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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 01:59 Uhr

Wachstum und Vertrauen in schwieriger Zeit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförder Bank legt Geschäftsbericht 2015 vor: 20 Millionen Euro Steigerung bei den Kundeneinlagen, Kreditvolumen steigt auf 266 Millionen Euro

Eckernförde | Niedrigzinsen, unruhige Börsen, verunsicherte Kunden, Investitionszurückhaltung in den Unternehmen – die wirtschaftliche Großwetterlage in Europa ist mehr als angespannt. Auch in Deutschland, wenn auch bei Weitem nicht so ausgeprägt wie in allen anderen EU-Ländern. Spürbar ist das bis in die Verästelungen von Regionalbanken, die allesamt unter den Folgen der seit Jahren von der EZB verordneten Geldflut und der überbordenden, kostenintensiven Regulatorik in der Europäischen Union leiden. Oder leiden müssten – denn die Eckernförder Bank leidet nicht wirklich. Ihr geht es wirtschaftlich gut, trotz der alles andere als förderlichen Rahmenbedingungen im Euro-Raum. Das liegt ganz wesentlich an der starken regionalen Verwurzelung der 1874 gegründeten Genossenschaftsbank, dem Wachstum und dem Vertrauen der Kunden in die solide Arbeit der Eckernförder Banker um die Vorstände Frank Nissen und Sönke Saß.

Gestern stellten sie in der Vertreterversammlung im Carls auf Carlshöhe ihre Geschäftszahlen 2015 vor. Die versetzten den Vorstand und die Vertreter zwar nicht in Euphorie, waren aber unter den gegebenen Umständen „ordentlich“ und „zufriedenstellend“, wie Sönke Saß gestern Abend „in der wichtigsten Veranstaltung unserer Bank“ vor den Vertretern in aller Bescheidenheit feststellte. Dieses „ordentliche“ Jahresergebnis ist gekennzeichnet von positiven Entwicklungen und Zuwächsen im operativen Geschäft. Sönke Saß sprach von einem „organischen Wachstum“ innerhalb der Strukturen, was zwar wenig spektakulär, dafür aber um so solider in schwieriger Lage klingt. Das letzte in Eckernförde verbliebene selbstständige Kreditinstitut hat 2015 zugelegt:

>in der Bilanzsumme: 355 Millionen Euro (+ 6,2 %, Vorjahr 334 Millionen);

>bei der Kreditvergabe: 266 Millionen Euro (+ 3,2 %, Vorjahr 257 Millionen);

>bei den Kundeneinlagen: 261 Millionen Euro (Vorjahr 241 Millionen);

>beim Eigenkapital: 30 Millionen Euro (Vorjahr 27,4 Millionen).

Die erneut um 20 Millionen Euro gestiegenen Kundeneinlagen verbuchten Saß und Nissen als Vertrauensbeweis. Wachstumsmotor bei der Kreditvergabe sei der Wohnungsmarkt. Die Nachfrage in der Region zwischen Kiel und Kappeln sei nach wie vor stark, Häuser und Wohnungen gefragt, was insbesondere in Eckernförde und dem Kieler Umland zu steigenden Immobilienpreisen führe. Die Eckernförder Bank setzt dabei in ihrem Engagement auf eine „Entwicklung mit Augenmaß“. Eine wichtige Rolle spielten neben den eigenen Geschäften auch die der Verbundpartner. Rechnet man die zur eigenen Bilanz hinzu, sind 2015 insgesamt 808 Millionen Euro an Kundengeldern betreut und bewegt worden (2014: 769 Millionen).

Trotz des gesteigerten Kreditgeschäfts verzeichnete die Eckernförder Bank angesichts der Niedrigzinsen einen Rückgang im Zinsergebnis um 232  000 Euro. Die niedrigen Zinsen werden auch in den nächsten Jahren „die zentrale Herausforderung“ bleiben, so Sönke Saß. Da die EZB den Geldmarkt weiterhin flutet (Frank Nissen: „Wir ertrinken in Geld“) müssten alle Prozesse weiterhin optimiert und die Kosten im Rahmen gehalten werden. Angesichts des weiter steigenden Beratungsbedarfs soll die Qualität der Kundenberatung noch weiter ausgebaut werden.

Unterm Strich hat die Eckernförder Bank 2015 einen Gewinn von knapp 760  000 Euro erwirtschaftet. Gut 560  000 Euro wandern in die Rücklage, rund 196  000 Euro werden als vierprozentige Dividende an die 7747 Mitglieder ausgeschüttet.

Konsequentes Risikomanagement ist das eine, die partnerschaftliche Begleitung von in Schwierigkeiten geratenen Kunden das andere – das trifft insbesondere auf die Milchviehbetriebe zu, denen derzeit wegen der Milchschwemme und der niedrigen Erzeugerpreise das Wasser oft bis zum Hals steht. „Wir begleiten unsere Landwirte auch in schwierigen Zeiten“, sagt Vorstand Frank Nissen. Immerhin 26 Prozent des Kreditvolumens der Eckernförder Bank fließen in die Landwirtschaft.

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erstellt am 22.Jun.2016 | 06:06 Uhr

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