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Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 04:40 Uhr

Damp : Vom Radweg auf die Straße?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kreis hat die blauen Schilder vielerorts demontiert / Gemeindevertreter sorgen sich um die Sicherheit und den Fremdenverkehr

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2014 | 06:29 Uhr

Radeln die Schulkinder künftig auf der Straße? Werden in der Touristik-Region zwischen Schlei und Eckernförder Bucht auch die Gäste mit ihren Drahteseln vom Radweg runter auf die Straße gelenkt? Diese Fragen alarmierten am Dienstagabend die Gemeindevertreter in Damp. Hintergrund: Seit ungefähr einem Jahr montiert der Kreis vielerorts die blauen Hinweisschilder für den kombinierten Rad- und Gehweg ab. Das gab René Kinza bekannt, der Leiter des Ordnungsamtes im Amt Schlei-Ostsee.

Laut Kinza hat diese Maßnahme mit einem Bußgeldbescheid zu tun, den ein Radfahrer erhalten hatte, weil er unerlaubterweise auf der Straße unterwegs und den seitlichen Radweg im wahrsten Sinne des Wortes links liegen ließ. Der Radler klagte gegen diese Strafe – und bekam vor dem Amtsgericht Recht. Denn: Der kombinierte Rad- und Fußweg erfüllt nicht mehr die Vorschriften. Er muss eine Breite von mindestens 1,5 Metern aufweisen. Ist das Radeln in beiden Richtungen erlaubt – und das gilt für die allermeisten Wege jenseits der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen –, müssen es sogar 2,5 Meter sein. Genau diese Norm aber wird meist verfehlt.

Das hatte zur Folge, dass die blauen „Gebotsschilder“ entfernt wurden. Für die Radler besteht folglich kein Zwang mehr, den Radweg zu benutzen. „Sie können auf dem Weg fahren, aber sie müssen es nicht“, sagt Kinza. Er legt Wert auf diesen feinen Unterschied. Denn von Empfehlungen, Radfahrern generell auf die Straße zu schicken, hält er gar nichts. Er hat das Beispiel der L 26 vor Augen, die als Küstenstraße von Eckernförde-Borby nach Damp verläuft und (nicht nur) in der Saison rasante Autofahrer erlebt. „Wenn es meine Kinder wären, die dort auf der Straße radeln müssten, könnte ich nicht ruhig schlafen“, sorgt sich Kinza um das Wohlergehen der jungen Generation. Und um die Bedeutung der Radwege-Beschlüsse für den Fremdenverkehr. „Für die Touristik-Region ist das kein gutes Signal“, erklärt er.

Allerdings: Beschwerden in größerer Form sind im Amt noch nicht aufgelaufen. Diskutiert wird die Situation aber in den einzelnen Gemeinden. Die Damper Gemeindevertreter äußerten am Dienstagabend die Befürchtung, dass sich der Kreis auf diese Weise auch der Unterhaltskosten für die Radwege entledigt und die Seitenstreifen künftig noch größere Dellen und Löcher und noch stärkeren Wildwuchs aufweisen könnten. Tenor in Damp: „Die Verantwortlichen stehlen sich aus der Verantwortung.“

Die Gemeindevertretung begrüßte gestern Abend ein neues Gesicht in ihren Reihen. SPD-Mitglied Bruno Herbst hatte im Sommer sein Mandat niedergelegt, in der ersten Sitzung nach der Sommerpause verpflichte Bürgermeister Horst Böttcher deshalb Manfred Löhr (ebenfalls SPD; Foto) als Nachrücker. Der 48-Jährige nahm auch Herbst’ Sitze in den Ausschüssen ein. Löhr ist gelernter Altenpfleger und arbeitet als stellvertretender Pflegedienstleiter in einer Seniorenresidenz in Süderbrarup. Ehefrau Sylvia ist Hauswirtschafterin, gemeinsam hat das Paar zwei Söhne im Alter von 16 und 18 Jahren.

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