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Eckernförder Zeitung

13. Dezember 2017 | 20:38 Uhr

Studenten im Wald : Wald im Klimastress

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Studenten der Universität Gent untersuchen den Brekendorfer Forst im Hinblick auf den Klimawandel

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2016 | 06:03 Uhr

Wie reagieren Wälder verschiedenen Alters auf den globalen Klimawandel? Dieser Frage geht seit einigen Jahren eine Gruppe von Studenten der Universität Gent in Belgien nach und untersucht in ganz Europa ausgewählte Flächen in alten und jüngeren Wäldern. Insgesamt bereisen die jungen Forscher 19 Regionen in zehn europäischen Ländern. Derzeit weilt die Gruppe in Schleswig Holstein und war gestern zu Gast im Brekendorf Forst.

„Wir wollen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Waldökosysteme untersuchen“, beschreibt Sybryn Maes die Ziele des Projektes namens „Pastforward“ (Vergangenheit und vorwärts). Bei ihren Untersuchungen werden sie begleitet von Prof. Dr. Werner Härdtle von der Universität Lüneburg. Er selbst hat vor 30 Jahren ähnliche Untersuchungen im Brekendorfer Forst vorgenommen und steht den jungen Wissenschaftlern beratend zur Seite. „Ich bin beeindruckt und hätte nicht erwartet, dass dieser Wald schon 120 Jahre alt ist“, so Härdtle über die Vielfalt im Gehege Brekendorf.

Überprüft werden soll, ob ein alter Wald anders in seiner Resistenz gegenüber Klimaveränderungen reagiert als ein jüngerer Wald, wie hier in Brekendorf. „Wir haben die Regionen nach Temperaturgradienten und Gradienten der Stickstoff-Deposition ausgesucht“, erläutert Sybryn Maes. Gradienten sind Veränderungen eines Parameters entlang einer räumlichen Linie. In einem Plot von 20 mal 20 Metern werden die Struktur des Waldes und die Bäume erfasst. Bei letzteren werden neben dem Brusthöhen-Durchmesser auch die Höhe, die Lichtdurchlässigkeit und der Kronenschluss dokumentiert. Wichtig sind ebenfalls entnommene Bohrringe, die später die Verteilung der Jahresringe präsentieren und so Perioden guter und schlechter Bedingungen für die Bäume darstellen. „Diese können wir mit Klimadaten vergleichen“, hofft Härdtle. Wenn möglich soll auch das Management des Waldes in die Bewertung einfließen. „Es wäre toll, wenn die Studenten Daten über die Nutzung bekommen können“, wendet sich Werner Härdtle an Revierförster Rainer Mertens.

In kleineren Arealen von zehn mal zehn Metern nimmt das Team die Krautschicht und die Strauchschicht des Waldes auf. Leen Depauw und Sybryn Maes widmen sich den abgestorbenen Blättern auf dem Waldboden, die ebenfalls untersucht werden. „Der Boden ist hier sehr sauer, deshalb dauert es länger, die Blätter in Humus umzuwandeln“, erläutern die Studentinnen.

Akribisch dokumentiert Haben Blondeel mit einer Schlaghülse Bodenproben, die analysiert werden sollen. Förster Mertens begleitet die Untersuchungen gespannt. „Wir sind auf die Wissenschaft angewiesen. Sie kann Daten liefern, damit wir schon heute die veränderten Klimabedingungen in unsere Planungen mit einbeziehen können“, freut sich Mertens auf die Ergebnisse, die 2019 vorliegen sollen. Er möchte die Forscher so gut es geht unterstützen.

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