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Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 17:33 Uhr

Wohld : Von Wechseln und Königmachern

vom

CDU Neudorf-Bornstein übernimmt nach über 20 Jahren das Ruder. Osdorf und Schwedeneck ringen um Bürgermeisterfrage.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 07:36 Uhr

Wohld | In Neudorf-Bornstein geht mit der Kommunalwahl 2013 eine Ära zu Ende. Mehr als 20 Jahre war die SPD am Ruder, der langjährige Bürgermeister Karl-Heinz Schröder hatte das Amt 2002 an Birgit Hackmann übergeben. In der neuen Gemeindevertretung hat nun die CDU die Mehrheit, Bürgermeister wird Claus Biehl. "Wir sind im Wahlkampf offen mit den Bürgern umgegangen und haben dargelegt, was wir anders machen wollen als die SPD-geführte Gemeindevertretung", erklärte Bastian Hansen. Die Zusammenarbeit, die es in den vergangenen fünf Jahren nicht gegeben habe, wolle die CDU aufbauen. Dass dies von den Bürgern so deutlich honoriert würde, hatten er und seine Mitstreiter nicht erwartet.

Birgit Hackmann hatte zwar mit Veränderungen im Ergebnis gerechnet, weil die Wahlgemeinschaft nicht mehr angetreten war. "In dieser Deutlichkeit aber nicht", gesteht die Bürgermeisterin. Im Laufe dieser Woche werde sich die SPD für die Gemeindevertretung aufstellen. "Wir müssen das Ergebnis erstmal verdauen", so Hackmann.

Auch in Strande ist die Wählergemeinschaft nicht angetreten, was den übrigen Parteien Zuwächse beschert hat. Während die CDU rund sechs Prozent zulegen konnte, hat die SPD rund acht Prozent mehr, die FDP neun Prozent mehr erhalten. "Das ist ein sensationelles Ergebnis", teilte die Ortsvereinsvorsitzende Annette Marberth-Kubicki erfreut mit. Das Ziel, einen weiteren Sitz in der Gemeindevertretung zu bekommen, sei erreicht. Zudem habe Spitzenkandidat Jörn Clahsen ein Direktmandat errungen. "Uns fehlten nur 29 Stimmen für einen vierten Sitz", sagte Marberth-Kubicki weiter, "das macht deutlich, wie großartig das Ergebnis für uns ist." Entsprechend motiviert gingen die Liberalen in Strande jetzt an die Arbeit.

"Wir freuen uns riesig über das beste Ergebnis der SPD in Strande seit 19 Jahren", teilte Spitzenkandidatin Claudia Sieg mit. Die SPD hat in Strande 27,74 Prozent der Stimmen errungen und ist damit zweitstärkste Kraft geworden, stellt vier statt bisher zwei Sitze der Gemeindevertretung. "Am meisten freut es uns aber, dass mit einer weit über dem Landesdurchschnitt liegenden Wahlbeteiligung von 68,35 Prozent die Strander Bürger in ihrer Mehrheit gezeigt haben, dass sie die Demokratie schätzen, ernst nehmen und sich beteiligen wollen", so Sieg weiter. Das freut auch Dr. Holger Klink sehr, der allerdings bedauert, dass die CDU die absolute Mehrheit um neun Stimmen verpasst hat. Sie behält sechs Sitze wie bisher. Der Auftrag sei klar, nun gelte es, mit SPD und FDP in gewohnter Weise einen tragfähigen Kompromiss für die konstituierende Sitzung zu erarbeiten.

Mit Spannung blicken Bürger und Kommunalpolitiker auf die konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung in Osdorf. Die WgO um Spitzenkandidat Jochen Iwers, die mit drei Direktmandaten punktete, hat fünf Sitze in der Gemeindevertretung - genau so viele wie die CDU. Weil er mit 516 Stimmen mehr hat als Jens Hansen von der CDU (461) und Andreas Maurer von der SPD (309) erhebt Iwers den Anspruch, das Amt des Bürgermeisters auszuüben. "Wir werden auf Augenhöhe in die Beratung mit der SPD gehen", kündigt Iwers an. Doch auch Jens Hansen leitet aus der Tatsache, dass die CDU die stärkste Fraktion ist, einen Anspruch auf den Bürgermeisterposten ab. Auch er will das Gespräch mit der SPD suchen, im zweiten Schritt mit der WgO. "Wir sind die Königmacher", stellt Andreas Maurer mit einem Lachen fest. Die Mitglieder sind am Mittwochabend zur Versammlung eingeladen, um gemeinsam zu beraten, mit wem die SPD zusammenarbeiten wird, mit deren Abschneiden Maurer zufrieden ist.

Ähnlich ist die Situation in Schwedeneck. Die CDU ist zwar stärkste Fraktion, kommt aber wie die SPD auf sieben Sitze. Sönke Paulsen, Spitzenkandidat der CDU, ist damit nicht zufrieden. "Wir hatten uns um die absolute Mehrheit bemüht und haben dieses Ziel nicht erreicht." Die Ursache dafür ist ihm nicht erklärlich. Die CDU sei mit einem Team aus guten, erfahrenen und jungen Kandidaten angetreten, währen die SPD eine relativ neue Mannschaft ins Rennen geschickt habe. "Das stimmt uns nachdenklich", sagt Paulsen, der sich über das beste Ergebnis aller Direktkandidaten gar nicht richtig freuen kann. Die CDU werde weiterhin ihr Bestes geben im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Gustav Otto Jonas (SPD) ist enttäuscht, dass die UBS Stimmen verloren hat, aber zufrieden, dass sie nun zwei Sitze mehr in der Gemeindevertretung stellt. Und er sei erstaunt, dass die CDU noch so viele Stimmen erhalten habe. In der Vorstandssitzung gestern Abend sollte die Linie für das weitere Vorgehen festgelegt werden. Jonas: "Erster Ansprechpartner ist die UBS." Die ließ gestern wissen, dass sie sowohl mit CDU als auch mit der SPD sprechen werde. Einen Termin für eine Beratung der UBS gab es noch nicht.

In Altenholz entschied gestern Abend zum ersten Mal das Los darüber, an wen ein Wahlkreis gehen sollte. Sowohl CDU als auch AWG lagen mit 145 Stimmen im Wahlkreis 7 gleich auf - ob er an Dr. Heide König oder Jesko Ulrichs gehen sollte, lag in den Händen von Gemeindewahlleiter Bürgermeister Carlo Ehrich: Im Wahlausschuss zog er den linken von zwei verschlossenen Umschlägen, in denen sich je ein Zettel mit dem Namen einer der Kandidaten befand. Auf dem innenliegenden Zettel stand der Name von Jesko Ulrichs, der der AWG somit den zweiten direkt gewonnen Wahlkreis beschert. "Zwei Direktmandate haben wir noch nie gehabt, das ist ein tolles Ergebnis", stellte Ulrichs fest. Mit diesem "schönen Erfolg" gehe die AWG nun voller Elan in die neue Wahlperiode, sagte Ulrichs und dankte den Wählern für das Vertrauen.

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