„Warum die Stadthalle nicht neu bauen und kinofähige Säle einbauen?“

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29. Juni 2018, 14:32 Uhr

Viele Eckernförder sagen, dass der Wohnraum knapp ist, weil sich Bauherren lieber für Ferienwohnungen entscheiden.

Die Stadt untersucht jetzt, wie viele Ferienwohnungen es in Eckernförde gibt und wo diese liegen. Dann schauen wir, wie sie verteilt sind und werden entscheiden, ob wir diese Nutzung von Wohnungen als Ferienwohnungen genehmigen.

Beim Kinoneubau gibt es eine neue Situation: Ein für den Bau zum Abriss benötigtes Gebäude auf dem Bahnhofsareal wurde unter Denkmalschutz gestellt. Auch hört man von neuen Vorstellungen eines Grundstückseigentümers bei den Verhandlungen. Welche Lösungen gibt es jetzt?

Es sollte geklärt werden, wie man auf dem Bahnhofsareal und Umgebung ohne diese Grundstücke auskommen kann. Es sind ja vier verschiedene Nutzungen gedacht: Kino, Supermarkt, Wohn- und Bürogebäude. Jetzt muss man schauen, ob man nicht vielleicht nur zwei dieser Nutzungen umsetzt.

Aber das Kino soll weiterhin auf diesem Areal entstehen?

Ja. Die Alternative wäre die Aufstockung des Sky-Marktes in der Reeperbahn.

Diese Lösung sieht Coop mittlerweile nicht mehr als optimal an. Sie wollen lieber ein Kino auf dem Bahnhofsareal.

Rix: Ich glaube, dieses enge Denken, dass das Kino in die Innenstadt soll, ist ein Problem. Warum zum Beispiel nicht auf den Sky-Markt am Kakabellenweg? Oder die Stadthalle neu bauen und kinofähige Säle einbauen?

Daniel Günther ist seit einem Jahr Ministerpräsident und hat in unserer Zeitung die Note 2+ erhalten. Welche Note geben Sie ihm, Frau Midyatli?

Serpil Midyatli: Die machen das nicht schlecht. Sie setzen allerdings auch alles fort, was wir angefangen haben. Interessant wird es, wenn sie anfangen, eigene Lösungen anzubieten oder ihre Versprechungen einzulösen. Einige wurden ja schon einkassiert, wie zum Beispiel die Aussage, dass die A 20 fertig gebaut wird. Es ist doch ein Unding: Jemand, der Oppositionsführer war und seit 2009 im Landtag sitzt, behauptet, nicht gewusst zu haben, dass es mit dem A-20-Ausbau schwierig sein könnte. Ähnliches geschieht bei den Straßenausbaubeiträgen: Die FDP hat versprochen, dass die Kosten übernommen werden, die CDU hat gesagt, dass die Beiträge abgeschafft werden. Jetzt kippen sie die Problematik den Bürgermeistern vor die Tür. Reiche Kommunen können Straßen auf eigene Faust ausbauen, ärmere müssen weiterhin ihre Bürger zur Kasse bitten. Das wird zu viel Unmut im Land führen. Thema Wind: Auch hier wurde jedem alles versprochen und das, obwohl die CDU vor der Landtagswahl wusste, dass sie ihre Versprechen nicht einhalten kann. Das ist ein Skandal.

Und Ihre Note für Daniel Günther?

Die Fortführung der Projekte, die von uns bereits in der Küstenkoalition erfolgreich gestartet wurden, ist gut. Im Gegensatz dazu sind die wenigen Ideen und Vorschläge, die bislang von der Regierung selbst kamen, aber äußerst unbefriedigend.

Rix: In dem Fach „Eigene Projekte“ würde ich der Union ins Zeugnis schreiben: „Nicht teilgenommen“.

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