zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 05:04 Uhr

Austausch : Vorfreude auf eine fremde Kultur

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Isarnwohld-Schülerinnen Louisa Schwarz und Frederica Braatz besuchen für zehn Monate eine Schule im Ausland.

von
erstellt am 18.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Anderthalb Jahre hat sich Familie Schwarz darauf vorbereitet – morgen ist es nun soweit. Tochter Louisa macht sich auf den Weg nach Lansing, der Haupstadt von Michigan/USA, wo sie zehn Monate die zehnte Klasse der Highschool besuchen wird. Damit geht für sie ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, genau wie für ihre Freundin Frederica Braatz, die in zwei Wochen, ebenfalls für zehn Monate, nach Valencia/Spanien aufbricht.

„Ich habe einen Großcousin in Indiana. Und seit Louisa neun Jahre war, wollte sie da immer mal hinfahren“, sagt ihre Mutter, Silke Schwarz. Doch sie wollte nicht nur einen Urlaub in den USA verbringen, sondern dort für längere Zeit „richtig leben“, fügt die 15-Jährige hinzu. Vor allem auf die Schule ist sie gespannt. „Ich stelle mir die Gemeinschaft anders vor als hier und zwischen Lehrern und Schülern ein eher freundschaftliches Verhältnis“, sagt sie und bezieht sich auf Erzählungen von anderen Jugendlichen, die einen Auslandsaufenthalt in Amerika schon hinter sich haben. Auf ihrem Lehrplan stehen in jedem Fall Englisch und amerikanische Geschichte sowie eine Naturwissenschaft. Welche Kurse sie noch wählen kann, weiß sie noch nicht. Fest steht aber für Louisa: „Kein Chemie oder Physik.“

Über die Austauschorganisation Camps International bekam sie eine Gastfamilie vermittelt, bei der sie bis Juni 2016 wohnen wird. Sie hat keine Zweifel, dass sie sich bei ihr wohlfühlen wird, denn durch einen glücklichen Zufall kennt Louisa sie bereits. Über Ostern waren die Gasteltern Jeffrey und Melinda mit ihren Kindern Eric (16) und Lauren (12) bei einem ehemaligen Gastschüler aus München zu Besuch und machten einen eintägigen Abstecher in den Norden „Als wir sie am Flughafen in Hamburg abgeholt haben, hatte ich gleich das Gefühl, das passt“, berichtet Silke Schwarz. „Es war als ob wir jemanden abholen, den wir lange nicht gesehen haben.“ Louisa zeigte den Gästen die St.-Jürgen-Kirche, wo sie ehrenamtlich als Teamer tätig ist, die Isarnwohldschule und ihr Zimmer. Seit dieser Begegnung blickt ihre Mutter dem Austausch beruhigter entgegen. „Das sind sehr herzliche Leute, die echtes Interesse an Louisa zeigen. Sie haben schon einen Plan geschickt, was sie ihr in Michigan alles zeigen wollen“, sagt Silke Schwarz weiter. Ihre Tochter freut sich vor allem auf die Schule und gesteht, dass die Aufregung langsam steigt. Zwar fliegt sie morgen in aller Frühe mit anderen Jugendlichen, die über Camps ausreisen, nach New York, wo sie alle eine Einführung bekommen. Doch am Samstag geht es dann für sie allein weiter nach Chicago und von dort schließlich nach Lansing. „Zwei Mal allein umsteigen – ob das alles so geht?“, fragt sich Louisa.

Ihre Freundin Frederica ist da entspannter – für sie geht es erst am 30. August los. „Ich wollte Spanisch lernen, seit ich fünf Jahre bin“, erzählt die 15-Jährige, die mit ihrer acht Jahre älteren Cousine liebend gern Vokabeln gelernt hat, als sie klein war. „Und wenn ich Spanisch lerne, kann ich Französisch abwählen“, sagt Frederica weiter, die der Sprache nicht so viel abgewinnen kann. Wie ihre älteren Geschwister wollte auch sie eine Zeit im Ausland verbringen und verband beide Wünsche mit einem Auslandsaufenthalt, den sie über die Organisation into geplant hat. Noch spricht sie zwar kein Wort Spanisch, ist jedoch zuversichtlich, dass sich das schon in der Einführungswoche in Madrid und auch danach schnell ändern wird. „Ich wohne bei Thomas und Olga-Maria mit ihren Kindern Marc und Pau. Die sind erst fünf und sieben Jahre alt und sprechen kein Englisch“, erklärt Frederica. Sie freut sich auf die zwei jüngeren Geschwister und auf die Nähe zum Wasser. „Das ist in Valencia acht Minuten von unserer Wohnung entfernt – wie hier“, hat sie herausgefunden.

Ganze 6752 Kilometer werden die beiden Freundinnen in den nächsten Monaten voneinander getrennt sein. Kein Problem für die jungen Gettorferinnen: „Über Whats App bleiben wir in Kontakt.“ Louisas Mutter denkt da eher an Skype und ist froh über diese Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren. „Es ist nicht mehr wie früher, wo man vier Wochen auf einen Brief warten musste.“

Informationen zu den Organisationen finden Sie hier: Camps und into

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen