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VOLLEYBALL INTERVIEW : Wechsel vor der Saison nicht alle fair

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im EZ-Interview mit dem Eckernförder Volleyball-Spielertrainer „Hardy“ Maaß spricht dieser über die zahlreichen Abgänge vor der Saison und die angepeilten Ziele in den Verbandsligen der Männer und Frauen.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Jetzt haben auch die Volleyballer des Eckernförder MTV ihren ersten Spieltag in der Verbandsliga hinter sich. Während die Damen in Kiel eine Niederlage kassierten, verlief der Auftakt für die Männer mit zwei Siegen und Tabellenplatz eins optimal. Im Vorfeld gab es allerdings in beiden Teams etwas Unruhe wegen zahlreicher Wechsel. Die EZ hat sich mit EMTV-(Spieler-)Coach „Hardy“ Maaß zu diesem und anderen Themen unterhalten.

EZ: Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Saisonstart! Wie überrascht sind Sie selbst hinsichtlich der vielen Abgänge nach der vergangenen Saison?

Hardy Maaß (Spielertrainer der EMTV-Männer und Trainer der EMTV-Frauen): „Vielen Dank für die Glückwünsche, welche ich an die Mannschaft weiterleiten werde! Bei den Herren fehlen uns in dieser Saison zwar drei Stammkräfte, doch steht weiterhin eine absolut Verbandsliga taugliche „Sechs“ zur Verfügung. Lediglich die personellen Alternativen werden an einigen Spieltagen fehlen. Wenn das Team ohne Ausfälle durch die Saison kommt, müsste ein gesicherter Mittelfeldplatz möglich sein. Die beiden Auftaktgegner waren ein Maßstab für den Klassenerhalt und werden kaum in der oberen Tabellenhälfte landen.“

Wie überraschend kamen denn die vielen Abgänge bei den Frauen und bei den Männern? Hatte sich das in irgend einer Form angekündigt?

Maaß: „Da muss ich unterscheiden: Bei den Herren kam der sehr kurzfristige und unangekündigte Abgang von Lasse Wittmüss überraschend, Börge Wittmüss hingegen könnte und würde mit einem Zweitspielrecht noch für den EMTV spielen, aber ich habe mich dagegen entschieden, weil das Zweitspielrecht nicht dafür gedacht ist, Regionalliga-Stammspieler (VCO Hamburg) in der Verbandsliga einzusetzen. Bei den Damen standen die Abgänge der in Kiel wohnenden Spielerinnen schon seit Mai fest, der Wechsel von Ann Marie Rohwedder ergab sich im Sommer und Rosalie Hahnke hat erst kurzfristig einen Studienplatz in Hannover bekommen. Sehr enttäuschend war bei den Wechseln von Lass Wittmüss und Ann Marie Rohwedder fand ich allerdings, dass die Kieler Vereine im Vorfeld überhaupt keinen Kontakt zu mir aufgenommen haben und auch die Spieler(in) mich vor vollendete Tatsachen gestellt haben.“

Ist mittelfristig ein Aufstieg in die Regionalliga für den EMTV finanziell und logistisch überhaupt zu stemmen? Und falls nicht, ist es dann nicht zwangsläufig, dass die besten Talente und Spieler immer wieder abwandern?

Maaß: „Grundsätzlich ist die Regionalliga absolut machbar! Da ich aber keine Spieler(innen) von außerhalb in meine Mannschaften einbauen möchte, sind wir beim EMTV auf den eigenen Nachwuchs angewiesen. Wenn wir alle Kräfte nur im Damen- oder Herrenbereich bündeln würden, könnte man sicher ein Regionalligateam längerfristig etablieren. Wir möchten beim Eckernförder MTV aber weiterhin sowohl in der weiblichen als auch in der männlichen Jugendarbeit aktiv bleiben, was in Schleswig-Holstein nur noch beim VC Neumünster vorzufinden ist. Wenn die Jugendlichen dann in einem Regionalligateam in Kiel spielen dürfen, freue ich mich darüber, vorausgesetzt die Art und Weise des Wechsel verläuft fair.“

Wem trauen Sie denn neben Momme Wittmüss zu, künftig einmal für einen Regionalligisten oder sogar noch höher aufzulaufen?

Maaß: „Sowohl bei den Herren, als auch bei den Damen sind einige Spielerinnen, die kurz- oder mittelfristig Regionalliganiveau erreichen werden. Aktuell wäre es für Marius Kreische und Sebastian Pilz sicher kein Problem in einer Regionalligamannschaft Fuß zu fassen.“

Gibt es in dieser Saison für die Frauen und die Männer ein anderes Ziel als den Klassenerhalt?

Maaß: „Da muss ich auch unterscheiden: Bei den Damen heißt das Saisonziel eindeutig Klassenerhalt, was keine leichte Aufgabe sein wird. Die Herren haben nach dem guten Auftakt dagegen schon den Anspruch, sich frühzeitig von den Abstiegsrängen zu distanzieren und dem einen oder anderen Topteam Punkte abzunehmen.“

Kommen wir zum Abschluss zu Ihrem ehemaligen Mitspieler Sebastian Fuchs. Wie überrascht waren Sie nach der Bekanntgabe des Zusammenspiels mit Olympiasieger Julius Brink? Und was trauen Sie den beiden nach dem missglückten Start bisher noch zu?

Maaß: „Die Paarung Fuchs/Brink war grundsätzlich schon direkt nach den Olympischen Spielen angedacht, allerdings wohl erst für 2014. Durch die Verletzung von Jonas Reckermann fanden die beiden nun schneller zusammen, als geplant. Da aber nach fast jeder Beachsaison neu gemischt wird und man nicht weiß, wann Brink wieder verletzungsfrei ist, muss man mal abwarten, ob es in der nächsten Saison nicht vielleicht noch ganz andere Konstellationen geben wird. Ich drücke Sebastian jedenfalls ganz fest die Daumen, dass er den Weg nach Rio findet.“

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