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Eckernförder Zeitung

17. August 2017 | 13:39 Uhr

Was tun, wenn’s drängt?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Am 28. Oktober 2013 hatte ich morgens einen Termin zum Reifenwechsel. Auf dem Rückweg nach Hause fiel mir die Eröffnung des neuen Textilgeschäfts in der Kieler Straße ein. Es war 9.30 Uhr und ein Parkplatz war schnell gefunden. Für meine Reha ab Ende Dezember 2013 brauchte ich dringend einige Leggings, und das neue Gebäude wollte ich mir auch gerne ansehen.

Die Artikel waren schnell gefunden. Mittlerweile war es 10.30 Uhr. An der Kasse hatte sich schon eine lange Schlange gebildet, und ich stellte mich hinten an. Plötzlich verspürte ich Druck, ich musste mal dringend wohin. Nein, eine Kundentoilette gebe es nicht, sagte die Kassiererin auf meine Frage. Fassungslos starrte ich die Dame an, nun war es brandeilig. Ich ließ die ausgewählten Leggings zurück, eilte zum stadtbekannten Schlachter und bestellte mir eine Currywurst und ein Wasser und lief zum mir bekannten Örtchen. Es war höchste Zeit. Danach holte ich die Leggings ab.

In Hamburg haben alle mir bekannten mehrstöckigen Bekleidungshäuser Kundentoiletten, zum Teil sogar mit Wickel-Stillraum. In allen Städten, wo ich Garderobe gekauft habe, gab es immer eine Kundentoilette. Einmal allerdings in den USA bin ich an einer Kundentoilette in der Rodeo Drive Shopping Mall mehrmals vorbei gelaufen, weil der Hinweis „Powder Room“ für mich noch kein Begriff war. Später im exklusiven Beverly Wilshire Hotel das gleiche: „Powder Room“ stand an der mondäne Toilette. Man lernt nie aus!

Bisher bin ich gut ohne öffentliche Toiletten ausgekommen, aber so eine Peinlichkeit wie am 28. Oktober soll mir nicht wieder passieren. Inzwischen ist mir bekannt, dass Kundentoiletten zwar kundenfreundlich, aber kein Muss sind, auch nicht in dem schönen, modernen zweistöckige Gebäude „mit der einzigen Rolltreppe in Eckernförde“.

Manchmal ist das Leben schön beschwerlich.


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von
erstellt am 07.Jan.2014 | 00:33 Uhr

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