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Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 06:28 Uhr

natürlich : Wasserbüffel pflegen die Natur

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Büffel sorgen durch das Grasen für vielfältiges Pflanzenwachstum und größeren Nährstoffreichtum.

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2016 | 06:22 Uhr

Altenhof | Leicht grimmig, doch ohne großes Interesse, scheint es, schauen die Wasserbüffel zu den Besuchern herüber. Einige kümmern sich überhaupt nicht um die Gäste auf ihrer Wiese und kauen unbekümmert weiter träge am Gras. Nur Leitkuh Julia mustert mit einem gewissen Misstrauen die drei Menschen, und nach einigen Augenblicken führt sie ihre kleine Herde ein Stück weg von den Eindringlingen, hinein in den nahe gelegenen Wassertümpel.

Seit vergangenem Jahr grast die zurzeit elfköpfige Büffel-Gruppe von Björn Ortmanns auf der Grünfläche an der B76, kurz vor Eckernförde. Dem Bio-Landwirt liefern sie Fleisch und gleichzeitig pflegen sie die Naturlandschaft. „Wasserbüffel kennt man eher aus Asien“, sagt Ortmanns. In Europa gibt es seit etwa 300  000 Jahren keine wild lebenden Exemplare mehr. Seine Büffel kommen aus einem Bestand in Niedersachsen.

Verpächter der Fläche ist der Wasser- und Bodenverband am Noor. Verbandsvorsteher Marcus Lange erklärt: „Unser Ziel war es, die Verbuschung des Geländes zu verhindern.“ Einer EU-Richtlinie folgend, soll die Qualität der Gewässer überall im Land verbessert werden. „Ließe man dieses Gelände unberührt, würde nichts als Schilf und Binsen darauf wachsen.“ Die Büffel fressen die monotone Vegetation ab, sorgen so für ein vielfältigeres Pflanzenwachstum und in der Folge für einen größeren Nährstoffreichtum. Von diesem profitiert der Jordanbach, der durch das Gelände fließt.

Landwirt Ortmanns ist selbst überrascht, wie effektiv die Tiere das Grün herunter fressen. Das feuchte Gelände ist genau nach ihrem Geschmack. Anders als herkömmliche Rinder, versinken sie mit ihren breiten Klauen nicht so leicht in dem nassen, weichen Boden – und schonen ihn zugleich. Auch besitzen sie eine natürliche Resistenz gegen Leberegel, die in Feuchtgebieten wie diesem verbreitet sind. „In einigen vergleichbaren Schutzgebieten gibt es Probleme mit anderen Rinderrassen, die regelmäßig entwurmt werden müssen“, erklärt Ortmanns. Über den Kot gelangen Rückstände der Mittel in den Boden, was der Käferfauna schadet. Und das wiederum sei nicht im Sinne des Naturschutzes, so Ortmanns. Ende Oktober kommen die Wasserbüffel für den Winter bis zum nächsten Mai wieder in den Stall. Dann wird es selbst den Wasserbüffeln zu nass auf der Wiese.

Im vergangenen Jahr wurde das erste Tier geschlachtet. „Das Fleisch ist kräftiger im Geschmack und auch ein bisschen zarter als anderes Rinderfleisch“, sagt Ortmanns. Und cholesterinärmer sei es auch.

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