Walnussbäume zum Kreis-Geburtstag

<strong>Pflanzung vor dem Kreishaus:</strong>  Lutz Clefsen, Franz Isfort und Landrat Rolf-Oliver Schwemer (von links). Foto: lorenzen (2)
Pflanzung vor dem Kreishaus: Lutz Clefsen, Franz Isfort und Landrat Rolf-Oliver Schwemer (von links). Foto: lorenzen (2)

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07. April 2010, 06:21 Uhr

Rendsburg | In allen 165 Gemeinden und Städten des Kreises Rendsburg-Eckernförde sollen künftig Walnussbäume grünen. Dafür hat der Kreisverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gesorgt. Kürzlich übergab der Vorsitzende Franz Isfort etwa 70 Kommunalpolitikern aus allen Teilen des Kreises Walnussbäumchen, die in ihren Heimatgemeinden gepflanzt werden sollen. Anlass dazu bot das 40. jährige Bestehen der letzten Ämter-Neuordnung und der 40. "Geburtstag" des Kreises Rendsburg-Eckernförde, der allerdings erst am 26. April ansteht.

Kreispräsident Lutz Clefsen zeigte sich dankbar für die vielen Aktivitäten der Schutzgemeinschaft und erinnerte an "seelige Zeiten", als der neue Kreis Rendsburg-Eckernförde aus der Taufe gehoben wurde. Der Haushalt habe damals 75 Millionen Mark betragen, wovon zwölf Millionen Mark in die Gemeinden geflossen seien. Angesichts der finanziellen Schieflage in Stadt und Land sagte Clefsen: "Wir brauchen wieder solide Finanzen, damit uns nicht jedes Schlagloch gleich umbringt."

Als passenden Baum zur Wirtschaftskrise präsentierte SDW-Vorsitzender Isfort die Walnuss, die von den Römern nach Deutschland gebracht wurde. Die Früchte seien sehr nahrhaft - oder wie es sein Stellvertreter Hans-Peter Stamp in einer historisch-biologischen Betrachtung formulierte: "Ein halbes Schwein fällt vom Baum." Bis zur großen Ernte müsse aber noch ein halbes Jahrhundert vergehen, räumte Isfort ein - "ein Baum rettet die Gemeinde nicht."

In dem vom Kreis Rendsburg-Eckernförde 2000 herausgegebenen Band zum "Strukturwandel in einem schleswig-holsteinischen Landkreis" erinnert sich der damalige Landrat Geerd Bellmann: "Die Kreisgebietsreform trat am 26. April 1970 in Kraft. An diesem Tag fand auch die erste Wahl für den Kreistag des neuen Kreises statt, in dem nur die CDU mit 26, die SPD mit 23 Sitzen vertreten waren. Verständlicherweise versuchten die beiden neuen Partner aus den Kreisteilen Rendsburg und Eckernförde, ihre Belange weitest möglich zu wahren. Gleichwohl wurden die beiden höchsten Ämter im neuen Kreis - Kreispräsident und Landrat - mit den Amtsinhabern aus Rendsburg besetzt. Dabei war die Wahl des allseits bekannten und anerkannten Kreispräsidenten Struve nicht ernsthaft umstritten; die Wahl des Landrates war wesentlich schwieriger. In der zweiten Kreistagssitzung am 8. Juni 1970 erhielt bei einer Stimmenthaltung der Rendsburger Landrat Carl Jacobsen 25 Stimmen, sein Eckernförder Kollege Egon Freiherr von Gayl 23 Stimmen. Da auf Rendsburger Seite damals noch ,etwas Geld in der Kasse war, gelang es kurzfristig überall, die jeweils besten Förderrichtlinien für den neuen Kreis einzuführen. Davon hat zunächst der Kreisteil Eckernförde für den Schul-, Sportstätten- und den Straßenbau profitiert.

Auch Name und Wappen des neuen Kreises wurden heftig diskutiert. Im Vorfeld des Gebietsreformgesetzes wurden Bezeichnungen wie ,Mittelholstein, ,Schleswig-Holstein-Mitte oder ,Eiderland favorisiert. Da sich der neue Kreis sowohl aus Teilen Holsteins als auch Schleswigs zusammensetzt, wurde der Name ,Mittelholstein verworfen und statt dessen die Bezeichnung Kreis Rendsburg-Eckernförde festgelegt.

Parallel zur Kreisgebietsreform wurden mit Wirkung vom 1. April 1970 auch die Ämter neu geordnet. Die Mindesteinwohnerzahl wurde von 3000 auf 5000 angehoben, um qualifiziertere Mitarbeiter sinnvoll einsetzen zu können. Insgesamt verringerte sich die Zahl der Ämter im neuen Kreis von 35 auf 20. Zum 1. Januar 1979 reduzierte sich diese Zahl mit der Auflösung des Amtes Gettorf auf 19. Diese Reform ließ sich verständlicherweise nur sehr schwierig umsetzen, weil auch die Schleswig-Holsteiner gern an liebgewonnenen Einrichtungen und Institutionen festhalten."

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