Besuch am Marinestandort Eckernförde : Von der Leyen verspricht Geld für Sanierungen

Verteidigungsministerin von der Leyen hat sich ein Bild vom Marinestandort in Eckernförde gemacht. Einiges - die Unterkünfte - erschreckte sie eher. Von den Leistungen der Soldaten war sie jedoch ganz angetan. Und ein (Geld-)Geschenk hatte sie auch dabei.

Avatar_shz von
16. Juli 2014, 18:08 Uhr

Eckernförde | Die Marine in Eckernförde erhält in den kommenden Jahren über 200 Millionen Euro für die Instandsetzung des Standortes. Davon seien allein 50 Millionen Euro für die Renovierung der Unterkünfte vorgesehen, sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Mittwoch bei ihrem ersten Besuch in Eckernförde. Das Geld sei fest eingeplant. Sie wisse, dass seit Jahren ein großer Investitionsstau am Standort herrsche, „der muss aufgelöst werden“. „Eckernförde ist ein sicherer Standort.“ Zuvor hatte die Ministerin unter anderem Schlaf- und Aufenthaltsräume besichtigt. „Ich hab die Unterkünfte gesehen hier in Eckernförde, die vorsichtig ausgedrückt, grenzwertig sind.“ Es sei allerhöchste Zeit, diese zu renovieren. Ende des Jahres soll ihren Worten zufolge damit begonnen werden. Die Nachricht vom Geldsegen wird die in Eckernförde stationierten Soldaten freuen. Denn nicht nur die Unterkünfte sind marode, auch die Sanierung der Tauchhalle stockt seit zwei Jahren, weil der beauftragte Bauunternehmer insolvent ist. Und im vergangenen Frühjahr mussten wegen Schäden an der Mole sogar Schiffe aus Eckernförde nach Kiel verlegt werden. Diese Mängel sind nach Angaben eines Marinesprechers aber bereits behoben.

Der Besuch der Ministerin in Eckernförde wurde von den Soldaten gut aufgenommen. Viele zückten ihre Handys und baten ihre oberste Dienstherrin um ein gemeinsames Foto - was diese auch gerne erfüllte. „Sie kommt sehr gut an bei den Soldaten“, findet denn auch Fregattenkapitän Arne Krüger, Kommandeur des Seebataillons. Sie sei umgänglich und interessiert, und er habe auch das Gefühl, dass sie die Sorgen und Nöte der Soldaten wahrnehme. Und Sorgen hat die Marine durchaus. Neben der maroden Bausubstanz plagt sie ein Nachwuchsmangel. Bei den Minentauchern seien bis zu 60 Prozent der Stellen nicht besetzt, sagte Krüger. Auch in anderen Bereichen der Marine gebe es Fachkräftemangel. Es sei in den vergangenen Jahren schwierig gewesen Nachwuchs zu finden, sagte denn auch von der Leyen. Die Nachwuchsgewinnung sei lange Zeit nicht modern genug gewesen. Aber sie sehe mit Interesse, das auch aus der Truppe gute Vorschläge zur Nachwuchsgewinnung kämen. Wichtig seien aber auch Perspektiven für diejenigen Soldaten, die bereits dort seien. Daran werde gearbeitet.

Die Ministerin ließ sich während ihres mehrstündigen Besuchs die Aufgaben der in Eckernförde stationierten Einheiten ausführlich erklären. Sie besichtigte ein U-Boot des 1. U-Boot-Geschwaders sowie verschiedene Simulatoren, an denen angehende U-Bootfahrer unter anderem im Tiefenfahren und in Taktik geschult werden. Außerdem standen Vorführungen des Seebataillons und des Kommandos Spezialkräfte der Marine auf dem Programm. Von der Leyen zeigte sich beeindruckt von den Leistungen - etwa wie Kampfschwimmer mit dem Fallschirm abspringen und punktgenau im Wasser landen, bevor sie den Tender „Main“, auf dem die Ministerin stand, „enterten“ oder wie den Minentauchern des Seebataillon einen Strand absuchten, bevor ihre Kameraden zwei Zivilisten retteten. Es sei beeindruckend, die Vielfalt der Marine zu erleben. „Die Breite des gesamten Könnens ist mir hier heute vorgeführt worden, das ist schon die Spitze der Leistung, für die wir auch international beneidet werden“, sagte von der Leyen. „Viele andere Nationen haben solche hoch spezialisierten Fähigkeiten in der Marine nicht“.

Der Besuch in Schleswig-Holstein war Teil der Sommerreise der Ministerin. Sie will sich dabei ein Bild von den unterschiedlichen Aufgabenbereichen der Bundeswehr machen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen