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Eckernförder Zeitung

19. November 2017 | 22:52 Uhr

Vortrag : Was kommt nach dem Tod?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Prof. Sabine Bober der Christian-Albrechts-Universität hielt am Freitag den Vortrag „Tod, den gibt es nicht“. Der Andrang war groß – im Familien Zentrum Borby war jeder Stuhl besetzt.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 06:31 Uhr

Eckernförde | Sabine Bobert, Theologie-Professorin an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, kam am Freitag nach Eckernförde und hielt dort im Familien Zentrum einen Vortrag zu dem Thema „Tod, den gibt es nicht.“

Christina Pohlmann vom Verein „Selbstbestimmtes Leben im Alter“ begrüßte die Besucher. Es waren so viele, dass schon weit vor Beginn keine Plätze mehr zu bekommen waren, und man sich mit zusätzlich herbei geschafften Sitzgelegenheiten behalf.

Das Thema des Abends war sicher der Magnet. Jedem steht das Sterben bevor, und je weiter man bereits im Leben fortgeschritten ist, umso mehr drängen sich folgerichtig Fragen nach Tod und einem eventuellen Danach auf. Was erwartet den Menschen nach dem Sterben? Ist es das große Nichts? Ist es der Schaum der Wellen, der vergeht und dennoch als Teil des Meerwassers weiter besteht? Oder sind christliche Vorstellungen von ewigem Leben, von Himmel und Hölle relevant?
Nach dem Vortrag der Professorin sollte es Zeit geben für Fragen und Gespräche, zudem war ein Büchertisch aufgebaut. Mit der technischen Ausrüstung des Offenen Kanals wurde der Abend akustisch aufgenommen und konnte im Anschluss als CD bestellt werden.

Zunächst stellte sich Professorin Sabine Bobert vor, barfuß in Jeans und bunter Bluse. 1964 in Ostberlin geboren, lehrt sie seit 2001 an der Uni Kiel Praktische Theologie, Seelsorge, Spiritualität und Mystik. Als Frau war sie in Kiel die erste Theologie-Professorin. Inzwischen seien dort allerdings auch andere Frauen zu finden: „Frauen sind auf dem Vormarsch“. Dann berichtete sie von ihren zwei „Lieblingsmönchen“, die im Kloster auf Athos lebten, 1991 und 1994 starben, „erleuchtete Mönche im 20. Jahrhundert“ waren. Diese zwei Mystiker waren überzeugt davon, dass jeder Mensch mehr als sein physischer Körper, seine Seele, seine Gedanken und Gefühle sei, in jedem sei etwas, das könne nicht sterben. Bis sich das Bewusstsein vom Körper trenne, sei es auf dem Erfahrungsweg schon weit fortgeschritten, erlange im Sterben eine große Klarheit. Zur großen Freude von Sabine Bobert seien Wissenschaftler dabei, den Tod und die Frage nach einem Weiterleben in anderer Konsistenz zu erforschen. „Wir sterben und verschwinden nicht, wir wechseln nur die Frequenz“, so Sabine Bobert. Auf wie vielen Ebenen lebe der Mensch?
Und Himmel oder Hölle? Beides nur im Hier und Jetzt. Für viele stelle sich im Sterben schon ein Kontakt mit zuvor Gestorbenen ein. Das vieldimensionale Menschsein erfahre im Sterben ein raum- und zeitloses, klares Licht – oft bestätigt durch Nahtoderfahrungen.

Die Zuhörer hörten von Todesvorahnung, von intensiver Verbundenheit über weite Distanzen, vom Trost enger Beziehungen – und bekamen zwei Bücher an die Hand: Peter Fenwick „The Art of Dieing“ (Journey to elsewhere) und Raymond Moody „Zusammen im Licht“.


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