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Wahlforscher haben Wahlbezirk 6 fest im Blick

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 25.Mai.2014 | 12:07 Uhr

„Ladies first“ ist nach Knigge eine weit verbreitete und angewandte Höflichkeitsregel. Für die Wahlstatistiker spielt sie allerdings nur eine untergeordnete beziehungsweise gar keine Rolle. Im Wahlbezirk 6 im kleinen Foyer der Grund- und Gemeinschaftschule am Pferdemarkt waren die Stimmzettel für die Europawahl wahlstatistisch präpariert: Und den Männern wurden dabei die ersten sechs Buchstaben des Alphabets von A bis F zugeordnet, den Frauen die folgenden sieben Buchstaben von G bis M. Jeder Buchstabe gibt den Statistikern Auskunft über Geschlecht und Altersgruppe, davon gibt es sieben von unter 25 bis über 70 Jahre. Und so hieß es dann beispielsweise „A, Mann, geboren 1990 bis 1996“ oder „K, Frau, geboren 1955 bis 1969“. Aufgrund dieser statistischen Daten können das Statistische Landesamt Nord und die Wahlforscher Rückschlüsse auf das Wahlverhalten von Männern und Frauen in den entsprechenden Altersgruppen ziehen, die wiederum Grundlage für die Analyse von Wahlergebnissen und Wählerwanderungen sind. Ein hochkomplexes Verfahren, an dem am Wahlsonntag auch die Wähler im Eckernförder Wahlbezirk 6 teilgenommen haben.

Der Wahlbezirk unter der Leitung von Wahlvorsteher Jürgen Heycke ist vom Bundeswahlleiter Roderich Egeler in Abstimmung mit der Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler und dem Statistischen Landesamt als als „repräsentativer Wahlbezirk“ ausgewählt worden. Von diesen sogenannten Stichprobenwahlbezirken gibt es bundesweit knapp 2900, die nach dem Zufallsprinzip unter den etwa 90 000 Wahlbezirken für die Europawahl ausgewählt wurden. Mit der Teilnahme an der Wahl tragen die Wähler des Wahlbezirks 6 in Eckernförde mit dazu bei, dass deutschlandweit genaue Daten über die Wahlbeteiligung und die Stimmabgabe verschiedener Bevölkerungsgruppen erfasst werden können. Das Wahlgeheimnis bleibe selbstverständlich gewahrt und der Datenschutz gewährleistet, erklärte Wahlvorsteher Heycke.

Wahlhelfer Dietmar Woyth checkte kurz die jeweiligen Wahlscheine mit dem Wählerverzeichnis ab, sagte André Kock den jeweiligen Buchstaben an, der oben auf dem ellenlangen Stimmzettel eingetragen ist und der dann an die Wähler ausgehändigt wurde. Zwölf unterschiedlich gekennzeichnete Stimmzettel lagen bereit. Die Nachfragen der Wähler hielten sich bis 12.30 Uhr in Grenzen, sagte Wahlvorsteher Jürgen Heycke. Nur vereinzelt wurde kritisch nachgefragt, was Heycke aber generell begrüßt und dann auch aufklärend tätig wird. Ein Wähler, der auch beruflich mit Datenverarbeitung zu tun hat, sei der Meinung gewesen, dass man die Daten mit entsprechendem Aufwand durchaus zurückverfolgen und die Identität feststellen könne. Das wiederum sehen Bundes- und Landeswahlleiter anders. Der fünfköpfige Wahlvorstand im Bezirk 6 berichtete auch darüber, dass bis Sonntagmittag drei Wähler, die ihr Kreuz bei der Europawahl gemacht hatten, sich bewusst gegen die Stimmabgabe bei der Bürgermeisterwahl entschieden hatten, weil ihnen die Auswahl zwischen mehreren Kandidaten fehlen würde. Steffen Kluike hingegen gab beide Stimmen ab – eine für Europa, eine bei der Bürgermeisterwahl. Für den 33-Jährigen ist die Teilnahme an einer Wahl eine Selbstverständlichkeit. Er war sowohl über die Arbeit des Bürgermeisterkandidaten Jörg Sibbel wie auch über die der stärksten Fraktionen im EU-Parlament informiert.

Den Wahlhelfern um Jürgen Heycke machte ihr ehrenamtlicher Job viel Spaß. „Akribie, Zügigkeit und Freundlichkeit“, so der Wahlvorsteher, seien unerlässlich. Heycke hob die gute Mischung aus jungen und erfahrenen Wahlhelfern positiv hervor.

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