Von Cola-Whisky bis Himbeere-Hanf

Einige der leckeren Marmeladensorten, die in der „Hexenküche“ der Marmeladen-Manukaktur kreiert werden.
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Einige der leckeren Marmeladensorten, die in der „Hexenküche“ der Marmeladen-Manukaktur kreiert werden.

Senioren-Spaziergruppe besucht Marmeladen-Manufaktur in Nordfriesland / Neue Geschmacksrichtungen begeistern die Teilnehmer

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22. August 2013, 10:35 Uhr

Haben Sie schon mal an einer Weinprobe teilgenommen, ob nun zu Hause oder im Urlaub? Oder an einer Bier Verköstigung? Sich durch verschiedene Portwein Proben in Malaga zum Kauf verfuhren lassen? Vielleicht sogar den Duft und Geschmack von einem bekannten Whisky in Tennessee genossen. Es gibt sogar ein Museum in Atlanta, Georgia/USA, von einem weltbekannten Erfrischungsgetränk, in dem soviel von dem Getränk mit seinen ca. 150 Geschwistern aus einer riesigen Selbstzapfanlage probiert und getrunken werden kann, bis einem übel wird. Nach vier verschiedenen Proben hat mir mein Magen signalisiert, dass es nun genug ist. Aber in einer Marmeladen Manufaktur im nordfriesischen Stedesand waren Sie möglicherweise noch nicht.

Ein einmaliges Erlebnis hat uns erwartet, als uns der monatliche Ausflug der Senioren-Spaziergruppe St. Martin diesmal dorthin führte. Wir wurden von dem Erfinder und Inhaber dieser Manufaktur bereits erwartet, als unser bis zum letzten Platz besetzter Bus in der kleinen Querstrasse eintraf. Er und seine Frau hatten fürsorglich bereits für mehr als 50 Personen Tische und Bänke bereitgestellt. Sie waren vorbereitet für unsere mit aufregender Spannung und großem Interesse erwartete Marmeladen-Verköstigung. Auf jedem Tisch standen fünf bis sechs gefüllte und noch verschlossene Marmeladengläser in verschiedenen Geschmacksrichtungen und kleine Weißbrotscheiben in einem hübschen geflochtenen Körbchen. Kaffee und Tee gab es für alle immer wieder nachgeschenkt. Wir waren eingeladen, all diese Köstlichkeiten zu probieren. Wohlbekannte Fruchtnamen lasen wir, wie z.B: Sauerkirsche, Erdbeere oder Brombeere, aber auch Namen, die uns doch recht exotisch klangen: Kiwi-Bacardi, Sauerkirsche-Schoko-Chilli, Apfel-Weißkohl, Cola-Whisky, Goji-Kaffee, Orange-Marone. Zwei besonders ausgefallene Mischungen will ich Ihnen nicht vorenthalten: Sandorn-Kartoffel-Knobi-Junge Alge und Himbeere-Hanf.

Aus zwei nicht beschrifteten Gläsern sollten wir die Zusammensetzung der Früchte erkennen; das ist niemandem von uns gelungen. Ein Zeichen dafür, dass die Abstimmung der unterschiedlichen Zutaten hundertprozentig zusammenpasste. Natürlich konnten wir nicht alle Sorten probieren, unser Magen wollte irgendwann nicht noch mehr Köstlichkeiten.

Wir hatten einen riesigen Spaß beim Kosten, wurde uns doch versprochen, dass wir noch einen aufmerksamen Blick in den wohlgefüllten Laden werfen dürfen, und uns der Inhaber die Arbeit in seiner „Hexenküche“, wie er sie nannte, erklären würde. Jeder von uns war gespannt auf die gestapelten und mit süßen und herzhaften Marmeladen gefüllten Gläser. Der Einkauf war selbstverständlich mit eingeplant und wurde freudig getätigt. Fast jeder von uns bekam noch ein zusätzliches Glas Marmelade geschenkt.

Das Angebot war überwältigend, die verschiedenen Sorten im ersten Moment fast nicht Überschaubar. Der Inhaber erzählte uns, dass er über 80 unterschiedliche Zusammensetzungen von Brotaufstrich in seinem Geschäft zum Kauf und Versand bereit hält. Er und seine Frau versuchen immer wieder, neue interessante und ungewöhnliche Zutaten miteinander zu mischen. Das geschieht zunächst natürlich in kleinen Mengen, und erst wenn beide mit dem Endergebnis zufrieden sind, wird eine größere Menge für die nächste Füllung der Gläser hergestellt.

Dass sich diese Geschäftsidee aus dem Jahre 1993 im Laufe von 20 Jahren so stark entwickelt hat, ist dem Ideenreichtum, der Vielfältigkeit der Geschmacksrichtungen, der Experimentierfreude und dem Fleiß des Inhabers und seiner Frau zu verdanken.

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