„Wal-Tag“: Kreative Energien gefragt

„Wal-Art“ zum „Wal-Tag: (v. l.) Gernot Gännsle, Dr. Andreas Pfander, Katharina Mahrt, Dr. Dorothe Bieske, Hannah Sliwka und Rüdiger Ziegler. Am Strand soll der 12 Meter lange Wal (siehe Zeichnung von Johan Leihamer aus dem Jahr 1766) aus Sand und Seegras geformt werden.
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„Wal-Art“ zum „Wal-Tag: (v. l.) Gernot Gännsle, Dr. Andreas Pfander, Katharina Mahrt, Dr. Dorothe Bieske, Hannah Sliwka und Rüdiger Ziegler. Am Strand soll der 12 Meter lange Wal (siehe Zeichnung von Johan Leihamer aus dem Jahr 1766) aus Sand und Seegras geformt werden.

OIC erinnert an den 1766 in Eckernförde getöteten Buckelwal / Am Strand sollen Bürger einen zwölf Meter großen „Seegras-Wal“ formen

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09. August 2018, 06:00 Uhr

Die riesigen Meeressäuger haben die Menschen schon immer fasziniert. Das Ostsee Info-Center (OIC) an der Hafenspitze greift das Phänomen „Wal“ nun erneut in einer dritten Veranstaltungsreihe auf. Und zwar nicht aus populistischen Gründen, sondern weil dem historische Begebenheiten zugrunde liegen: Am 17. August 1766 haben Eckernförder Fischer einen im Hafen verirrten, zwölf Meter langen Buckelwal in einer Hetzjad getötet. An dieses dramatische Ereignis vor 252 Jahren soll die vor zwei Jahren gestartete „Wal“-Reihe erinnern und kreative Energien bei den Bürgern freisetzen.


Land-Art: Seegras-Wal

Und zwar exakt am 17. August. An diesem Freitag werden den Aktiven und Zuschauern mehrere Veranstaltungen angeboten. Los geht’s um 10 Uhr vor dem OIC. Am Strand direkt neben der Leinwand des um 21 Uhr startenden Green Screen-Strandkinos sollen so viele Menschen wie möglich den zwölf Meter langen Buckelwal nach der Vorlage des 1766 von Johan Leihamer gezeichneten Originals aus Strandsand und Seegras gestalten. „Ein offenes Experiment, auf das wir uns sehr freuen“, sagt OIC-Leiterin Hannah Sliwka. Neben Kreativität ist vor allem eine große Gemeinschaftsleistung vonnöten, um aus dem zweidimensionalen Leihamer-Porträt eine dreidimensionale Skulptur zu formen. Der besseren Orientierung wegen wird das im vergangenen Jahr von vielen Menschen gemalte Wal-Porträt in Originalgröße als Vorlage am OIC aufgehängt. „Es soll etwas Großes entstehen“, so OIC-Mitarbeiter Gernot Gännsle über die maritime „Land-Art“-Kunst. Schaufel und Gießkannen können mitgebracht werden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, so dass auch den Wal begleitende Schweinswale oder Meerjungfrauen aus Sand und Seegras geformt werden könnten.

Geschichten und Winkis

Auch im Museum gibt es an diesem Tag eine Mitmach-Aktion zum „Eckernförder Wal-Tag“. Von 14.30 bis 16 Uhr wird Stadtführerin Christel Fries geheimnisvolle Wal-Geschichten erzählen und mit den Kindern zwischen 6 und 10 Jahren „Wal-Winkis“ basteln – kleine Fähnchen zum Winken mit der auszumalenden Silhouette des Leihamerschen Buckelwals. Es wird eine Kostenpauschale von 3 Euro erhoben, Anmeldungen nimmt Christel Fries unter Tel. 04358/989073 oder per mail c-fr@gmx.de entgegen.

Walfang-Vortrag

Auch die Alte Fischräucherei in der Gudewerdtstraße beteiligt sich am „Wal-Tag“. Um 17 Uhr wird dort der gebürtige Eckernförder und pensionierte, international renommierte Biologe und Walfang-Experte Dr. Hermann Kock einen Vortrag zum Thema „Walfang von den Anfängen bis in die Neuzeit“ halten. Die Besucher werden um eine kleine Spende für den weiteren Ausbau des Räuchereimuseums gebeten.

Phänomen Wal-Strandung

Ein weiterer Aspekt wird dann kurz vor Beginn des Strandkinos im OIC beleuchtet. „Das Rätsel der Walstrandungen“ lautet der Vortrag, den Jan-Helge Lakemeyer vom Institut für Terristrische und Aquatische Wildtierforschung aus Hannover und Büsum um 19 Uhr halten wird. Thema sind die spektakulären Strandungen von 31 Pottwalen am 6. Februar 2016 an der Nordseeküste, Schwerpunkt Nordfriesland, die noch nicht aufgeklärt sind. Nach Auskunft des Kappelner Wal-Experten Dr. Andreas Pfander sollen es zwei Gruppen aus dem Nordatlantik und von den Kanarischen Inseln gewesen sein. Pfander selbst wird zu Beginn kurz in die Thematik der Walstrandungen von 1261 bis 2016 einführen.
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