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Gute Tat : Weihnachten – auch in der Ostlandstraße

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Heidi Schander übergibt Bewohnern in der Obdachlosenunterkunft 500 Euro. Das Geld stammt von vier privaten Flohmärkten aus den Standgebühren.

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erstellt am 24.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Ein von Lichterglanz strahlender Tannenbaum in einer warmen Stube, die Weihnachtsgans im Backofen, ein teurer Weißwein im Kühlschrank, Pakete in teurem Geschenkpapier auf dem Gabentisch – all das ist für die meisten von uns heute, an Heiligabend, selbstverständlich. Aber es gibt auch Menschen in unserer Mitte, für die ein warmes Wohnzimmer keine Normalität darstellt. Menschen, die nicht so Weihnachten feiern können, wie sie es vielleicht gern täten, die oft auch unverschuldet in eine Notlage geraten sind und deshalb am Rande unserer Gesellschaft leben.

Für die Eckernförderin Heidi Schander ein unhaltbarer Zustand. Schon seit Jahren unterstützt die 76-Jährige die Bewohner der Obdachlosenunterkunft in der Ostlandstraße. Vier Mal im Jahr veranstaltet sie einen privaten Flohmarkt in der Bürgerbegegnungsstätte (BBS). Den Erlös der Standgebühren ließen sie und ihre Mitstreiter jedes Mal der BBS zugutekommen. Nicht so in diesem Jahr. 500 Euro hat Heidi Schander gestern in bar mit in die Ostlandstraße gebracht. Jedem der 28 Bewohner händigte sie persönlich 15 Euro als Weihnachtsgeschenk aus. Wohlwissend, dass diese Summe nur einen Tropfen auf den heißen Stein darstellt, ist sie sicher: „Die Menschen hier sind dringend auf unsere Unterstützung angewiesen. Und das nicht nur zu Weihnachten.“

Einer dieser Menschen ist Iris Pesch. Seit drei Jahren lebt die 50-Jährige mit ihrem Lebensgefährten Thorsten Brandt in der Ostlandstraße. Auf 23 Quadratmetern, ohne fließend warmes Wasser und Dusche. Ofenheizung muss für die nötige Wärme sorgen. Die gebürtige Eckernförderin ist unverschuldet aufgrund einer schweren Erkrankung in Not geraten. Menschen, wie Heidi Schander, ist sie sehr dankbar. Den Lebensmut nicht zu verlieren ist die größte Herausforderung der hier lebenden Männer und Frauen – das gilt gerade an Weihnachten. An der Fensterscheibe von Iris Pesch kleben drei rote Sterne. Ein wenig Weihnachtsstimmung will auch sie für sich, ihren Freund und ihre Katze Pessy, die sie seit sieben Jahre durchs Leben begleitet, schaffen.

Dass Hilfe in der Obdachlosenunterkunft nottut, weiß niemand besser als Helga Rohde. Seit 15 Jahren betreut die 63-Jährige die Bewohner. „Wer hier herkommt, für den ist Endstation“, erklärt sie.

Sie nimmt Spenden jeder Art, Bettwäsche, Kleidung oder ähnliches für die Bewohner der Obdachlosenunterkunft gern entgegen.

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