Aus für die insel : Von der „Insel“ auf zu neuen ökumenischen Ufern

Von der „Insel“ zogen die Menschen in die St.-Eisabeth-Kirche. Einige Dinge, wie das Kreuz, nahmen sie mit in das katholische Gotteshaus.
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Von der „Insel“ zogen die Menschen in die St.-Eisabeth-Kirche. Einige Dinge, wie das Kreuz, nahmen sie mit in das katholische Gotteshaus.

Die Kirche „Die Insel“ in Damp hat ausgedient. Am Sonnabend hat der letzte Gottesdienst stattgefunden. Die Pastoren setzen nun auf eine ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen St.-Elisabeth-Kirche.

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01. Dezember 2014, 06:56 Uhr

Mit Glockengeläut empfing die St.-Elisabeth-Kirche am Sonnabend die Menschen, die aus der „Insel“ herüberkamen. Sie hatten grade den letzten Gottesdienst in der evangelischen Kirche gefeiert, die währenddessen vom Neumünsteraner Propst Stefan Block in Vertretung für den erkrankten Bischof Gothart Magaard entwidmet wurde. Das Kreuz, die Osterkerze, die Altargeräte Kelch und Patene, das Lektionar, das Antependium und ein Leuchter wurden von der „Insel“ in die St.-Elisabeth-Kirche getragen. Sie finden ihre Plätze in dem katholischen Gotteshaus.

„Die Schließung der Insel-Kirche in Damp erleben viele Menschen mit Wehmut. Andererseits wird die wichtige Neuausrichtung der Kur- und Urlauberseelsorge zu der notwendigen Konzentration und Bündelung der Kräfte in diesem Bereich führen“, war sich Propst Stefan Block sicher. „Und natürlich ist die künftige Zusammenarbeit mit der katholischen St.-Elisabeth-Gemeinde ein schönes Zeichen ökumenischer Verbundenheit. Ich bin sicher, dass daraus eine stabile Partnerschaft entstehen kann, die das Miteinander fördert und entwickelt.“

Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, der den Gottesdienst in der St.-Elisabeth-Kirche feierte, betonte: „In Damp wird Ökumene deutlich sichtbar: Wir ziehen unter ein Dach. Christen wissen sich gemeinsam in der Kirche zu Hause. So ist es ein gutes Zeichen, wenn wir Kirchenräume gemeinsam nutzen. Wir sind ganz eng im Glauben an Gott verbunden und geben für die Menschen vor Ort ein Zeichen der Einheit der Christenheit.“ Die Gesangsbücher aus der „Insel“ standen am Sonnabend bereits in der St.-Elisabeth-Kirche. „Das wäre früher gar nicht möglich gewesen“, sagte Propst Sönke Funck. „Das ist ein großes Zeichen des Entgegenkommens.“ Man habe einen Schlussstrich gezogen, so Funck. Das Gemeindezentrum werde geschlossen, „ab heute findet nichts mehr in der ‚Insel’ statt“.

Der Kirchenkreisrat hatte im Oktober beschlossen, die Kirche in dem Gemeindezentrum „Die Insel“ zu entwidmen und die Liegenschaft zu verkaufen. Es gebe bereits Interessenten, sagte Funck.

Im Zuge der Neuausrichtung des Arbeitsbereiches „Kirche und Tourismus im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde“ wurde bereits im Jahr 2013 entschieden, den Dienstsitz der Pfarrstelle für Tourismus von Damp nach Eckernförde in das „Grüne Haus“ zu verlegen. Heute nimmt Pastorin Brigitte Gottuk die Arbeit als neue Tourismuspastorin auf.

Ein Fahrplan für die nächsten Jahre steht bereits: „Im Jahr 2015 werden wir zunächst mit unseren Gottesdiensten zu Gast in der St.-Elisabeth-Kirche sein“, berichtete Propst Sönke Funck. Im Jahr 2016 soll es dann mit von einem Nebeneinander mehr zum Ökumenischen gehen. Der dritte Schritt wäre dann die Aufhebung der Grenzen. „Ein spannender Weg, der von beiden Seiten mitgetragen wird“, sagte Funck. „Das wird sich mit Leben füllen. Da bin ich ganz sicher.“ „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagte Kurseelsorger Georg Hillenkamp und fügte hinzu, dass das Konzept der St.-Elisabeth-Gemeinde schon stehe: Im nächsten Jahr seien alleine über 30 Konzerte und 50 Vorträge geplant.

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