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giftige kräuter : Vorsicht vor giftigen Gartenkräutern

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hannelore Döscher ist nach dem Verzehr von giftiger Hundspetersilie erkrankt. Sie hat die Pflanze mit glatter Petersilie verwechselt, die dieser sehr ähnlich sieht. Nun haben sie und ihr Mann die Giftpflanze aus ihrem Garten vernichtet.

Ein bisschen Petersilie in die Spargelsuppe, damit sie besser schmeckt. Hannelore Döscher dachte sich nichts dabei, als sie vor drei Wochen ihre Suppe mit den Kräutern aus ihrem Garten würzte. Dass sie sich kurze Zeit später schlecht fühlen würde und ihrer Aussage nach tot sein könnte, hat sie sich nie ausgemalt. Der Grund: Sie hat glatte Petersilie mit der giftigen Hundspetersilie verwechselt.

Die 68-Jährige schaudert immer noch, wenn sie sich an jenen Tag erinnert. Sie hatte noch nie etwas von der giftigen Pflanze gehört. Und da sie in ihrem Garten nicht nur die krause, sondern auch die glatte Petersilie gesät hatte, warf sie die Kräuter guten Gewissens in ihre Suppe. Diese hätten nicht anders gerochen, nur ein kleines bisschen anders geschmeckt. Eine halbe Stunde später kamen dann erste Symptome: „Meine Zunge fing an zu brennen, und mir war übel“, erzählt sie. Danach habe sie an Bewusstseinsstörungen, Sehstörungen und Schwindelgefühlen gelitten. „Ich musste mich hinlegen und habe sofort Wasser getrunken, um den Körper zu entgiften.“ Zum Arzt ist sie nicht gegangen, hat sie doch angenommen, dass es nur ein Magen-Darm-Infekt ist. Außerdem hat ihr Ehemann, der auch von der Suppe gegessen hatte, nur eine leichte Übelkeit verspürt.

Als es ihr besser ging, informierte sie sich über die Pflanze in ihrem Garten, die bis zu 1,50 Meter groß wird, weiß blüht, doldenförmig wächst und einen dicken Stengel hat. Dass diese an einer für sie ungewöhnlichen Stelle wuchs, führt sie darauf zurück, dass sich ein paar Petersilien-Samen verbreitet hätten. Um weitere Informationen zu der „hundsgemeinen“ Pflanze zu bekommen, kontaktierte Hannelore Döscher die Giftnotzentrale. Die Mitarbeiter dort hätten ihr geraten, die Pflanze aus dem Garten zu entfernen und nur noch krause Petersilie zu säen – „um den Unterschied zu erkennen“. Gesagt, getan.

Laut Dr. Herbert Desel von der Giftinformationszentrale in Göttingen sei der Zustand von Hannelore Döscher sehr ungewöhnlich. Er bestätigt jedoch, dass die beiden Pflanzen leicht verwechselt werden können. Bis jetzt habe er von keinem Todesfall durch Hundspetersilie gehört, und in den letzten 18 Jahren habe es bei ihm keine Anfrage zu diesem Thema gegeben. Doch was sollten Betroffene tun, wenn sie die Pflanze gegessen haben? „Wenn sich jemand nach dem Verzehr nicht wohl fühlt, sollte er einen Arzt aufsuchen und bei schlimmen Symptomen sogar in eine Klinik fahren“, rät der Mediziner. Gut sei es auch, Flüssigkeit ohne Kohlensäure zu trinken.

Hannelore Döscher jedenfalls hat von glatter Petersilie erst einmal genug und wird in Zukunft eine Pflanze genau betrachten, bevor sie sie als Würzmittel verwendet. Und in ihrem Garten wächst nun ausschließlich krause Petersilie.

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erstellt am 24.Mai.2014 | 06:33 Uhr

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