zur Navigation springen

Der Energiemix macht’s : Wärme durch Holz und Sonne statt Öl

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Erlengrund gGmbH bietet Besichtigungstermine für ihre kombinierte Holzpellet- und Solarthermieanlage an.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2015 | 06:16 Uhr

Eckernförde | Die Wärme fühlt sich gleich an, nur ihre Herstellung ist eine andere: Die Erlengrund gGmbH hat in dem Gebäude des ehemaligen Kreiskinderheimes hinter der Imland-Klinik eine Kombination aus Holzpellet- und Thermosolaranlage installiert. Geschäftsführer Robert Kühn bietet Interessierten jetzt Besichtigungstermine und Beratungshilfe bei der Überlegung über eine ähnliche Installation an.

Die Gesellschaft ist eine Tochter des Vereins zur Förderung der Waldorfpädagogik Eckernförde und dem Schulverein der Freien Waldorfschule Eckernförde. Sie hat das 3300 Quadratmeter große Gebäude vor drei Jahren gekauft und renoviert und vermietet einen Teil an den Waldorfkindergarten sowie an die soziale Einrichtung „Familienhorizonte“ mit einer Wohngruppe für Jugendliche. 1600 Quadratmeter werden genutzt, der Rest steht noch leer und soll eventuell einem Neubau weichen.

„Die alte Ölheizung musste raus“, sagt Robert Kühn. „Und da die Waldorf-Philosophie sehr auf die Zukunft der Kinder bedacht ist, haben wir uns gleich Gedanken über eine regenerative Energieversorgung gemacht.“ Das Ergebnis war die besagte Kombination aus einer Zentralheizung mit Holzpelletbrenner von 150 Kilowatt Leistung und einer 61 Quadratmeter umfassenden Solarthermie-Anlage. Sie liefert nicht nur Wärme für die Heizung, sondern auch Warmwasser. „Im Sommer können wir die Holzpelletheizung ganz ausschalten. Da genügt die Leistung der Solaranlage“, erklärt Robert Kühn. Im Herbst und Winter kehrt sich der Effekt um. „Da liefert die Pelletanlage die Wärme, die zu 5 bis 10 Prozent von der Solaranlage ergänzt wird.“ 10 Prozent würden einer Einsparung von etwa 35  000 Kilowattstunden und damit von 3500 Litern Heizöl pro Jahr entsprechen.

Das Gebäude hat laut Kühn einen Wärmebedarf von etwa 330  000 Kilowattstunden pro Jahr. „Das entsprach bei der vorhandenen Ölheizung etwa 34  000 Litern Heizöl. Im ersten Jahr der neuen Pellet-Zentralheizung haben wir genau 60 Tonnen Holzpellets verbraucht. Wir sparen dadurch 6000 Euro im Jahr.“ Pellets seien im Heizwertvergleich günstiger, zudem sei der Wirkungsgrad der Anlage größer als der der alten Ölheizung.

Die Solaranlage besteht aus drei kompletten Bausätzen mit drei 1500-Liter-Wasserspeichern, die mit der Pelletanlage kombiniert sind. „Noch sind wir dabei, den Betrieb der Anlage zu beobachten und Einstellungen zu verändern, um einen optimalen Betrieb zu erreichen.“

Kostenlos war die Anlage natürlich nicht. Rund 40  000 Euro hat allein die Pelletanlage gekostet, etwa 25  000 Euro die Solaranlage. Doch durch viele Spenden und Sponsoren wie zum Beispiel TWL Technologie GmbH aus Eckernförde, die allein 20  000 Euro beigesteuert hat, wurde der Erlengrund-Gesellschaft die Investition erleichtert. „Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat die neue Solaranlage gefördert“, erklärt Robert Kühn. Laut BAFA-Auskunft ist sie die größte Anlage ihrer Art im Kreis Rensburg-Eckernförde und die drittgrößte im Land Schleswig-Holstein.

Jetzt möchte Robert Kühn Interessierten die Möglichkeit geben, sich anhand dieser Anlage über diese Art der regenerativen Energie zu informieren. Deshalb hat er am Eingang des Kindergartens einen Schaukasten installiert, der die Anlage erklärt. In ihm werden die gerade eingespeiste Energie angezeigt und auch Ansprechpartner genannt. „Ich bin gern bereit, Interessierten Besichtigungstermine anzubieten“, sagt Robert Kühn. Auch könne er Verbindungen zu Unternehmen herstellen, die weitergehende Beratungen anbieten – natürlich auch für Einfamilienhäuser. Erreichbar ist er unter Tel. 0171/ 65  882  65 und unter r-kuehn@r-kuehn.de

>Das Gebäude im Erlengrund erreicht man über die Einfahrt zur Imland-Klinik, vorbei an der Imland-Seniorenanlage bis zum Ende der Straße.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen