wochen nur Gutes: Lametta, Tannenbaum, Familie und jede Menge gutes Essen. Viele aber lässt die nahende „best time of the year“, wie ein US-amerikanischer Standard-Jazz Klassiker verheißungsvoll unbedarft trällert, ungeheuer große Mengen an Stresshormonen ausschütten. Vor allem die Männerwelt ist von diesem Stresszustand arg betroffen. Zumindest wenn man der Analyse von „LaLeLu“, Deutschlands wohl verrücktestem A-capella-Quartett aus Hamburg, Glauben schenken mag. Bei der männlichen Geschenkeauswahl gilt nämlich immer das Prinzip Hoffnung. „Am besten weiß sie nicht, was sie sich wünscht.“ Diese und noch viel mehr Tipps und Tricks, Weisheiten und Klischees rund um das wohl besinnlichste Familienfest in deutschen Landen verriet „LaLeLu“ zwischen ihren Weihnachtsliedern, bei denen kaum ein Auge im Publikum der dichtbesetzten Eckernförder Stadthalle trocken blieb.

„Lars Christmas - wer ist eigentlich dieser Typ?“ George Michael erklärte mit einer herrlich klamaukig-trashigen neuen Version seines herrlich penetranten Weihnachtsohrwurms „Last Christmas“ und stilechter Sonnenbrille seine tiefsten Ängste vor dem alljährlichen Weihnachtsfest. Und Erich Honecker enthüllt in einem Medley mit dem Titel „Weihnachtsmann, geh’ du voran“ frei nach dem Haus- und Hofliedermacher der DDR, Heinz Herbert Töpel – genannt „Die Amsel“ –, dass das Ganze rund um Tannenbaum und Christbaumkugel auf seiner sozialistischen Idee beruht.

LaLeLu deckte in ihrer gut zweistündigen fulminanten Weihnachtsshow die eigentliche Wahrheit über das Fest der Feste auf: richtig weihnachtlich wird es eigentlich nur in der „Weihnachtsmetzgerei“ – Rudolf Zuckowski würden die Plätzchenkrümel im Hals stecken bleiben.

Rasant wechselte die aktuelle Quartett-Besetzung Sana Nymann (Mezzosopran), Jan Melzner (Tenor) Frank Valet (Bariton) und Tobias Hanf (Bass) ihre Bühnenkleidung und scheute auch nicht davor zurück, für das Finale ihrer so ganz anderen Weihnachtsrevue Abendkleid und Anzug gegen geringelte Schweißbänder und Stulpen zu tauschen. Immer dabei, die heimelig leuchtende Plastiktanne im Hintergrund und die Fähigkeit, die Balance zwischen urkomischem Humor und musikalischem Können zu jeder Zeit zu halten. Spontanität, Witz, Pfiffigkeit und Originalität kennzeichnen die Performance-Qualitäten von „LaLeLu“ und belegen eindrucksvoll, warum das seit zwanzig Jahren bestehende Quartett in der ganzen Bundesrepublik sehr gute Kritiken erhält.

Mit einem Einblick in ihr eigens komponiertes Weihnachtsmusical „Kumpel Jesus“ beschlossen die Absolventen der Hamburger Stage School und des Musikkonservatoriums Hamburg ihr witziges Weihnachtsfest am vergangenen Sonnabend fernab jeglicher Idylle. Da mussten sogar Knecht Ruprecht, das Christkind und der Weihnachtsmann neidvoll anerkennen, dass Weihnachten weitaus mehr sein kann als Rute aus dem Sack und Engelshaar.


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