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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 13:55 Uhr

Voller Klang nach großer Putzaktion

vom

Waabs | Mit einem Orgelkonzert des Flensburger Kirchenmusikdirektors Michael Mages weihten die Waabser ihre frisch gereinigte und überholte Orgel in der Marienkirche ein.

Zwei Monate hatten die Musikfreunde in Waabs auf das Spiel ihrer Orgel verzichten müssen. Im April und Mai war sie mit Bauteilen von 1608 durch die Friedrichsorter Orgelfachfirma Paschen von Schimmel und Staub befreit worden. Zudem war die Be- und Entlüftung der Marienkirche verbessert worden, um die Bedingungen für Schimmelsporen zu reduzieren.

Bevor aber der Flensburger Orgelsachverständige Mages alle Register an der für rund 18 000 Euro sanierten Orgel zog, berichtete er in kleinen Vortragsblöcken über die Geschichte dieses Instruments. "Mozart bezeichnete die Orgel als König aller Instrumente. Recht hat er, ist sie doch das größte akustische Instrument überhaupt", so Mages, der in die Reinigung der Orgel eingebunden war.

Die Anfänge des Instruments lägen in der Antike, im dritten Jahrhundert vor Christus. Alexandrinische Mechaniker konstruierten eine Wasserorgel. Die Römer kopierten von den Griechen, beide nutzten das Instrument bei sportlichen Wettkämpfen. In einem Jahrhunderte dauernden Prozess sei die Orgel in der christlichen Welt und ihren Kirchen angekommen. Die erste Erwähnung einer Orgel in der Region finde sich im Jahr 1450, erläuterte Mages.

Schließlich ließ er die Zuhörer nicht länger zappeln und spielte auf der neu intonierten Orgel Stücke von Matthias Weckmann, Heinrich Scheidemann, Dietrich Buxtehude, Johann Pachelbel und Samuel Barber.

Kaum einer der Zuhörer wird den direkten Vergleich zum Klang der Orgel vor den Arbeiten noch im Ohr haben. Was aber klar wurde: Dieses Instrument und die Töne aus den rund 600 Pfeifen, die zu Musik verschmolzen, verdienten die Adjektive gewaltig, packend, würdig und schön.

Selbst ein Hänger im Pedal bei Pachelbels traumhaft melancholischer Ciacona in F, konnte das Konzerterlebnis nicht schmälern. Der Hänger hatte sich nach einem Stück von ganz allein wieder gegeben. Das Publikum war zufrieden. Das war auch Uschi Fröhler, die als Vorsitzende des Kirchengemeinderates die Besucher begrüßt hatte und Mages vorstellt. "Schön, dass die Orgel wieder spielt", sagte sie und dankte Mages für seinen Einsatz bei der Orgelpflege.

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erstellt am 12.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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