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Aktiv Region : Wegweiser durch den Förderdschungel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Arbeitskreis Klimawandel und Energiewende der Aktiv Region tagt in der Amtsverwaltung Schlei-Ostsee. Infos zu Förderprogrammen und Energiemanagement.

von
erstellt am 05.Feb.2016 | 06:37 Uhr

Eckernförde | Energie sparen beginnt mit der Erkenntnis, dass Energie überhaupt uneffektiv eingesetzt wird. Einen Überblick über den Energieverbrauch kommunaler Liegenschaften verschaffen zwei Energiemanagement-Tools, die die Energieagentur Schleswig-Holstein Mittwochabend mit Vertretern der Investitionsbank (IB) Schleswig-Holstein und des Deutschen Institutes für Urbanistik, auf Einladung des Arbeitskreises Klimawandel- und Energiewende der Aktiv-Region Schlei-Ostsee in der Amtsverwaltung vorstellte.

Rund 25 Bürgermeister, Gemeindevertreter und Vertreter der Ämter und Städte der Aktiv-Region waren der Einladung von Arbeitskreissprecher Ulf Martensen gefolgt. Mit der Infoveranstaltung wolle der Arbeitskreis den Einstieg in das Thema Energiemanagement schaffen, so Martensen. Gerade Klimaschutz sei ein zentrales Aufgabenfeld in der neuen Förderperiode. Die Infoveranstaltung solle den Mitgliedern zugleich die Bandbreite möglicher finanzieller Förderungen durch Land und Bund aufzeigen. Die Vielfalt der Fördermöglichkeiten stellten Stefan Müller und Alexandra Oboda von der IB vor. So gäbe es viele spezielle Programme für Kommunen, um Planungen und Investitionen mit Zielrichtung Energiesparen und Klimaschutz zu fördern, sagte Müller.

Und auch der Bund will die Kommunen tatkräftig unterstützen, sagte Britta Sommer vom Institut für Urbanistik, Service- und Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz aus Berlin. Auch sie konnte viele Programme, von der Förderung der Energieberatung bis hin zu Investitionszuschüssen für die LED-Nachrüstung oder sogar den Radwegebau als Klimaschutzvorhaben benennen.

„Wenn eine Gemeinde etwas plant, dann ruft sie am Besten direkt bei den Institutionen an“, stellte Arbeitskreissprecher Martensen angesichts der teils verwirrenden und sich überschneidenden Programme fest.

Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer die Vorstellung von zwei Energiemanagement-Tools für einfaches und effizientes Energiemanagement in kleinen und mittleren Kommunen. Zur Verdeutlichung hatte die Energieagentur Schleswig-Holstein, seit 1991 Teil der IB, das Amt Schlei-Ostsee, das Amt Schrevenborn und die Stadt Glücksburg als Modell ausgewählt.

Seit Sommer 2015 hatten Amtsdirektor Gunnar Bock und Amtsmitarbeiter Phillip Lemburg Verbrauchsdaten für Wärme, Strom und Wasser für alle öffentlichen Liegenschaften im Amtsbereich zusammengetragen. Die Daten von 23 Feuerwehrgerätehäusern und 29 anderen öffentlichen Gebäuden, beispielsweise Schulen, Bauhöfen oder Sporthallen, waren dann in die kostenlosen Tools der IB eingeflossen. Im Tool „Gebäude-Energie-Effizienz-Spiegel“ (GEES) wird der Ist-Zustand des Verbrauchs an Hand von Farben dargestellt. Rot heißt hoher Verbrauch, Gelb zeigt Energieverbrauch im Mittelbereich und Grün heißt, mit Wärme, Strom und Wasser wird sparsam umgegangen (vergleiche Foto). „Mit GEES ist schnell eine erste Bewertung des Gebäudes möglich“, sagte Wilfried Gabler, der die Tools vorstellte. Im „Liegenschafts-Energie-Effizienz-Kataster“ (LEEK) könnten dann mehrere Gebäude über einen Zeitraum von fünf Jahren hinsichtlich ihrer Verbrauchsdaten verglichen werden. Auf diese Weise würden Ausreißer auffallen und auch Auswirkungen von Investitionen in die Bausubstanz registriert werden, stellte Gabler fest. Schließlich sei es möglich, Prioritätenlisten zu erstellen, an welchem Gebäude mit welchem Einsatz welche Verbesserung (Klima und Betriebskosten) zu erreichen sei.

Die Anwendung des LEEK-Tools sei eher etwas für Gemeinden, als für das ganze Amt, räumte Bock ein. So könnten die 23 Feuerwehrhäuser nicht miteinander verglichen werden, da jedes unterschiedliche Nutzungen aufweise. Das Tool verschaffe aber einen guten Überblick und sensibilisiere die Gemeinden, vielleicht doch einmal genauer hinzuschauen, so Bock. Interesse weckte dieses Tool unter anderem bei den Bürgermeistern Jens Kolls (Rieseby) und Horst Böttcher (Damp). Da ihre Gemeinden jeweils eine ganze Handvoll Gebäude betreibe, mache eine Prioritätenliste Sinn.

Im Kreis der Aktiv-Region gehe es nun darum, ob und wie ein Einstieg in das Energiemanagement möglich sein könnte, so Bock. Den Bürgermeistern der 19 Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee werden die Daten der Tools ausgehändigt. Zuvor müssten aber noch einige Daten nachbearbeitet werden, so Bock, der die Tools als wertvollen und einfachen Einstieg in das Energiemanagement wertete.

Klimaschutz Förderungen

Beratung und Infos für Gemeinden und Ämter  für Förderprogramme bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein: Alexandra Oboda, Tel. 0431/99053001.

IB Förderungen für Kommunal- und Infrastrukturinvestitionen, Stefan Müller, Tel. 0431/99053263.

Beratung  und Infos   beim Institut für Urbanistik, Service- und Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz Berlin, Beratungshotline: Tel. 030/39001 170

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