zur Navigation springen

Ein Vhor mit hohem Unterhaltungswert : Von Bach bis Bond und den Beach Boys

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Genuss pur beim vierten Auftritt des Dresdner Männerchor „canta d’elysio“ in der voll besetzten Borbyer Kirche: das Publikum feiert die jungen Sänger aus Dresden.

Die jungen Sänger des Ensembles „canta d’elysio“ waren zum vierten Mal von Dresden nach Eckernförde gekommen, um hier in der Borbyer Kirche mit betörenden Stimmen ihre inzwischen große Fan-Gemeinde zu begeistern. Die Borbyer Kirche war voll, und alle Besucher begrüßten die ehemaligen Sängerknaben des Dresdner Kreuzchores mit einer Welle von Sympathie und Vorfreude. Die zwölf Sänger und ihr Dirigent sind heute zwischen 20 und 28 Jahre alt, alle noch Studenten und gemeinsam – trotz ihrer dunklen Anzüge – noch sehr „locker drauf“.

So war man über das bunt gemischte Programm auch nicht wirklich erstaunt: Vokalmusik aus den letzten fünf Jahrhunderten mischte sich geschickt mit Interpretationen neuzeitlicher Musik. Was sie selbst als „organisiertes Schallerzeugnis“ bezeichnen, entpuppte sich am Mittwochabend als überwältigendes Klang – und Stimmenereignis – ganz gleich ob geistlicher oder weltlicher Herkunft, gleich, ob alt oder auch modern. Zur gebotenen Vielfalt gehörte ein ebenfalls sehr unterschiedlicher Gestus der Stücke. Man wurde Zeuge von Stunden in wohltuender Vielfältigkeit. Hier gab es Fröhlichkeit und Trauriges, standen neben der Besinnlichkeit auch Scherz und sogar Unfug.

Klangen die Stimmen engelhaft, und erinnerten sie an große Chorkonzerte in Kathedralen, dann waren zumeist lateinische Texte im Spiel. Wollte man neben aller erhebender Heiligkeit auch den Inhalt verstehen, so gab es Texte mit Übersetzungen: Das war fürsorglich mitgedacht.

Diese jungen Männerstimmen - klar, ausdrucksstark, wunderbar – brachten Überraschendes zuwege. Obwohl sie sich lediglich Tenöre und Bassstimmen nennen, konnten sie ihre Reichweite noch enorm erweitern. Tenor Alexander Bischoff: „ Ja, unsere Bässe reichen bis weit hinunter. Und mit unseren Tenorstimmen müssen wir für die Höhen in die Kopfstimme gehen.“ So hatte man oft den Eindruck, Countertenöre von Weltklasse vor sich zu haben, wenn sich Alexander Bischoff und Christopher Renz in aller Leichtigkeit zu den höchsten Tönen aufschwangen. Das war akustischer Genuss pur. Himmelsmusik.

Ganz weltlich dann „Skyfall“ aus dem letzten Bond-Film. Während die einen in guter alter Manier wie einst die „Harmonists“ Instrumente und Rhythmen nachahmten, sang Georg Güldner mit tiefem Bass die Titelmelodie so, dass nur noch Gänsehaut unterwegs war. Nicht nur Bond gab’s, auch die „Beach Boys“ und Freches von den „Prinzen“ (Alles nur geklaut…) Das wurde gemixt mit Schuberts Lindenbaum, Trinkliedern, „Loreley“ auf Sächsisch und auch einem estischen Choral, der einen wieder auf das Wesentliche hinwies.

Das Publikum war hin und weg. Philip Socher als musikalische Leiter: „Bei so viel Anklang kommen wir auch gern ein 5. Mal nach Eckernförde!“ Begeisterte Freude und eine lange Schlange dort, wo es die CDs gab.



Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen