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Geschichte : Wampanoag-Indianer belebt Geschichtsunterricht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der 84-jährige Manitonquat ist Ältester des Assonet Stammes der Wampanoag Nation in Massachusetts. Gestern besichtige er die Grundschule in Owschlag und stellte sich den Fragen der Schüler

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2013 | 06:56 Uhr

Spannenden Geschichtsunterricht erwartete die Schüler der sechsten bis zehnten Klassen der Grund- und Regionalschule. In zwei Gruppen nahmen sie in einem großen Stuhlkreis Platz und lauschten einem ganz besonderen Gast. Auf Einladung der Lehrerin Anette Hostrup besuchte der Uramerikaner Manitonquat die Schule.

Der 84-Jährige ist Ältester und Bewahrer der Weisheiten des Assonet Stammes der Wampanoag Nation in Massachusetts, USA. Über vier Schulstunden nahm sich der Philosoph und begnadete Geschichtenerzähler Zeit, den Jugendlichen amerikanische Geschichte aus indianischer Sicht näherzubringen. Die Jüngeren zog er mit der Parabel vom gefährlichen Monsterfisch und den intelligenten Delfinen in seinen Bann. Trotz fortgeschrittenen Alters sprang er immer wieder von seinem Sessel auf, um das Verhalten der Tiere zu veranschaulichen.

Anette Hostrup gelang das Kunststück, die Übersetzung ins Deutsche ebenso interessant zu gestalten. Im Anschluss gab es die Möglichkeit, Fragen zu stellen. „Gibt es Indianer, die heute noch in Tipis wohnen?” oder „Welche Jagdtechniken verwendeten die Indianer früher?”, die Schüler nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren. Auf die Frage, was er in seiner Freizeit so mache, konnte Manitonquat aus dem Vollen schöpfen. Er schreibe Bücher (zehn Bücher sind bisher von ihm veröffentlicht), trainiere im Fitnessstudio, spiele Tennis und in einer Rockband Keyboard und Mundharmonika. Spontan setzte er sich für die Schüler ans Klavier und spielte zwei schwunghafte Stücke.

Seit Anfang der 50er Jahre ist Manitonquat schon viele Male in Deutschland und Europa gewesen. Gemeinsam mit seiner Frau Ellika, einer Schwedin, bietet er in zehn europäischen Ländern Sommercamps und Seminare an. Im Winter lebt er meist in New Hampshire, wobei er von dort aus ein ehrenamtliches Programm für indianische Gefangene in verschiedenen Bundesstaaten der USA leitet. Sein diesjähriger Winterbesuch in Deutschland ist hauptsächlich privater Natur, da sein Sohn hier lebt. Anette Hostrup, die freundschaftliche Kontakte zu dem Weltenbürger pflegt, freute sich, die Gelegenheit zu haben, ihn nach Owschlag einzuladen und für einige Tage seine Gastgeberin sein zu dürfen.

Gestern Abend besuchte Manitonquat die Globetrotter Lodge auf dem Aschberg und erzählte aus seinem Leben.

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