Wechsel : Von der Ostsee in die Lüneburger Heide

Die Patientenzimmer mit Hotel-Standard im Reha-Zentrum Gyhum begeistern Uwe Rückert.
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Die Patientenzimmer mit Hotel-Standard im Reha-Zentrum Gyhum begeistern Uwe Rückert.

Nach 15 Jahren an der Reha-Klinik Damp wechselt Uwe Rückert als Chefarzt nach Gyhum in Niedersachsen

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24. Januar 2015, 15:00 Uhr

Damp | 15 Jahre lang arbeitete Uwe Rückert nur wenige Meter von der Ostsee entfernt. Zum Jahresanfang hat der Facharzt für Orthopädie der Reha-Klinik den Rücken gekehrt, um eine neue Aufgabe in der Lüneburger Heide anzutreten: Im Median Reha-Zentrum Gyhum leitet er als Chefarzt die Orthopädisch-Unfallchirurgische Klinik.

Mit 360 Betten ist das Haus zwar deutlich kleiner, als die Helios-Klinik in Damp. Doch sei sie eine bewährte Adresse, sagt Rückert, lange als Familienunternehmen geführt und jüngst übergegangen an die Median-Gruppe, die gerade mit den RHM-Kliniken in Süddeutschland fusioniert und damit zum größten Betreiber von Reha-Kliniken in Deutschland wird. Schon in seiner Zeit als Assistenzarzt der Endo-Klinik in Hamburg habe er Patienten dorthin überwiesen, erzählt Rückert, der um die hohe Affinität der Patienten aus Niedersachsen zu der Klinik weiß. Gelegen an der A1 zwischen Bremen und Hamburg könnten die Patienten am Wochenende gut Besuch ihrer Angehörigen bekommen, worauf viel Wert gelegt werde.

Als ihn die Anfrage erreichte, ob er sich vorstellen könnte, als Chefarzt nach Gyhum zu wechseln, wusste er also, was ihn erwartet. Erfreut stellte er fest, dass viele Dinge, die er in Damp angeregt hatte, in Gyhum schon praktiziert werden wie zum Beispiel das Ein- und Aussteigen am Auto für Patienten mit neuem Hüftgelenk. Ein Autohaus stellt eigens dafür einen Golf zur Verfügung. Beeindruckt ist er von der Premium-Station für Selbstzahler und Privatpatienten, auf der die Zimmer Hotel-Standard haben. Eine Physiotherapie-Schule, wie es sie in Damp gibt, wird zu seiner großen Freude im Oktober in Gyhum an den Start gehen. „Das aktiv mit aufbauen zu können, hat mich gereizt“, sagt der 51-Jährige. Der Bedarf an guten Therapeuten sei groß.

Aber der gebürtige Rheinländer wusste auch, was er in Damp zurücklässt. „Die Zusammenarbeit im Team zwischen Pflege und Physiotherapie, zwischen Psychologie und Ergotherapie und den Ärzten hat mir imponiert. Sie war sehr am Patienten orientiert“, erklärt Rückert. Vieles habe er mit aufgebaut, unter anderem die hohe Patientenbindung. Den Weggang machten ihm die Kollegen nicht leicht. „Ich habe viele Geschenke der unterschiedlichsten Art bekommen“, berichtet Rückert gerührt. Seine Vorliebe für Schokolade hatte sich auch unter den Patienten herumgesprochen, und so reiste er mit mehr als 50 Tafeln ab. Eine Schwester gab ihm ein „Starterset“ für Gyhum mit auf den Weg, das neben Schokolade sein zweites Laster bedachte: Kaffee. Auch von außerhalb der Klinik erreichten Rückert viele gute Wünsche und herzliche Gesten. So schenkte ihm sein Stammbuchhändler ein historisches Werk mit Widmung. Das vielfach bei Abschieden bemühte lachende und weinende Auge treffe auch auf ihn zu, räumt der Chefarzt ein. „Da steckt viel drin.“

Neben der beruflichen Veränderung bedeutet der Posten in Gyhum einen großen Vorteil für seine Familie. Konnte Rückert während seiner Zeit in Damp nur einmal unter der Woche zu seiner Frau Ose und den fünf Kindern zwischen drei und 15 Jahren in Hamburg kommen, so ist er jetzt jeden Abend bei ihnen. „Das ist wichtig“, sagt er. „Jetzt kann ich auch mal ganz entspannt zum Elternabend gehen.“

Schleswig-Holstein wird er hin und wieder einen Besuch abstatten – seine Frau stammt von Amrum, wo seine Familie gern die Sommerferien verbringt. Und den Kontakt zu Freunden und Bekannten an der Ostsee will Rückert halten. „Aus den Augen aus dem Sinn gilt nicht“, verspricht der Hamburger.

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