Sensibles Thema : Vorsorgen für die Bestattung

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An den eigenen Tod denkt zu Lebzeiten niemand gern. Doch er gehört zum Leben wie die Geburt. Deshalb sollte man mit seinen Angehörigen über die Bestattung reden, so lange das noch möglich ist.

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06. November 2013, 06:00 Uhr

Mit Gesetzen, Formen und Kosten von Bestattungen auf der einen und Beratung, Vorsorge und Begleitung auf der anderen Seite befasste sich das Kurzforum des Seniorenbeirats gestern Vormittag im Amt. Die Bestatter Petra Scharmborski und Niels Fedder standen den Mitgliedern und den zahlreich erschienenen Zuhörern Rede und Antwort.

Der Tod sei Teil des Lebens heißt es. Doch immer wieder macht Petra Schamborski die Erfahrung, dass das nicht der Fall ist. „Zu Lebzeiten des Verstorbenen wurde mit den Angehörigen nicht über den Tod und die Bestattung gesprochen“, berichtete die Bestatterin. Das mache die Ausgestaltung der Beisetzung nicht leicht für die Hinterbliebenen – der Ablauf könne unverbindlich mit einem Bestatter besprochen oder als fester Wille festgehalten werden, fügte Fedder hinzu.

Doch bevor es zur Beisetzung des Sarges auf einem Friedhof, der Urne auf einem Friedhof, in einem Ruheforst oder auf See kommen kann, muss zunächst ein Arzt den Totenschein ausstellen – die Kosten dafür tragen die Angehörigen. Innerhalb von 36 Stunden nach Eintritt des Todes muss der Verstorbene in einen Leichenraum überführt werden, skizzierte Schamborski. 48 Stunden danach darf er beerdigt werden, neun Tage nach dem Tod muss der Verstorbene bestattet worden sein. Für die Beisetzung besteht ein so genannter Friedhofszwang – das heißt, die Angehörigen dürfen die Urne beispielsweise nicht in ihrem Garten in die Erde bringen. Auch die Verarbeitung der Asche zu einem Diamanten sei bei einer Einäscherung in Deutschland bislang noch nicht möglich, so die Bestatterin.

Die Frage nach den Kosten sei immer mit die erste, die gestellt wird, berichtete Scharmborski. Das sei einerseits verständlich. Doch verhalte es sich bei der Beerdigung wie beim Kauf einer Immobilie oder eines Autos – der Preis ist Frage der Ausstattung. Etwa die Hälfte der Rechnung machten die Friedhofsgebühren aus, die zum Teil eine große Spannbreite aufweisen. So koste eine Beisetzung in einem Urnengemeinschaftsgrab auf einem Friedhof im Dänischen Wohld 800 Euro, auf einem anderen 1500 Euro. Die Gesamtkosten lägen meist zwischen 4000 und 6000 Euro. Um für die Deckung vorzusorgen, bieten sich zum Beispiel ein zweckgebundenes Sparbuch oder die Einzahlung einer bestimmten Summe auf ein Treuhandkonto an.

Die Bestatter kümmern sich auf Wunsch um alles – von der Floristik über die Musik, den Pfarrer, Träger, eine Anzeige in der Zeitung bis hin zum Leichenschmaus. Mit den Angehörigen werde besprochen, ob sie etwas selbst übernehmen können und wenn ja was.

Die Fragen der Zuhörer und die Ausführungen der Fachleute machten deutlich, dass es ratsam ist, sich einmal mit dem Thema auseinander zu setzen und die eigenen Wünsche abzustecken, zu formulieren und den Angehörigen mitzuteilen. „Sterben gehört zum Dasein dazu wie geboren zu werden“, machte Scharmborski deutlich.

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