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Umstrittenes Wohnungsunternehmen : Vonovia verkauft auch in Eckernförde Wohnungen

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rund 500 Wohnungen in Eckernförde wurden vom Annington-Nachfolger veräußert. Auch in Flensburg und Neumünster verkaufte das Unternehmen zusammen rund 3250 Wohnungen.

shz.de von
erstellt am 23.Jan.2016 | 15:53 Uhr

Eckernförde | Das Wohnungsunternehmen Vonovia hat in Eckernförde 510 Wohnungen verkauft. Vonovia ist das Nachfolgeunternehmen der Deutschen Annington, an der es in den vergangenen Jahren viel Kritik gegeben hat, da sie sich nicht genug um die Wohnungen gekümmert haben soll.

Von der Vonovia hört man derzeit, dass sie Wohnungen kaufen will. Seit Ende des Jahres 2015 macht sie den Aktionären der Deutsche Wohnen AG konkrete Angebote zur Übernahme der Anteile. Über Verkäufe von Wohnungen ist indes nichts öffentlich geworden. Doch auf Anfrage bestätigt eine Vonovia-Sprecherin in Bochum, dass zum 1. Januar das Unternehmen RREEF mit Sitz in Frankfurt/Main insgesamt 6000 Wohnungen der Vonovia in Norddeutschland übernommen habe. Darunter sind auch 1810 in Flensburg, 1540 in Neumünster und 510 in Eckernförde. „Bei RREEF handelt es sich um den Geschäftsbereich für Immobilieninvestments der Deutschen Bank“, so die Vonovia-Sprecherin. Der Sprecher der Deutschen Bank bittet darum, lieber die Bezeichnung Deutsche Asset Management zu verwenden.

Beide sind jedoch nicht Ansprechpartner für die Mieter. Hierfür hat der neue Eigentümer die noctua advisors GmbH mit Sitz in Neumünster ausgesucht. Auf deren äußerst sparsamer Homepage stand bis gestern allerdings nur eine Frankfurter Telefonnummer. „Die lokalen Mieterbüros wurden übernommen, so dass weiterhin direkte Ansprechpartner vor Ort in den Wohnanlagen vorhanden sind“, hieß es weiter seitens der Deutschen Bank. Alle Mieter wurden und werden in Kürze über den Eigentümerwechsel informiert.

Ob sich die Mieter auf Sanierungen freuen und auf Mieterhöhungen einstellen können, bleibt zu diesem Zeitpunkt offen. Ganz allgemein kündigte der Sprecher an, „mittelfristig in die Qualität der Wohnungen zu investieren und sanierte Wohnungen auch entsprechend zu vermieten“.

Der Landesverband des Deutschen Mieterbundes kritisiert entschieden die Weiterverkaufspraktiken der Vonovia. „Wir haben allen Mietern empfohlen, der Übertragung der Kaution nicht zuzustimmen“, sagte Geschäftsführerin Heidrun Clausen, auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. Es müsse erst der Nachweis erbracht werden, dass die Kautionen der Mieter gesetzeskonform angelegt sind. Clausen bedauert, dass es in diesem Geschäft, der professionellen Wohnungsverwaltung, keine gesetzlichen Auflagen gebe, Qualitätsnachweise zu erbringen. So lägen dem Mieterbund keine konkreten Informationen über den neuen Eigentümer vor. Der Verein vermutet, dass der Verkauf der Wohnungen im Zusammenhang mit der beabsichtigten Übernahme der „Deutsche Wohnen“ in Frankfurt steht. Das Unternehmen könnte dafür Kapital benötigen.

Vonovia begründet den Verkauf damit, dass Bestände verkauft worden seien, „die nicht mehr zum Kerngeschäft“ zählen. Dazu gehören in erster Linie Wohnungen, „die sich aus dem Unternehmen heraus nicht optimal bewirtschaften lassen“. Dadurch solle die Verschuldung der Vonovia gesenkt werden. Das Unternehmen besitzt und verwaltet rund 367.000 Wohnungen.

Über die Höhe der Verkaufssumme schweigen die Verhandlungspartner. Allerdings geht aus einer Mitteilung auf der Homepage der Deutschen Asset Management hervor, dass ein Wohnimmobilien-Portfolio in Norddeutschland für 240 Millionen Euro gekauft wurde.

 

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