Harley-Fahrer : Von Eckernförde in die Welt

Mit der Harley ging es 2015 durch China, wo Holger Jöde mit seinen Mitreisenden vor einem Tempel am Kaiserkanal anhielt.
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Mit der Harley ging es 2015 durch China, wo Holger Jöde mit seinen Mitreisenden vor einem Tempel am Kaiserkanal anhielt.

Der Harleyfahrer Holger Jöde aus Eckernförde will die äußersten Punkte aller Himmelsrichtungen befahren.

shz.de von
24. Mai 2018, 06:06 Uhr

Seine Träume trägt Holger Jöde (61) für jeden sichtbar am Körper. Auf der Rückseite seines gelben Hoodie hat er einen Kompass zeichnen lassen, mit den äußersten Punkten aller Himmelsrichtungen, die er mit seiner Harley bereits befahren hat oder noch befahren will. Als nördlichsten Punkt hat er 2016 das Nordkap vermerkt, als östlichsten China, das er 2015 zusammen mit dem Chapter Breitenfelde als erstem Harley-Davidson-Chapter der Welt bereist hat. Wo die Biker bejubelt und gefeiert wurden wie Rockstars und die Polizei ganze Straßenzüge extra für sie absperrte. Für den Westen steht 2020 der Indian Summer in Kanada in der Planung. Und südlicher geht nicht – für 2018 ist Neuseeland eingetragen.

Gerade ist der Motorradfahrer aus Eckernförde von „down under“ zurückgekehrt. Neun weitere Chapter-Member hatte er für die Abenteuer-Tour zusammengetrommelt, Flüge, Hotels und Harleys vor Ort organisiert und die Route ausgearbeitet. 24 Tage waren die norddeutschen Biker insgesamt unterwegs. In Form einer Acht fuhren sie mit sechs Maschinen und einem Gepäckwagen die Nord- und die Südinsel ab und überquerten auf der kurvenreichen State Highway 73 die neuseeländischen Alpen.

„370 bis 400 Kilometer sind wir pro Tag gefahren“, sagt der ehemalige Betriebsrat, der erst 2014 seinen Motorradführerschein gemacht hat. „Und nur einmal haben wir uns verfranst.“ An den Küsten der Nord- und Südinsel entlang führte die Tour, durch das Maori-Gebiet und zu Füßen der imposanten Fox- und Franz-Josef-Gletscher. „Zum Glück waren die Straßen bestens in Schuss.“

Überall wurden die deutschen Biker äußerst freundlich empfangen: „Sogar die Highway Police war sehr davon angetan, wie diszipliniert wir versetzt in der Kolonne fuhren. Genau wie in China. Natürlich erregten wir mit den Harleys überall Aufsehen“, berichtet der leidenschaftliche Biker. „Wo immer wir anhielten, wurden wir sofort gefragt, woher wir kämen und wie uns Neuseeland gefällt.“

Ein gemeinsames Foto haben sie vom südlichsten Punkt Neuseelands in Bluff gepostet. In Eckernförde hat Holger extra einen Wegweiser mit Kilometerangabe nach Breitenfelde anfertigen lassen, 18 888 sind es genau. Unter all die anderen hat er ihn gehängt, die nach London zeigen, nach New York, Tokio und Sydney. „So ganz legal war das aber nicht“, schmunzelt der Biker.

Das Naturwunder der großen, kugelförmigen Steine „Moeraki Boulders“ an der Koekohe Beach haben sie besucht, an einer Hummerbude an der Nordküste fangfrische Meeresfrüchte probiert, Pinguine und Albatrosse in der Porpoise Bay bewundert. In Picton besichtigten sie eines der ältesten Segelschiffe der Welt, die „Edwin Fox“, 1853 in Auftrag gegeben von der renommierten East India Company. Am meisten unter die Haut aber ging ihnen eine Spezialführung zum spirituellen Herz der Maoris in Rotorua.

4 600 Kilometer standen bei der Rückgabe der Harleys in Auckland auf den Tachos. In zwei Jahren wird der Eckernförder den Kompass seiner Träume mit Kanada vervollständigen. Auch durch Neuseeland will er dann wieder cruisen. „Nicht zuletzt, um zu checken, ob der Wegweiser mit Breitenfelde noch in Bluff hängt.“

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