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Kleintierschau : Weiche Kaninchen und freche Hühner

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Viele Besucher haben die Kleintierschau am Schulzentrum gesehen. Die schlüpfenden Küken waren dabei der Renner.

Die Züchter waren schon am Vormittag da. Jetzt schlendern interessierte Käufer herum, auch Pärchen, schauen sich die Tiere an, beugen sich hier und da herunter zu den kleinen Kärtchen, die an Käfigen und Volieren angebracht sind. Dort sind unter anderem der Name der Rasse und die Bewertung der Wertungsrichter zu lesen. Später kommen Familien mit Kindern.

Um die 400 Hühner, Tauben, Gänse, Enten und 100 Kaninchen unterschiedlicher Rassen und Farbschläge präsen-tierten am Wochenende der Rassegeflügelzüchterverein (RGZV) Eckernförde und Umgebung und der Kaninchenzuchtverein U25 Eckernförde und Umgebung in ihrer traditionellen Kleintierschau in der Halle am Schulzentrum. Sie ist eine der größten und schönsten im Land. Zwischen 1200 und 1500 Besucher zählen die Vereine jedes Jahr.

Die Kinder stehen staunend vor den gläsernen Brutkästen. „Ja“, sagt Ewald Rosentreter, Pressewart im RGZV. „Die größte Attraktion ist tatsächlich der Wachtelschlupf. Sie glauben ja gar nicht, was da für ein Interesse besteht. Das ist so beliebt. Von Kleinstkindern bis zu den Erwachsenen. Die wollen alle sehen, wie ein Küken aus dem Ei kommt. Und bei den Hühnerküken genauso.“ Dann erzählt er, wie es weitergeht: Die Küken bleiben in dem Brutkasten bei 37,8 Grad bis sie abgetrocknet sind. „Ei-ne Temperatur wie unter der Glucke. Sonst würden sie nicht überleben.“ Danach setzen sie sie in das kleine Kükenhaus nebenan unter die Wärmelampe.

„Wir präsentieren einen Querschnitt von den Kleinsten bis zu den Größten“, erzählt Ewald Rosentreter nicht ohne Stolz. „Wir wollen die Rassenvielfalt erhalten und schöne Tiere heranzüchten, an denen wir Freude haben. Und natürlich freuen wir uns auch über ein Frühstücksei.“ Der ursprüngliche Gedanke, auch zur Nahrungsversorgung Kleintiere zu halten, ist nach 126 Jahren Vereinsbestehen in den Hintergrund getreten. Dennoch: Die Tiere wandern irgendwann auch in die Pfanne. Einen Namen sollten sie dann besser nicht haben: Besonders Kinder hätten dann ein Problem mit der Verwertung als Nahrungsmittel.

Stolz ist man im Verein auf seine jugendlichen Züchter. Etwa auf Lennart Bautze aus Groß Wittensee und Jean-Luc Tennro aus Felm. Beide sind zwölf Jahre alt. Jean-Luc züchtet gestreifte Zwergwyandotten, Lennart Holländische Zwerghühner. „Ich fand die gleich gut“, erzählt Lennart. „Sie sind sehr hübsch, frech vom Wesen her und sie werden sehr zutraulich.“ Viel machen müsse man gar nicht. „Ich lasse sie morgens raus, füttere sie, beschäftigen mich mittags mit ihnen und sperre sie abends wieder ein, damit der Marder sie nicht holt.“

Kaum weniger los ist bei den Kaninchen. Hier reicht die Vielfalt von Deutschen Riesenschecken, die mehr als sechs Kilo wiegen, bis zu den Zwergen mit nur 1,4 Kilo. Der Vereinsvorsitzende Hans-Peter Plähn zeigt Kaninchen der Rassen Schwarzgrannen und Hasenkaninchen lohfarben, die erstmals in der Schau zu sehen sind. Er ist stolz. Ole Jessen aus Boklund, Mitglied der Jugendgruppe des Vereins, hat für einen Schwarzgrannen 97,5 Punkte und damit die Bewertung „vorzüglich“ erhalten. Auch eines seiner Tiere, ein Riesenschecke, wurde als bestes Tier der Schau mit 97 Punkten vorzüglich bewertet. Für die jüngsten Besucher nimmt Hans-Peter Plähn auch gern mal ein Kaninchen zum Streicheln aus dem Käfig heraus. „Es ist immer eine schöne Ausstellung“, findet er. „Wenn wir nicht die Halle von der Stadt bekämen, könnten wir das gar nicht machen.“ Und auch den ehrenamtlichen Helfern, die die Schau organisieren und aufbauen sowie den Preisrichtern gilt der Dank des Vereins.

> Die Mitglieder des Rassegeflügelzüchtervereins treffen sich an jedem ersten Freitag eines Monats um 20 Uhr in der Bürgerbegegnungsstätte. Gäste sind immer willkommen.


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erstellt am 20.Okt.2014 | 06:14 Uhr

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