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Norddeutscher Handwerkermarkt : Volle Gänge beim Markt in der Werkstatt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

12. Norddeutscher Handwerkermarkt in der Eckernförder Werkstatt / Über 3000 Besucher an den Verkaufsständen

„Einfach super, was die da leisten“, lautete das Feedback von Heinke Matthiesen (52) aus Holtsee, die den zwölften Norddeutschen Handwerkermarkt der Eckernförder Werkstatt am vergangenen Sonnabend das erste Mal besuchte. Den Tag nahmen sie und ihre Tochter Sabrina Weiß (24) aus Bovenau zum Anlass, die Vorweihnachtszeit einzuläuten. Ihre Errungenschaft nach 80 Minuten Aufenthalt: eine Eule aus Holz. „Toll ist, dass man nicht nur Dinge kaufen kann, sondern auch gezeigt wird, wie sie entstehen“, erklärte Sabrina begeistert. Volle Parkplätze rund um die Werkstatt am Holm bestätigten die Vermutung von Einrichtungsleiterin Anja von Keller: „Schon im letzten Jahr hatten wir um die 3000 Besucher. Man könnte meinen, dass es diesmal noch mehr geworden sind. Wir freuen uns über so viel positives Feedback. Die Besucher sind immer ganz baff, was es hier alles zu entdecken gibt und die Produkte sorgen immer wieder für einen Aha-Effekt“, so die 43-Jährige.

Auch in diesem Jahr wurde das vielfältige Angebot der Eckernförder Werkstatt durch zahlreiche Produkte anderer sozialer Einrichtungen und privater Einzelaussteller ergänzt. Was sie alle gemeinsam haben – sie bieten ausschließlich handwerkliche Dinge an. „Die Zusammenstellung aus externen und eigenen Verkaufsständen schafft eine Nähe zu befreundeten Werkstätten und sorgt für den entsprechenden Umgang miteinander“, erklärte von Keller. Hausintern waren über 50 Mitarbeiter aus Betreuern und Beschäftigten in die Umsetzung des Handwerkermarktes eingebunden. Produziert wurden unter anderem Seifen, Kerzen und Adventsschmuck. Darüber hinaus wurden Filzwaren, Tischlereiprodukte und Gemälde aus der Ostseekunst-Werkstatt angeboten. Für Gabriele Vogt (52), die seit sechs Jahren in der Eckernförder Werkstatt beschäftigt ist, hat Letztere eine ganz besondere Bedeutung: „Ich kann vieles über meine Bilder ausdrücken und Vergangenes verarbeiten“, sagte sie. Das Malen sei ihr Ruhepol. Nur dabei könne sie so richtig abschalten. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit ist die an einen Rollstuhl gebundene Frau in der Telefonzentrale der Werkstatt beschäftigt. Ihren Arbeitsplatz weiß die 52-Jährige sehr zu schätzen: „In Eckernförde konnte ich ankommen und mir etwas aufbauen. Die Werkstatt ist mein Zuhause“, betonte sie. Betreut wird die Ostseekunst-Werkstatt seit 2008 durch die Künstlerin Anna Brunner-Mocka. „Es macht viel Freude, die Weiterentwicklung in der künstlerischen Zusammenarbeit mit den Menschen zu erleben“, erklärte sie.

Die individuelle Entwicklung jedes Einzelnen wird auch im Berufsbildungsbereich – betreut von Astrid Jungjohann und Michael Göttsch – gefördert. Hier wird vor allem mit Schulabgängern gearbeitet, die dann in einer zweijährigen beruflichen Bildung verschiedene Bereiche der Eckernförder Werkstatt ausprobieren und so herausfinden können, was ihnen liegt. Zusammen mit 30 Beschäftigten in der beruflichen Bildung sind neben mit Comic-Heften beklebten Stühlen und verzierten Holzkisten Produkte wie Taschen aus Leder, selbstgemachte Marmeladen und Fliederbeersaft entstanden.

Christian Augustin (49), Handwerksmeister der Diakonie Werkstätten Neubrandenburg, kam als externer Verkäufer bereits das zehnte Mal zum Markt. Der Grund: „Wir werden hier jedes Jahr sehr herzlich aufgenommen und bekommen durch die Eckernförder Werkstatt eine ganz tolle Unterstützung“, erklärte er. Seinen Mitarbeiterinnen Antje Ebert (41) und Manja Franzl (34) konnte man dabei zusehen, wie sie fleißig Körbe flochten. „Die Besucher schätzen die Handarbeit und die Qualität unserer Produkte. Schön ist, dass unsere Mitarbeiter das Handwerk erleben können und durch die Teilnahme am Markt sehen, wie ihre Arbeit geschätzt wird. „Die Beschäftigung schafft ihnen ein Erlebnis und gibt ihnen die Möglichkeit, sich aktiv am Leben zu beteiligen“, sieht er den Wert der Arbeit und des Marktes im Umgang mit behinderten Menschen.



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