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Ein Hauch von Hollywood : Von Menschen, Monstern und Maschinen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Waghalsige Sprünge und Frontal Crashs: Über 200 Besucher

von
erstellt am 17.Sep.2013 | 06:04 Uhr

Es war eine eindrucksvolle Show, die die beiden Artistenbrüder Marvin und Nicolas Traber ihrem begeisterten Publikum am Sonntagnachmittag auf dem Festplatz am Kakabellenweg boten: Waghalsige Sprünge mit dem Crossbike über sieben Pkw-Längen und durch brennende Rahmen, „Vorderradstand“ mit dem Quad und Fahrten mit Pkws auf nur zwei Rädern, Schleudertouren um die eigene Achse, Frontal-Crashs und Überschläge- ein Stunt-Repertoire wie in Hollywood-Filmen.

„Die sind bekloppt“, stellte ein Zuschauer fest, nachdem Marvin Traber mit seinem roten VW-Polo durch eine brennende Barrikade gerast war- mit seinem Bruder bäuchlings, den Kopf voran auf der Motorhaube liegend! Und noch einmal, als ersterer nach dem dritten Überschlag in Folge aus dem völlig verbeulten Wrack seines ehemaligen silbernen Kleinwagens ausstieg- durch den Rahmen der Windschutzscheibe! Höhepunkt der Show war aber zweifelsohne der „Auftritt“ des 3,50 Meter breiten und 3,5 Tonnen schweren Monstertrucks, mit dem der 20 Jahre junge Nicolas Traber über vier Pkws „sprang“.

Ein großes Spektakel für die etwa 200 Besucher- darunter viele Kinder, die im Anschluss natürlich alle Fahrzeuge, oder das, was davon übrig geblieben war, begeistert in Augenschein nahmen. Die Artisten zeigten sich durchweg freundlich und publikumsnah, gaben Autogramme und beantworteten Fragen: Wie sich das anfühlt, wenn man sich mit dem Auto überschlägt, wollte ein kleiner Zuschauer nach der Show wissen: „Man kriegt nichts mehr mit. Alles dreht sich nur noch um einen herum.“

Die Traber-Brüder sind hauptberufliche „Vollzeit-Artisten“ und setzen damit die Tradition ihrer Familie zeitgemäß fort: Der Name Traber stand und steht weltweit für Generationen berühmter Hochseilartisten. Mutter Monika, die heute die Show im Hintergrund mit unterstützt, war vor 25 Jahren selbst noch in schwindelerregenden Höhe aktiv gewesen. Doch das Interesse des Publikums an Hochseilakrobatik ging zurück und die jüngeren Mitglieder der Familie haben ihr Programm dem Zeitgeist angepasst: Marvin, mit 33 Jahren ältester der drei Artistenbrüder, saß bereits mit sechs Jahren zum ersten Mal auf einem Motocross Bike und tritt seit seinem 13. Lebensjahr professionell als Motorsport-Artist auf. Mit 15 Jahren konnte er Auto fahren und mit 20 fing er an, Monstertrucks zu bauen und zu vermarkten.

Alle Monstertrucks werden von den Brüdern selbst gebaut; die Teile dafür stammen überwiegend aus den USA. Der in der Show am Sonntag gezeigte Truck ist der letzte von vieren, mit denen die Trabers ihre Tournee im April begonnen haben. Sein Motor ist ein Chevrolet „Big Block“ V8 mit einer Leistung von nahezu 500 PS. Die übrigen drei sind während der Tour durch Skandinavien verkauft worden, wo regelmäßig auch Monstertruck-Rennen gefahren werden.

Die Saison der Artistenfamilie dauert jedes Jahr von April bis Oktober und führt sie für bis zu 140 Shows durch ganz Europa – ohne einen freien Tag. Die Vorbereitungen dazu beginnen bereits im Januar und dauern drei bis vier Monate. Da sind ihnen die verbleibenden zweieinhalb Monate Urlaub zur Regeneration doch herzlich vergönnt.

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