zur Navigation springen

Rotary op Platt : Warum Englisch? Plattdeutsch ist cool

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Benefizveranstaltung „Rotary op Platt“ des Rotary Clubs Eckernförde-Dänischer Wohld begeistert auch in ihrer fünften Auflage wieder das Publikum / Höhepunkte war der Auftritt des Moderators und Entertainers Yared Dibaba

Witzig, spritzig, heimelig und für den guten Zweck – die rund 300 Gäste im fast ausverkauften Eivind-Berggrav-Zentrum in Altenholz erlebten auch bei der fünften Benefizveranstaltung Rotary op Platt auf Einladung des Rotaryclubs (RC) Eckernförde-Dänischer Wohld am Donnerstag wieder ein buntes Festival der plattdeutschen Vortragskunst. NDR-Moderator Andreas Schmidt leitete vergnügt durchs Programm. Alle Künstler traten ohne Gage auf. Der Erlös geht diesmal an die Kinder-Herz-Hilfe Schleswig-Holstein.

RC Präsident Bernd Hummert sprach kurz die regionalen und weltweiten Projekte an, in denen sich der Service-Club engagiert. Andreas Bertz, der Vorsitzende der schleswig-holsteinischen Kinder-Herz-Hilfe, verrät, dass auch er ein herzkrankes Kind hat. „Wir standen zunächst hilflos, ratlos und schockiert da“, sagte er. Im Verein hätten er und seine Frau viel Zuspruch erfahren. Nun sind sie inner- und außerklinisch aktiv, haben vor vier Jahren eine Kinderherzsportgruppe gegründet, unternehmen Ausflüge, planen Segelwochenenden und Themenabende. Da hilft jede Spende.

Dann der Auftritt von Yared Dibaba, Schauspieler, Moderator, Entertainer, Autor und Sänger. Die Leute jubelten, verrückt vor Glück, dass dieser Mann aus Äthiopien ausgerechnet Plattdeutsch spricht. „Plattdeutsch ist cool“, so seine Überzeugung. „Was brauchen wir Englisch.“ Er plauderte über die Art, wie Leute denken, über Knöllchenrabatte und Anstand in peinlichen Situationen. „Da muss ich extra aus Äthiopien herkommen und das erklären“, sagte er, lachte und musste sich auch schon wieder verabschieden. Über Ines Barber brauchte Andreas Schmidt gar nichts mehr zu erzählen. In Geschichten und Gedichten voll Charme und Anarchie sann sie über das Leben nach dem Tod, das Loslassen nach dem Auszug von Sohn und Tochter, die Kuh Berta und lebensgefährliche Provisorien.

Gerrit Hoss, studierter Musiker aus der Nähe von Hamburg, kam nur mit der Gitarre und ohne Firlefanz aus. In eigenen Liedern sang er zum Wohlfühlen schön von Nächten im Sommerregen. Helge Albrecht, Student der Volkskunde und Germanistik, der auch bei Poetry-Slams auf Plattdeutsch um die Wette dichtet, jonglierte halsbrecherisch mit Worten, Sätzen und Klängen. Immer im Rhythmus erzählte er vom Angeln, von seinem früheren Leben auf der Straße mit den Dirty Devils und von Buddel-Kuddel, der seine Fuddeln nicht von der Buddel lassen konnte. „Was für ein Kuddelmuddel. Das alles ist so passiert, natürlich!“

Und schließlich der vierfache Vater, Logopäde und Hörfunk-Journalist Jan Graf, der über Hochzeitsbräuche, Globalisierung und unendlich lange IBAN-Nummern sinnierte und dabei ermahnte, bei dem ganzen Wandel nicht die Heimat zu verlieren. „Wenn du ein Eckernförder Kennzeichen hast, kann dir auch die längste IBAN-Nummer nichts mehr anhaben.“ Als er und Gerrit Hoss „An de Eck steiht 'n Jung mit‘n Tüddelband“ anstimmen und Gerrit Hoss dann noch das Torfrock-Lied „Oh, Karola“ oben drauflegt, ist es um die Leute geschehen. Der Applaus wollte nicht mehr enden

„Das ist genau mein Ding“, erklärte Siegfried Brien aus Altenhof, der schön öfter dabei war. „Auch der Smalltalk von Yared Dibaba zu Anfang. Der hat eine ganz besondere Art.“ Ihr habe es super gefallen, sagte auch Gabriele Schmidt aus Eckernförde, bekannt für ihre Torten-Kreationen, und zum ersten Mal dabei. Angefangen von Yared Dibaba über Ines Barber, wie immer, und Jan Graf. Die anderen beiden kannte sie noch nicht. „Sie waren alle ganz hervorragend, jeder in seinem Metier“, lobt sie. „Und wenn man damit auch noch eine gute Sache unterstützen kann, dann bin ich wieder dabei. Auf jeden Fall.“

 


Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und wird in Teilen montags ab 21. 05 Uhr im NDR 1 Welle Nord Feierabendmagazin „Von Binnenland und Waterkant“ zu hören sein.






Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen