Eckernförde : Was passiert mit dem gelben Haus?

Die Kreuzung Rendsburger Straße/Domstag ist vom Verfall des Hauses Nummer 105-107 geprägt.
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Die Kreuzung Rendsburger Straße/Domstag ist vom Verfall des Hauses Nummer 105-107 geprägt.

Beschmierte Wände, abgerissene Kabel, keine Mieter: Das Mehrfamilienhaus an der Rendsburger Straße 105-107 in Eckernförde lässt die Gegend allmählich zum Schandfleck werden.

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27. September 2012, 12:17 Uhr

Eckernförde | Das gelbe Haus steht seit Monaten leer, an der Front zur Straße sind Kabel abgerissen und die Wände sind beschmiert. An der Südseite wachsen Sträucher aus kaputten Stellen in der Eternitplatten-Fassade.
Um das Haus gibt es viele Gerüchte: Von Verkauf über Abriss bis zu Sanierung hat in der Gegend schon alles die Runde gemacht. Doch der Eigentümer aus Hamburg hält sich bedeckt. Was er vor hat, ist nicht bekannt. "Ich hoffe, dass sich bald etwas tut", sagt Alexandra Rohlfs, die nebenan ihr Versicherungsbüro hat. Direkt daneben klaffen große Löcher in der Eternitverkleidung und gebrochene Fassadenplatten hängen herunter. Das sei kein schöner Anblick an einer der wichtigsten Einfallstraßen der Stadt, findet Alexandra Rohlfs. Abgesehen davon sorgten sich die Nachbarn allmählich, dass das Haus Ziel von Vandalismus werde.
"Schönheitsfragen werden nicht beurteilt"
Das ist für die Stadt jedoch noch kein Grund, tätig zu werden. Die Bauaufsicht schreite ein, wenn Gefahr im Verzug herrsche, und zwar für Leib und Leben, so Uwe Winkelmann aus dem Bauamt. "Schönheitsfragen werden nicht beurteilt", sagt er. Auch für die Südfassade bestehe laut Bauamtsleiter Roy Köppen kein Sanierungszwang - es sei zwar möglich, dass das Eternit asbesthaltig sei. Da es aber fest gebunden sei, stelle es nach seiner Kenntnis kein Problem dar, auch nicht in den beschädigten Platten.
Auch die Mehrfamilienhäuser hinter dem gelben Zeilenhausbau an der Rendsburger Straße stehen zum Teil bereits leer. Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass der Eigentümer zurzeit in Ruhe abwartet, bis alle Mieter die Gebäude verlassen haben, damit die Häuser aus den 1950er-Jahren abgerissen werden können. Sollte es so kommen, können laut Roy Köppen an der Stelle wieder Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Die Planung müsse allerdings immer mit Rücksicht auf die Wohnsiedlung dahinter erfolgen. Dort gibt es Reihen- und Einfamilienhäuser. Alle Überlegungen seien aber spekulativ, schließlich sei noch keine Absicht bekannt, was an der Rendsburger Straße, Ecke Domstag geplant sei.

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