Tierparkfreunde : Wann fühlt ein Tier sich wohl?

FÖJ-lerin Mayline Voigt (l.) und Dr. Silke Plagmann beim Training mit den Kängurus.
FÖJ-lerin Mayline Voigt (l.) und Dr. Silke Plagmann beim Training mit den Kängurus.

Training der Tierparkbewohner zu ihrem Wohl / Projekt für Nachwuchsforscher angelaufen / Gute Erfahrungen mit Freiwilligem Ökologischen Jahr

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20. November 2013, 06:22 Uhr

Von der Tagung der Gemeinschaft deutscher Zooförderer in Nürnberg brachten die Freunde des Tierparks Gettorf eine interessante Fragestellung mit in die Jahresversammlung am Montagabend. So soll es in Zukunft möglicherweise objektiv zu beurteilen sein, ob und wann sich Säugetiere wohlfühlen. Für den Fördervereinsvorsitzenden Wolfgang Böckeler ein elementarer Meilenstein auf einem Weg, den er zum Motto erhob: „Wir müssen die Vermenschlichung der Tiere zurückdrehen.“

Sehr viele Experten gibt es auf diesem Gebiet, die sich bislang aber mit definitiven Aussagen zurück halten. Laien lehnen sich da weiter aus dem Fenster, wenn sie beispielsweise das Schnurren einer Katze bewerten oder mit Staunen und Begeisterung antrainierten Sensationen in Zirkus, Zoo oder Delfinarium begegnen. Es wäre doch schön zu wissen, ob sich die Effekthascherei in unnatürlicher Umgebung mit dem Glücksgefühl der Tiere deckt.

Zu unterscheiden davon ist das notwendige regelmäßige Training mit den Tieren. Zoobiologin Dr. Silke Plagmann hebt den Zugang zu ihren Schützlingen hervor: „Veränderte Verhaltensweisen zeigen uns umgehend, dass irgendwo der Schuh drückt. So sind wir beispielsweise gesundheitlichen Problemen schnell auf der Spur.“ Böckeler und seine Mitstreiter stellen sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement diesem breiten Spannungsfeld zum Wohle der Bewohner und Zuschauer des Gettorfer Tierparks.

Für das eigene Wohlbefinden sorgte die traditionelle Tour de Wohld, auf der sich die Mitglieder eine Renaturierungsstrategie in einem Wald-Biotop erläutern ließen. Die Besichtigung der Dreifaltigkeitskirche in Krusendorf, ein Tagesausflug zum Rostocker Zoo mit Besuch des Darwineums sowie ein Seniorentag zum Thema Unsere Spinnen rundeten das Programm für die vornehmlich älteren Semester ab.

Die Jugendarbeit ist ein weiterer Schwerpunkt, der dem Förderern am Herzen liegt: Die Stelle für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) wurde nach den guten Erfahrungen in den vergangenen Jahren erneut besetzt: Mayline Voigt aus Sörup freut sich über die „Einblicke ins Arbeitsleben und die tolle Möglichkeit, sich für Umwelt und Natur engagieren“ zu dürfen. Eine besondere Herausforderung ihres Wirkens in Gettorf besteht in der Betreuung der neu gegründeten Junior-Forschergruppe. Bis zu zehn Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren werden an wissenschaftliche Themenstellungen zu zoologischen und biologischen Phänomenen herangeführt (wir berichteten).

Die Nachwuchsforscher treffen sich zweiwöchentlich mittwochs (nächstes Treffen heute um 15.30) im i-punkt-natureum, einem Förderverein-Projekt, das sich zum Zentrum der ehrenamtlichen Arbeit im Tierpark gemausert hat. Der Containerbau als Vortragsraum zur Verfügung und beheimatet das Forschercamp. Von März bis Oktober wurden von interessierten Kindern die Themen Mäuse, Flöhe und Zecken, Felle und Federn, Bienen, Knochen und Schädel sowie Käfer und ihre Larven unter die Lupe genommen. Für größere Kindergeburtstage stehen die Räumlichkeiten ebenfalls zur Verfügung.

Wer das Engagement der Zoofreunde unterstützen oder mitmachen möchte, darf sich melden bei: Förderverein Freunde des Tierparks Gettorf, Süderstraße 33, 24214 Gettorf, Telefon 04346/42 89 549.

> www.zoofreunde-gettorf.de




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