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Eichhörnchen : Warum in Eckernförde Nuss-Spenden gesucht werden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eichhörnchen-Schutzstation verzeichnet einen neuen Aufnahmerekord und ruft zur Spende von Hasel- und Walnüssen auf.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 06:21 Uhr

Eckernförde | Die Wappentiere der Stadt genießen in Eckernförde eine besonderen Status. Seit 2006 gibt es die Eichhörnchen-Schutzstation auf dem Gelände des Umwelt-Info-Zentrums. Hier können verwaiste Jungtiere zur Aufzucht oder verletzte Tiere zur Pflege abgegeben werden. In diesem Jahr verzeichnet die ehrenamtlich tätige Stationsleiterin Moni Rademacher einen neuen Rekord: 162 Tiere haben sie und ihr Team aufgenommen.

Für Moni Rademacher beginnt mit dem Frühling eine stressige Zeit: Die meisten der Jungtiere zieht sie groß: „In diesem Jahr waren das bis zu 30 Tiere verschiedenen Alters gleichzeitig.“ Sie müssen alle zwei bis vier Stunden gefüttert werden – auch nachts. Die Kleinsten von ihnen werden in einem Beutel um den Hals getragen, damit sie die Wärme und den Herzschlag ihrer „Mutter“ erleben können.

Im Alter von acht Wochen kommen sie in der Schutzstation in das 50 Quadratmeter große Auswilderungsgehege, in dem sie vom Menschen entwöhnt und freigelassen werden. „Aber nicht alle Eichhörnchen werden in Eckernförde ausgewildert“, erklärt Moni Rademacher, die zusammen mit Heiko Moltzen als ehrenamtlicher Kraft sowie zwei Ein-Euro-Jobbern von Pro Regio und einem Praktikanten die Station betreibt. „Einige werden auch über Stationen bei Kiel oder Hamburg ausgewildert. Schließlich werden hier auch Eichhörnchen aus anderen Teilen Deutschlands angeliefert.“

Die Eckernförder Station ist die größte des Landes, bundesweit steht einzig in München eine vergleichbare. Doch Führungen für Kindergärten, Schulklassen und Einzelgäste werden nur in Eckernförde angeboten. Im Mittelpunkt steht das große Außengehege, in dem bis zu zehn „Dauergäste“ leben – Tiere, die eine Behinderung haben und in freier Wildbahn nicht überleben könnten.

Wer die Eichhörnchen noch in voller Aktivität erleben möchte, sollte sich beeilen: Der Winter naht, die Tiere vergraben jetzt ihre Nüsse. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Besonders Nussspenden werden jetzt dringend benötigt. Moni Rademacher: „Wir sind dankbar, wenn uns jemand die Hasel- oder Walnüsse aus seinem Garten bringt.“ Gekaufte Nüsse nimmt die Station aber auch, ebenso Futtermais oder Sonnenblumenkerne und Schafwolle für die Eichhörnchen-Kobel. Und auch Geldspenden werden nicht abgelehnt. Die Eichhörnchen vergraben jetzt ihre Winterreserven. Sie halten nur Winterruhe, keinen -schlaf und brauchen deshalb Vorräte, die sie über den Winter bringen. Wer möchte, kann auch die Angebote der Station wahrnehmen: Futterkästen für den Winter, Aufkleber, Postkarten, Schlüsselanhänger, Handytaschen und demnächst auch wieder Kalender sind hier erhältlich.

Bei der Gelegenheit geht Moni Rademacher nochmal auf die dunklen Eichhörnchen ein, die manche Eckernförder in ihren Gärten beobachten: „Viele Menschen denken, dass es sich um Grauhörnchen aus Amerika handelt, die die heimischen Eichhörnchen verdrängen. Das ist nicht richtig. Es gibt keine Grauhörnchen in Schleswig-Holstein. Auch die europäischen Eichhörnchen können dunkel sein. Normalerweise gibt es sie mehr in Süddeutschland, aber langsam vermischen sich die Populationen. Es handelt sich also um einheimische Hörnchen.“

> Öffnungszeiten Eichhörnchen-Schutzstation: Di-So, 10 bis 16 Uhr, Anmeldung für Führungen: Tel. 04351/720255, Notfallnummer: 0173/9549042

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