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Ausbildung zu Medienscouts : Wegweiser durch das digitale Tohuwabohu

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Schüler der Jungmann-, Peter-Ustinov- und Grund- und Gemeinschaftsschule lassen sich zu Medienscouts ausbilden.

shz.de von
erstellt am 20.Nov.2015 | 19:26 Uhr

Eckernförde | Ein Klick, ein Post, ein Like und User hinterlassen ihren digitalen Fingerabdruck mit allerhand persönlichen Daten im Netz. Ob Facebook, Youtube oder der Nachrichtendienst WhatsApp – digitale Fallstricke können überall lauern. „Das ist ein ganz schönes Tohuwabohu in den Medien“, sagt Mareike Häseker. Die selbstständige Sozialpädagogin aus Kiel betreut gemeinsam mit den Schulsozialarbeitern der Stadt, Daniel Frank und Christian Pfluger, derzeit einen Workshop zur Ausbildung von Medienscouts. In drei Tagen werden 20 Schüler der neunten bis elften Klassen von Jungmann-, Peter-Ustinov- und Grund- und Gemeinschaftsschule Nord (GGS) ausgebildet, um den Fünft- und Sechstklässlern ihrer Schule Medienkompetenz zu vermitteln.

„Der Workshop beschäftigt sich mit zwei großen Bereichen“, so Häseker. Das soziale Miteinander in Medien, also etwa der Frage, wie im Netz miteinander umgegangen werden soll, und die Medienkompetenz. Dabei stünden technische Fragen wie etwa die nach der Sicherheit von Passwörtern oder dem richtigen Datenschutz im Vordergrund. „Ziel ist, die Reflexion des eigenen Medienverhaltens bei den Schülern anzustoßen und ihre Wissenslücken zu schließen, damit sie sich kompetent und sicher fühlen, um die jüngeren Schüler zu begleiten“, erklärt Häseker. Sie sollen so zum Bindeglied zwischen Lehrern, Schulsozialarbeitern und Schülern werden. „Die Hemmschwellen sind durch den Peer-to-Peer-Bezug niedriger“, erklärt die Sozialpädagogin und meint damit die Kommunikation unter Gleichen. „Zudem erreichen wir damit ab dem nächsten Schuljahr rund 1000 Schüler“, ergänzt Daniel Frank, Schulsozialarbeiter am Schulzentrum Süd.

Einige der teilnehmenden Schüler haben bereits eine Ausbildung zum Streitschlichter absolviert. Zu ihnen zählt Hannes Petersen. Der 17-jährige Jungmannschüler besucht die elfte Klasse und ist seit etwa drei Jahren Streitschlichter an seiner Schule. „Viele Jüngere wissen nicht, wie sie mit Medien umgehen sollen. Ich möchte sie vor Fehlern im Netz bewahren, die ich schon selber gemacht oder bei anderen mitbekommen habe.“ Er selbst habe anfangs zu viel preisgegeben, habe bei vielen Accounts arglos seinen richtigen Namen angegeben und ein richtiges Foto hochgeladen.

Der Workshop findet zum ersten Mal statt und sei „etwas besonders, weil er gleich für drei Schulen angeboten wird“, so Daniel Frank. Weil es dafür keine Fördergelder gebe, werde der Workshop nur selten angeboten. In Eckernförde unterstützt die Stadt das Projekt, indem die vier Schulsozialarbeiter sich dabei engagieren. Daneben konnten mit dem Verein Freunde der Jungmannschule und der Miertsch-Stiftung weitere Förderer gefunden werden. Ein Teil werde zudem aus dem Etat der GGS finanziert, so Frank.

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