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Alchemie in Louisenlund : Vom Eisen zum Gold – einem Mythos auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Vortrag über Landgraf Carl von Hessen und den Grafen St. Germain

Fleckeby | Zum Abschluss des Tages der offenen Tür bot das Internat und die Ganztagsschule Louisenlund eine besondere Veranstaltung. Der britische Historiker und Schriftsteller Dr. Christopher McIntosh hielt im „Kutterschuppen“ einen Vortrag über Alchemie, Freimaurertum und deren Verbindung zum ehemaligen Bewohner des Schlosses Louisenlund, dem Landgrafen Carl von Hessen-Kassel. Neben den spannenden Geschichten aus der Vergangenheit hatte McIntosh auch Schriften und Exponate der Alchemie im Gepäck, die das Experimentieren in der damaligen Zeit veranschaulichten. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Gilde „Parkarchäologie“ unter der Leitung von Dr. Eva Witzel und Dr. Alf Hermann zu der auch Prinzessin Ingeborg, Prinz Alexander und die Herzogin Marie-Alix zu Schleswig- Holstein gekommen waren.

Im Mittelpunkt des Vortrages standen die im Park gefundenen Überreste des Fundamentes eines Freimaurerturmes, der zu Zeiten Carls von Hessen dort stand. Der Landgraf war Freimauer. Die Mitglieder verstünden sich als ethischer Bund von Menschen mit der Überzeugung, dass das ständige Arbeiten an sich selbst zu einem menschlicheren Verhalten führe. Er war aber auch Alchemist, denn ihn faszinierte das Arbeiten im Labor ebenso. In diesem Turm verband er damals beides. Er hielt Versammlungen mit Freimaurern ab und im ebenfalls enthaltenen Alchemielabor wurde experimentiert. Häufig hört man, dass alle Alchemisten nur ein Ziel hatten: Aus unedlen Metallen sollte Gold hergestellt werden. McIntosh ist sich sicher, dass dies nicht so war. Und tatsächlich entstanden beim Destillieren, Filtern, Trennen und Erhitzen , sei es auch nur auf der Suche nach dem Rezept für Gold, viele bedeutende Erfindungen wie beispielsweise das Porzellan, Schwarzpulver und Phosphor.

Die Freundschaft zwischen Carl von Hessen und dem sagenumwobenen Grafen Saint Germain war im Laufe des Abends noch genauso Thema wie der Versuch der Alchemisten einen Zaubertrank herzustellen, der das ewige Leben verspricht.

„Die Alchemie ist ein weites Feld“, so begann McIntosh häufig seine Antworten auf die vielen Fragen aus dem Publikum. So wollte Siegfried Lawrenz aus Busdorf zum Beispiel mehr über das so genannte Carlsmetall wissen, das Saint Germain im Turm hergestellt haben soll. Entsprechend groß ist das Interesse der Gilde, den Freimaurerturm wieder an der alten Stelle errichten zu lassen. „In Schleswig und Flensburg sind auch heute noch Freimaurerlogen aktiv. Dort würde man sich sicher auch für den Wiederaufbau interessieren“, sagte Atakan Sahingöz, Schüler in Louisenlund und Mitglied der Gilde, nach dem Vortrag. „Carl von Hessen hätte sich über den Wiederaufbau des Turms mit einem Alchemielabor sehr gefreut“, da ist sich Dr. McIntosh absolut sicher. 




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