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Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 10:17 Uhr

Wahlen : Wahlhelfer: Ein erzwingbares Ehrenamt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Gemeinden suchen dringend Wahlhelfer für die Landtags- und Bundestagswahl

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2017 | 06:14 Uhr

Dänischenhagen | In diesem Jahr stehen die Landtagswahl (7. Mai) und die Bundestagswahl (24. September) auf dem Programm der Gemeinde. „Das bedeutet, dass wir wieder Wahlhelfer für unsere Lokale benötigen“, sagt Ina Tietje, Sachbearbeiterin im Ordnungsamt. Für die sechs Lokale werden jeweils mindestens zehn ehrenamtliche Wahlhelfer gesucht. „Noch besser wären jeweils zwei in Reserve“, betont Tietje. Trotzdem sind bisher nur knapp die Hälfte der Stellen besetzt und auch in den anderen Gemeinden sei das Bild ein Ähnliches.

Lobend hob Tietje das Engagement der Schüler in Noer hervor. „Da haben sich so viele gemeldet, wie noch nie“. Den Schülern werden dann trotzdem „ein, zwei alte Hasen“ zur Seite gestellt. Auch eine Schulung werden sie im April noch erhalten, damit sie genau wissen, was von ihnen verlangt wird. Zudem muss kein einziger Wahlhelfer den ganzen Tag in seinem Lokal ausharren. Geplant ist eine Vormittags- und eine Nachmittagsschicht, um die Belastung zu verteilen. Nur abends müssten alle nocheinmal kommen, um die Zettel auszuzählen. „Das ist ein erhebendes Gefühl, zu wissen, dass man direkt an dem Ergebnis beteiligt war“, sagt Tietje. Zudem werden die Wahlhelfer mit Brötchen, Kuchen und Getränken versorgt und bekommen eine Aufwandsentschädigung.

In den letzten Jahren lag diese bei 30 Euro pro Person. „Das wird dieses Jahr allerdings deutlich angehoben“, sagt Tietje, die bis zu 50 Euro pro Kopf vermutet. Interessierte müssen bei der Landtagswahl mindestens 16 Jahre alt sein. „Weitere Voraussetzungen gibt es nicht“, betont Tietje. Zu den Aufgaben der Wahlhelfer gehöre es, den Wähler auf einer Liste abzuhaken und einigen Bürgern müsse aktiv geholfen werden. Dabei gelte absolute Verschwiegenheit. Die Kernaufgabe sei es jedoch, die abgegebenen Stimmen zu zählen und dem Amt zu melden. Ina Tietje und ihre Kollegin Nicole Pickel sind an den Wahltagen für die Wahlhelfer erreichbar, sollte es dringende Fragen geben.

Zwar ist es ein Ehrenamt Wahlhelfer zu sein, doch die Gemeinde könne Bürger zu diesem Amt auch verpflichten, wenn es zu wenig Freiwillige gebe. Dazu sei es zwar noch nie gekommen, aber die Möglichkeit halte sich die Gemeinde dennoch offen. „Wenn der Bürger, den wir anrufen einen triftigen Grund vorweisen kann, lassen wir mit uns reden“, sagt Tietje. Dennoch ist schon das Ablehnen der Verpflichtung an sich eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann mit bis zu 500 Euro Bußgeld verbunden sein. „Für uns ist das die allerletzte Möglichkeit, die wir nur ungern nutzen wollen“, betont die Sachbearbeiterin. Sie appelliert an das Pflichtbewusstsein der Bürger in Dänischenhagen, Noer, Schwedeneck und Strande. Ein Aufruf, sich zu melden, erfolgt am Dienstag, 7. Februar, durch das Amtsblatt. In diesem ist der Meldevordruck enthalten, den die Bürger entspannt zu Hause ausfüllen und im Amt hinterlegen können. Auch auf der Homepage des Amtes ist der Vordruck zu finden. „Wir freuen uns wirklich über jeden, der sich freiwillig meldet“, sagt Tietje.

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