zur Navigation springen

selbstgemachte Spende : Warme Ohren mit bunten Kopfbedeckungen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zehn Lehrerinnen der Jungmannschule spenden der Eckernförder Tafel 36 selbstgehäkelte Mützen. Diese verteilt Leiter Reinhard Schmidt an Kinder und Jugendliche, die sich keine Kopfbedeckung leisten können.

von
erstellt am 12.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Lange Mützen, Mützen mit Bommeln und Streifen: Innerhalb von drei Wochen haben zehn Lehrerinnen der Jungmannschule 36 der bunten Kopfbedeckungen in ihrer Freizeit gehäkelt. Diese haben sie gestern an Reinhard Schmidt, Leiter der Eckernförder Tafel, übergeben. Schmidt wird sie ab Donnerstag an Kinder verteilen, deren Eltern keine Mütze kaufen können.

Die Schule arbeitet schon seit mehreren Jahren mit der Tafel zusammen und spendet regelmäßig etwas. Einmal hätten die Lehrer zum Beispiel Weihnachtspäckchen verteilt, erzählt Schulleiterin Jutta Johannsen. Da sie jedoch im vergangenen Jahr noch nichts gemacht hätten, entstand im Januar die Idee, Mützen zu häkeln. An drei Mittagen gaben handarbeitserfahrene Lehrerinnen ihren Kolleginnen in einem kleinen Workshop Tipps und danach ging es an die Häkelnadel. Nach dem Unterricht und in den Wartezeiten während der Zeugniskonferenzen arbeiteten sie an den bunten Mützen. Eineinhalb Stunden dauert es, bis aus knapp drei Wollknäulen eine Kopfbedeckung ohne Bommel fertig ist, Anfänger brauchen etwas länger.

Reinhard Schmidt ist erfreut über die bunte Spende. „Die Lehrerinnen haben nicht nur ihre Zeit investiert, sondern auch das Material finanziert“, sagt er. Nun kann er es kaum erwarten, die hochwertig aussehenden Handarbeiten mit Emblem zu verteilen. In den 300 Eckernförder Bedarfsgemeinden der Tafel leben 200 Kinder im Alter von Null bis 17 Jahren. Viele von ihnen sieht Schmidt jedoch nicht, denn er ist nur mit den Eltern in Kontakt.

Die jungen Menschen definieren sich über die Mützen, denn jede ist ein Unikat, erzählt Deutsch- und Geschichtslehrerin Andrea Lenort. Außerdem seien sie ein persönliches Kleidungsstück. Die Kopfbedeckungen sind Teil einer Welle, die durch zwei junge Männer, Thomas Jaenisch und Felix Rohland, während eines Japan-Urlaubs ausgelöst wurde. Die beiden haben dort eine Häkel-Lehrerin kennen gelernt und seien so auf die Idee mit den Mützen gekommen, erklärt Lenort. Bald darauf gründeten sie ihr Label „MyBoshi“ und beschäftigten sogenannte Häkel-Omas, die sie bei der Handarbeit unterstützten. Dass diese Geschäftsidee erfolgreich ist, versteht sich von selbst.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen