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Kirchengemeinde : Waabser Aktionstag auf dem Friedhof

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Bürger und Konfirmanden folgen dem Hilfeaufruf des Kirchengemeinderates und packen rund um die Marienkirche kräftig an.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 07:26 Uhr

Waabs | Der Rasen wächst in die Kieswege, an den Kanten blüht der Löwenzahn und in den Beeten wächst Unkraut. Mit vereinten Kräften, unterstützt durch 15 Konfirmanden, fand kürzlich der bereits dritte Aktionstag der Kirchengemeinde Waabs statt. Standen die beiden ersten Treffen im Vorjahr im Zeichen, die Arbeit des Friedhofsgärtners zu ergänzen, so war die Hilfe jetzt deutlich dringender, wie Uschi Fröhler, Vorsitzende des Kirchengemeinderates, berichtete. Unglücklicherweise werde der Friedhofsgärtner seinen Vertrag Ende des Monats beenden, so Fröhler. Da die Pflanzen nach der Wärme und der Feuchte der letzten Tage gewaltig schnell wachsen, galt es, schnell zu handeln, ergänzte Heinke Nöhren-Goos aus dem Kirchengemeinderat.

Pastorin Peggy Kersten hatte die Bürger kurzfristig zu einem Friedhofsaktionstag aufgerufen. "Mit der Resonanz bin ich sehr zufrieden. Es sind viele neue Gesichter dabei", sagte Fröhler. Und auch Pastorin Kersten strahlte über so viel Engagement der Bürger. "Es wächst langsam alles zusammen. Es macht viel mehr Spaß, gemeinsam etwas für die Gemeinde zu tun, als gegeneinander", sagte sie. "Und einen schönen Friedhof wollen alle haben."

Unter fachlicher Leitung von Bruno Kruse waren die Kräfte eingesetzt worden. Ein Teil der Helfer stach die Rasenkanten ab, andere entfernten Gras und Unkraut aus den Kieswegen. "Das macht in der Gemeinschaft einfach Spaß", sagte Trude Guhl, die mit ihrem Mann Heinzgünther erstmals bei einem Aktionstag mithalfen. Alles könne man an so einem dreistündigen Aktionstag nicht schaffen, wandte Kruse ein. Daher wurden zunächst die Hauptwege gepflegt. Er freute sich aber, dass so viele alteingesessene Waabser da waren. Das freute auch Nöhren-Goos, die mit dem Aktionstag neben der reinen Arbeit auch eine Außenwirkung verbindet. "Es muss ins Bewusstsein kommen, dass jeder einen Teil hierzu beitragen kann."

Und auch die Jugendlichen der Konfirmandengruppe von Pastorin Kersten brachten sich ein. Statt Konfirmandenunterricht zogen sie in kleinen Gruppen über die Anlage, harkten Wege, entfernten Unkraut und - darüber freuten sich die anderen Helfer sehr -, sie brachten mit einem Tablett kühle Getränke herum. Frank Merten, der schon öfter mitgeholfen hatte, nahm das Getränk gerne an, das ihm Janin Sohrbeck anbot. Im Schatten der großen Kastanien, die den Friedhof umschließen, harkte Konfirmandin Christine Hoffmann Unkraut weg. Ja, es mache schon Spaß, draußen zu sein, sagte sie. Später sorgten die Konfirmanden mit frisch gemachten Waffeln und Kaffee für eine kleine Arbeitspause. Man sagt oft, Jugendliche würden sich nicht engagieren, meinte Nöhren-Goos. Das, was sie bei dem Aktionstag erlebt hat, war hingegen Engagement pur.

Dass sich die diesjährigen Konfirmanden auch mit ihrer Kirche identifizierten, könne man auch daran sehen, dass sie festlegten, dass die Kollekte ihres Konfirmationsgottesdienstes zum Erhalt der großen, rund 150 Jahre alten Kastanien verwendet werden soll, berichte Fröhler. Mit dem Geld würden Minierraupenfallen angeschafft, die in Kürze in die Bäume gehängt werden, so Fröhler. "Es passiert viel hier", freute sie sich über das große Miteinander. Vielleicht werden die Aktionstage auch beibehalten, selbst wenn wieder ein neuer Friedhofsgärtner seinen Dienst aufgenommen hat - "einfach, weil die Gemeinschaft so gut ist", sagte Fröhler.

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