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Uferbefestigung : Vom warmen Wohnzimmer an den kalten Strand

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In diesen Tagen bessern die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei Eckernförde die Sandschutzwälle mit alten Christbäumen aus. Dafür werden alle ausgedienten Bäume vom Weihnachtsmarkt aus der Innenstadt recycelt.

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2014 | 06:30 Uhr

Eckernförde | Der Wind pfeift und die Wellen peitschen auf den nassen Sand. Doch das hält Anja Schöning und ihre sechs Kollegen von der Stadtgärtnerei nicht davon ab, die Faschinen am Ufer mit ausgedienten Christbäumen auszubessern. In den kommenden zwei bis drei Wochen werden sie damit beschäftigt sein.

In ihrer leuchtend orangefarbenen Arbeitskleidung sind die Mitarbeiter schon von Weitem zu sehen. Dick eingepackt mit Mütze, Schal und Handschuhen stehen sie an der 1,8 Kilometer langen Strecke der Uferbefestigung und legen Zweige auf. An das Wetter haben sich die sechs Stadtgärtner gewöhnt: „Das ist ja jedes Jahr so.“ Deshalb lassen sie sich von dem grauen Himmel und dem starken Wind nicht die Laune verderben. Viele Schaulustige sind nicht da, nur ab und zu laufen ein paar Menschen mit ihren Hunden vorbei.

Zurzeit sanieren sie in drei kleinen Gruppen das Stück zwischen dem Meerwasserwellenbad und dem Kurpark. „Für ein Fach zwischen zwei Pfählen brauchen wir im Schnitt zwei Christbäume“, erklärt Nicole Texter. Wie viele Bäume insgesamt verwendet werden, kann sie nicht sagen. „Eine Menge“, sagt sie lachend und zeigt auf einen großen Haufen mit Nordmann-Tannen. „Das sind alle Bäume vom Weihnachtsmarkt aus der Innenstadt.“

Mit einer langen Nadel, wie sie auch die Reetdachdecker benutzen, stechen Schöning und Texter durch die Tannenbündel und umwickeln sie anschließend mit Draht, damit sie richtig festgezurrt sind. Die Schäden haben sich seit dem vergangenen Jahr in Grenzen gehalten, deshalb legen die Stadtgärtner dieses Mal nur neue Zweige auf. „Wir machen nichts neu“, sagt Schöning.

An einigen Stellen müssen jedoch die Pfähle ersetzt werden. Rudolf Hänel, der seit 26 Jahren bei der Instandhaltung der Faschinen mithilft, steht neben einem Schaufel-Bagger und achtet darauf, dass der Eichenpfahl gerade in den Boden gedrückt wird. Er gibt seinem Kollegen ein Zeichen, dass er die mit Sand gefüllte Schaufel auf das lange Stück Holz absenken soll. Gesagt, getan. Ein bisschen Kraft, und schon steht der neue Pfahl.

Die Idee, die Zweige und Stämme von ausgedienten Weihnachtsbäumen als Sanierungsmaterial zu verwenden, entstand nach der Schneekatastrophe von 1978/79. Davor wurden die Sandauffangzäune noch mit Reisigbündeln ausgestattet. Für die Stadt Eckernförde ist dies eine günstige Recycling-Maßnahme, denn sie spart dadurch Material- und Kompostierungskosten.

 

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