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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 23:52 Uhr

Waschewski will wieder Spaß haben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fußball-Verbandsliga Nord-Ost: EZ-Interview mit dem neuen Außenbahnspieler des Gettorfer SC, der vom SH-Ligisten Kilia Kiel kam

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2016 | 05:14 Uhr

In der vergangenen Woche haben die Verbandsliga-Fußballer des Gettorfer SC einen weiteren Neuzugang präsentieren können. Vom klassenhöheren SH-Ligisten FC Kilia Kiel wurde Thies Waschewski als Vertragsamateur unter Vertrag genommen. Der 25-Jährige Außenbahnspieler hatte am vergangenen Wochenende auch schon seinen ersten Einsatz. Im Heimspiel gegen den Büdelsdorfer TSV setzte es dabei eine 2:4-Niederlage. Für den Rest der Saison versprechen sich die Gettorfer jedoch einen großen Gewinn von dem Tempodribbler. EZ-Redakteur Torsten Peters hat sich mit ihm unterhalten.

Der Einstieg ging schief. Wie ist dennoch der erster Eindruck von Ihrem neuen Verein, den Mitspielern sowie dem Trainerteam?

Der erste Eindruck war rundherum positiv. Entgegen kam mir, dass ich mehrere Spieler wie Lars Empen, Boy Bröckler, Tim Marten Wick und Yannick Wolf, mit dem ich auch gut befreundet bin, schon kannte, weil ich früher im Stützpunkt oder bei Holstein Kiel mit ihnen zusammen gespielt habe.

Wie kam es zu Ihrem Wechsel vom FC Kilia Kiel zum Gettorfer SC?

Eigentlich wollte ich ja bei Kilia bleiben. Aber die große Unruhe dort im Verein hat mir dann schließlich doch die Freude am Fußball genommen. Und dieser ist mir sehr wichtig.

Und warum sind Sie dann nicht schon am Saisonbeginn gewechselt?

Der Grund war, dass ich bei Kilia viele Freunde hatte, die ich nicht im Stich lassen wollte. Aber am Ende ging es einfach nicht anders.

Welche Rolle hat ihr Freund Yannick Wolf bei dem Wechsel gespielt?

Yannick hat eine sehr große Rolle gespielt. Er hat mich in der Vergangenheit immer wieder gefragt, ob ich nicht wechseln wolle. Und jetzt war einfach der richtige Zeitpunkt.

Wie lange kennen Sie sich denn schon?

Ich kenne „Wölfi“ schon seit acht, neun Jahren. Und der Kontakt ist nie abgerissen.

Während Yannick sehr impulsiv und redselig ist, gelten Sie hingegen als eher ruhig. Täuscht der erste Eindruck, oder ist das ihr Naturell?

Das stimmt schon, dass ich vom Naturell her eher ruhig bin. Das trifft vor allem auf die erste Zeit zu, in der ich mir alles erst einmal genau anschaue. Später legt sich das aber mit der Zeit.

Haben Sie die Gettorfer vor Ihrem Wechsel denn einmal live gesehen?

Ja, das ist aber schon etwas her. Da war Tim Rogge noch der Trainer.

Wie verlief das erste Gespräch mit GSC-Coach Christian Schössler? Welche Aufgaben sollen Sie erfüllen?

Ein ausführliches Gespräch hat es bisher noch gar nicht gegeben. Er wusste aber um meine Situation bei Kilia und sieht mich als Führungsspieler.

Sie können auf beiden Außenbahnen spielen. Haben Sie denn eine Lieblingsposition?

Meine Lieblingsposition ist auf der linken Seite. In Gettorf sind aber auch Wechsel vorgesehen. Das passt schon.

Kommt Ihnen die Gettorfer Spielweise entgegen?

Im Spiel gegen den Büdelsdorder TSV war irgendwie der Wurm drin. Das lief noch nicht so, wie wir uns alle das gewünscht haben. Von daher kann ich dazu noch nicht wirklich etwas sagen.

Wie gut kennen Sie die Verbandsliga Nord-Ost nachdem Sie zuvor höherklassig aktiv waren?

Natürlich kenne ich viele Mannschaften. Da ich aus dem Rendsburger Raum komme, sind mir auch einige RTSV-Spieler gut bekannt. Ansonsten werde ich die übrigen Teams in dieser Saison ja kennenlernen.

Sie haben in den vergangenen Jahren häufig den Verein gewechselt. Was waren die Gründe?

Das war oft beruflich bedingt, da ich Zivilangestellter bei der Bundeswehr bin. In Kropp hat es leider mit dem Vorstand nicht so hingehauen, wie ich mir das gewünscht hatte. Zu Meldorf bin ich dann gewechselt, da dort mit Ian Prescott Clauss ebenfalls ein guter Freund gespielt hat.

Ist der Gettorfer SC ebenfalls nur als Durchgangsstation gedacht oder können Sie sich vorstellen, längerfristig dort etwas mit aufzubauen zu helfen?

Das kann ich mir durchaus vorstellen. So wie es auf den ersten Blick aussieht, herrscht in dem Verein ja Ruhe. Außerdem stimmen die anderen   Rahmenbe-

ding-

ungen. Da ist mittelfristig ja vielleicht auch einmal der Aufstieg drin.

Die Mannschaft hat sich die Qualifikation für die neue Landesliga als Ziel gesetzt. Wie lauten Ihre persönlichen Ziele?

Ich würde

mir wünschen, dass wir am Saisonende einen Platz unter den ersten Vier erreichen.

Sie waren als Jugendlicher beim Bundesliga-„Dino“ Hamburger SV. Wie konkret waren Ihre Pläne hinsichtlich einer Profi-Laufbahn, und was waren die Gründe, warum es dann doch nicht geklappt hat?

Natürlich gab es den Traum, mit dem, was man am liebsten tut, auch einmal Geld verdienen zu können. Mit 14 Jahren habe ich dann den großen Schritt gewagt und zwei Jahre im HSV-Jugendinternat gewohnt. Das war schon eine große Umstellung. Mein Pech war damals, dass der 90er-Jahrgang des HSV sehr stark war und auch Regionalliga-Meister geworden ist. Daraufhin hat man mir mitgeteilt, dass meine Einsatzchancen, auch aufgrund meiner kleinen, eher schmächtigen Figur, wohl gering sein würden. Da ich aber großen Spaß am Fußballspielen hatte und habe, sprach ich daraufhin mit Thorsten Gutzeit von Holstein Kiel und ging wieder zurück zu den „Störchen“. Das war im Nachhinein ein wirklich guter Schritt.

Welchen Stellenwert hat der Fußball für Sie?Gibt es noch Zeit für andere Hobbies?

Da der Fußball für mich an erster Stelle steht, gibt es für andere Hobbies nicht wirklich Zeit.

Was fasziniert Sie denn so an der Sportart?

In erster Linie das Gewinnen. Aber auch die Gemeinschaft ist enorm wichtig für mich. Besonders positiv ist mir dabei der Zusammenhalt bei TuRa Meldorf in Erinnerung geblieben, mit dessen Hilfe wir in letzter Minute noch den Abstieg aus der SH-Liga abwenden konnten.

Fußballer sind häufig abergläubisch. Welchen Spleen haben Sie?

Ich kann es nicht haben, wenn ich entweder zwei linke oder zwei rechte Stutzen habe. Der linke Stutzen gehört an das linke Bein und der rechte Stutzen an das rechte Bein.

Wem drücken Sie eigentlich in der Bundesliga die Daumen? Hat der HSV es bei Ihnen verscherzt?

Ein HSV-Fan war ich eigentlich schon damals nicht. Mein Verein ist – neben dem Gettorfer SC – der FC Bayern München.


Zur Person

Thies Waschewski (25) begann seine Laufbahn beim TuS Rotenhof. Nach der Zwischenstation Holstein Kiel wechselte er zum Hamburger SV, ehe es 2008 aus dessen U17 zurück zu den „Störchen“ ging, für die er in der A-Jugend und der zweiten Mannschaft in der SH-Liga spielte.Über den TSV Kropp, TuRa Meldorf und den FC Kilia Kiel ging es in der vergangenen Woche – auch wegen seines Freundes Yannick Wolf – schließlich zum Verbandsligisten Gettorfer SC.

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